Hausach Schon nach einer Stunde ist alles weg

Die Gäste saßen in geselligen Runden zusammen und probierten sich durch die neun vorbereiteten Suppen. Foto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

Mehr als 100 zufriedene Gäste haben den Suppentag auf dem Mostmaierareal. Neben Klassikern wie Nudelsuppe erhielten die Gäste kulinarische Einblicke in die Küche des Nahen Ostens.

Hausach. Mit einem solchen Ansturm hatte niemand gerechnet. Bereits knapp eine Stunde nach der Eröffnung des Suppentags waren die meisten der angebotenen Gerichte bereits vergriffen. Kein Wunder – die ersten Hungrigen fanden sich bereits 20 Minuten vor dem offiziellen Beginn um 11.30 Uhr auf dem Mostmaierareal ein.

"Das ging Schlag auf Schlag", sagte Michaela Keller, eine der Organisatorinnen, die am Veranstaltungstag über die Kasse wachte. Schon um 12.30 Uhr hatten sich 125 Suppenbegeisterte angemeldet. Namen wie Schowrapuntsch und Asch Rechte reihten sich neben Badischer Kartoffelsuppe und einer Kohlrabi-Vélouté.

Auch die Reserven sind schnell aufgebraucht

"Erst haben wir für 70 oder 80 Besucher gerechnet, aber dann haben wir Sorge bekommen, ob das reicht und auf 140 aufgestockt", erzählte Keller. Neben dem Bedauern, dass sie irgendwann keine neuen Gäste mehr aufnehmen konnte, stand ihr die Freude über den Erfolg der Veranstaltung ins Gesicht geschrieben. "Bei sechs Euro pro Person wollen wir ja auch, dass alle, die sich angemeldet haben, von allen Suppen etwas haben." Auch die Reservesuppen waren nach einer Stunde diese Zeit schon fast aufgebraucht. "Das hat unsere Erwartungen übertroffen", so Keller.

So saßen die Gäste in geselligen Runden und probierten sich durch die neun vorbereiteten Suppen, welche von der Frauenkochgruppe der Diakonie in Hausach unter der Leitung von Elke Hundt zubereitet wurden. "Ich bin sehr zufrieden", sagte auch sie. Über die Vorbereitung bis zur Ausführung habe alles sehr gut funktioniert. "Azisa, Rawaah und Nadja haben das super gemacht. Und ihre Kids haben auch fleißig beim Schneiden geholfen", erzählte die Organisatorin der Kochgruppe.

Die Frauen hatten die Gelegenheit genutzt und traditionelle Speisen aus ihrer Heimat zubereitet. Diese Gerichte seien zwar günstig, aber ungemein raffiniert. Seit ihrer Ankunft in Hausach vor drei Jahren sind die Flüchtlingsfrauen auch in der Frauenkochgruppe. "Damit möchten wir mehr Begegnung schaffen", erklärte Hundt.

Doch es solle auch über die bloße Begegnung hinausgehen. Ein Ziel des Suppentags sei es, die Frauen stärker zu integrieren, indem ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt werde. Dadurch, dass sie Menschen aus Hausach besser kennenlernen, ergäbe sich beispielsweise mehr Gelegenheit für Gespräche. Dies diene der Überwindung der Sprachbarriere. "Wir möchten Synergien schaffen. Davon profitieren letztlich alle", schloss sie, bevor sie sich auf den Weg zurück zur Diakonie machte. Dort musste noch aufgeräumt werden.

Die Zufriedenheit über die Zusammenarbeit zwischen der Diakonie und dem Verein Mostmaierhof teilte auch Werner Brucker. Als eines der Gründungsmitglieder des Mostmaier-Vereins sei er sehr stolz darauf, wie gut die Veranstaltungen von der Bevölkerung angenommen werden. "Ich bin schon etwas überrascht, wie gut der Suppentag jetzt ankommt", sagte er. Es sei die erste Suppenküche gewesen, wenn es nach ihm ginge jedoch nicht die Letzte. "So etwas öfter zu veranstalten, ist für alle wohl ein bisschen zu viel. Aber wenn das einmal jährlich stattfindet, da hätte ich nichts dagegen."

Die Verbindung zu den Flüchtlingsfrauen habe grundlegend schon vor drei Jahren bestanden. Damals waren nahe des Mostmaierareals noch Flüchtlingsunterkünfte gewesen. Über Sprachkurse, die vom Verein angeboten wurden, seien früh Kontakte geknüpft worden. Umso zufriedener zeigte Brucker sich darüber, dass die Zusammenarbeit eine weitere Stufe erreicht habe. Am Suppentag schien allen Beteiligten neben dem Stress, welcher eine solche Veranstaltung nun einmal mit sich bringt, vor allem die Freude darüber gemein, dass sich die Vorbereitungen bezahlt gemacht haben. Bereits direkt nach Weihnachten waren diese in Angriff genommen worden.

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