Hausach Tieschutzverein braucht dringend neuen Vorstand

Lisa Kleinberger

Vorsitzende übernehmen keine weitere Amtszeit. Steht das Tierheim Hausach vor dem Aus?

Hausach - Steht das Tierheim in Hausach vor dem Aus? Diese bange Frage beschäftigt Tierfreunde in der Region – denn die Vereinsvorsitzenden wollen ihre Ämter turnusgemäß zur Verfügung stellen.

Frühzeitig gehen die Vorsitzende Katharina Sorg und ihre Mitstreiter nun mit ihrem Anliegen an die Öffentlichkeit: Engagierte Menschen zu finden, die an der Stelle weitermachen wollen, an der Katharina Sorg und ihr Stellvertreter Martin Lutz den Verein verlassen. Wobei "verlassen" so eigentlich nicht ganz stimmt. Beide wollen weiterhin im Hintergrund für den Verein da sein. Dass sie sich aus den Ämtern zurückziehen, habe rein persönliche Gründe, betont Katharina Sorg beim Pressegespräch.

Stimmung ist mittlerweile bestens

Nach einigen Querelen im Verein und viel Aufräumarbeit, die die beiden Vorsitzenden gemeinsam mit Kassiererin Luisa Lutz geleistet haben, betonen Katharina Sorg und Luisa Lutz aber beim Pressegespräch: Im Verein selbst ist alles in bester Ordnung. Nachdem das junge, motivierte Vorstandsteam übernommen hatte, war erstmal Aufräumen angesagt. Inzwischen ist der Verein aber bestens aufgestellt und die Stimmung gut. Kassiererin Luisa Lutz betont, dass sie für eine weitere Amtszeit zur Verfügung steht. Wobei auch sie nicht abgeneigt wäre, kürzer zu treten, falls sich jemand anderes für das Amt finden würde.

Die Zusammenarbeit mit anderen Tierschutzorganisationen und den Tierärzten in der Region laufe ebenso reibungslos, informieren Katharina Sorg und Luisa Lutz. In Sachen Tierheim-Umbau stehen zudem weitreichende Entscheidungen an, finanziell steht der Verein gut da.

Also eigentlich eine gute Ausgangslage für einen neuen Vorstand – trotzdem gestaltet sich die Suche schwierig. Dass ehrenamtliches Engagement in Deutschland bereits seit Längerem eher auf einem absteigenden Ast ist, ist bekannt. "Und die Organisation wird nicht leichter", gibt Katharina Sorg zu.

Daher hat der Vorstand beschlossen, einem möglichen Nachfolger freie Hand zu lassen. "Die Entscheidungen über den weiteren Ausbau des Tierheims wollen wir nicht mehr treffen, wenn wir dann in wenigen Monaten aufhören", so Sorg. Luisa Lutz ergänzt, dass ihr Ehemann Martin Lutz auch nach Abgabe seines Amts weiter als "Bauleiter" zur Verfügung stehe und die weiteren Schritte selbstverständlich begleiten werde. Darüber hinaus hat der Verein vorsorglich die Fundtier-Pauschalverträge gekündigt, die er mit 13 Kommunen im Umland hatte. Damit haben Sorgs und Lutz’ Nachfolger die Möglichkeiten, unter Umständen sogar die komplette Struktur des Vereins umzustellen.

Die Betreuung von Fundtieren beispielsweise obliegt zunächst den Gemeinden. Durch den Abschluss der Pauschalverträge haben sie diese Aufgabe dem Verein übertragen, wofür er derzeit 50 Cent je Fall bekommt. Nach Kündigung der Verträge hätten sich bislang erst drei Gemeinden gemeldet. Die Stadt Hausach hat sich dazu bereit erklärt, für alle federführend in Verhandlungen mit dem Verein zu treten.

Und was sollte man überhaupt mitbringen, wenn man sich für das Amt interessiert? Vor allem Verhandlungssicherheit und Kommunikationsfähigkeit, weiß Katharina Sorg. Der Vorsitzende sei die Schnittstelle zwischen verschiedenen Menschen mit verschiedenen Anliegen, daher sei es wichtig, einen kommunikativen Menschen in dieser Position zu haben. Tierliebe oder Erfahrungen im Umgang mit diesen seien zweitrangig – dafür gebe es im Team andere qualifizierte Kräfte. Aber auch im Organisatorischen wird der neue Vorstand nicht ins kalte Wasser geworfen. Sorg und Lutz wollen ihn in jedem Fall gewissenhaft einarbeiten.

Kommunikationstalent ist besonders gefragt

Bis Mitte Oktober können Interessierte sich beim Tierschutzverein melden. Sollte sich jedoch niemand finden, wird der jetzige Vorstand bei der Hauptversammlung am Freitag, 13. November, über die Auflösung des Vereins abstimmen. Sollte dieser Fall eintreten, will der Vorstand den Verein in seinem letzten Jahr sauber abwickeln. Die Tiere müssten irgendwo unterkommen "und es stecken ja auch viele Spendengelder drin", so Sorg.

Das Tagesgeschäft geht für den Verein unterdessen weiter. Die Pläne für den Tierheim-Umbau sind fertig und die Baufirmen "scharren mit den Hufen", so Sorg. Von einer Vermittlungswelle, wie sie einige Tierheime in der Corona-Pandemie verzeichnet haben, lässt sich in Hausach jedoch nicht sprechen. "Eher im Gegenteil", sagen Katharina Sorg und Luisa Lutz. Allein im Moment hat der Verein 14 junge Katzen zu vermitteln.

Wer sich vorstellen könnte, Verantwortung beim Tierschutzverein Kinzigtal zu übernehmen, erreicht die Verantwortlichen am besten per E-Mail an kontakt@tierschutzverein-kinzigtal.de. Der jetzige Vorstand freut sich über eine Kontaktaufnahme bis Mitte Oktober. Katharina Sorg und Martin Lutz bleiben den Interessenten auch nach Amtsübergabe mit Rat und Tat erhalten. Kassiererin Luisa Lutz bleibt an Bord, wenn sich ein motiviertes Team findet, das am Tierheim durchstarten möchte.