Hausach Stolperer bleiben die Ausnahme

Geschafft! Nele Boschert mit ihrer Cello-Lehrerin Anne Hilse-Heideker Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Zum traditionellen Dorfkirchenkonzert der Musikschul-Zweigstellen Hausach und Wolfach unter der Leitung von Kathrin Krichel war die Hausacher Kirche wieder bis in den Oberrang der Empore gefüllt. Das Interesse war berchtigt.

Hausach. Den Altarraum hatten fleißige Hände um eine neue Podestfläche erweitert, es dabei aber wohl etwas zu gut gemeint. Ein großer Teppich verhinderte größere Stolpereien an dem gut drei Zentimeter hohen Absatz.

Aber auch musikalisch blieben Stolperer die Ausnahme, schon seit Wochen hatten die jungen Talente auf diesen wichtigen Vorspielabend hin ihre Stücke geübt. Ob alleine mit dem lieben Alexander Geladze als Korrepetitor, ob im Duett mit ihren Lehrkräften, in einem Ensemble oder gar in der Königsklasse – sich gegenseitig begleitend – fand jeder Vortragende genau die für seinen Grad an Lampenfieber passende Auftrittsform.

Ein Gitarren- und zwei Geigenensembles zeigten die Facetten des Musizierens, dazu boten die Einzel- und Duovorträge einen schönen Querschnitt über die von der Musikschule angebotenen Instrumente, dazu kam mit Luisa Schnaitters Schumann-Interpretation "Singet nicht in Trauertönen" ein Beitrag aus der Abteilung Solo-Gesang. Der jungen Sopranistin hätte ein Mikrofon gut getan, für die Blasinstrumente bot der Altarraum dagegen perfekte akustische Verhältnisse.

Leni Breig (Posaune), Marie Göpferich (Klarinette) sowie Celina Peter und Annalena Spinner am Horn füllten den Altarraum mit Klängen von Brouquieres, Lefèvre und Richard Strauß. Die beiden Hausacher Hornistinnen fügten in ihrem Beitrag den Auftrittsformen eine weitere Variante hinzu, teilten sie sich doch das anspruchsvolle Hornkonzert auf: Annalena war für das Allegro und Celina für den langsamen Satz zuständig. Beide meisterten das schwere Stück mit Bravour. Den Reigen der Blasinstrumente vervollständigten Julius Uhl im Duett mit seiner Lehrerin Kathrin Krichel an der Altblockflöte und Anne Sum und Lina Scharer mit ihrem Duett Klarinette/Klavier.

Solo am Klavier spielte Jonathan Rohr zwei kleine jazzige Nummern. "All right" und "Go now" machten neugierig darauf, wie sich dieser junge Mann in den nächsten Jahren noch entwickeln wird.

Viel Spielfreude versprühten auch die Schüler der Streicherklassen in ihren kurzweiligen Vorträgen. Wo in den Aufbaujahren der Streicherklasse eine Schar junger Saitenhüpfer die Dorfkirche unsicher gemacht hatte, standen jetzt sogar gleich zwei junge Cellisten auf der Bühne. Nele Boschert spielte mit ihrer Lehrerin Anne Heideker ein Duett und Christoph Bäder konzertierte solo eine Sonate von Benedetto Marcello.

An der Violine zeigte Jakob Benz ebenfalls eine sehr reife Leistung mit einem Rondo von Seitz, die übrigen Geigenschülerinnen und Schüler aus den beiden Geigenklassen der Musikschule konzertierten gemeinsam in zwei Ensembles unterschiedlicher Altersklassen. Für den "Reigen seliger Geister" von Christoph Gluck hatte sich das Kämmerle-Ensemble Hannah Jehle als Solistin an der Querflöte eingeladen. Mit ihren glockenklaren Läufen bekam der Reigen einen wunderschönen Mittelteil. Gemeinsam stimmten dann alle Akteure in das Schlusslied "Ihr Kinderlein kommet ein", dann war das rundum gelungene Konzert auch schon wieder zu Ende. Wer auf den Geschmack gekommen ist, muss sich bis zum Beginn des Musikschul-Sommersemesters im Mai gedulden.

An der Musikschule Offenburg/Ortenau werden derzeut etwa 4800 Schülerinnen und Schüler von etwa 110 Lehrkräften unterrichtet. Die Semester beginnen jeweils am 1. Mai und 1. November. Anmeldeschluss sind der 1. April und der 1. Oktober.

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