Hausach Mühlenbach will mobiler werden

Die Busverbindung nach Elzach ist einigen Mühlenbachern nach nicht optimal. Foto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

Das Thema Mobilität – gerade durch öffentliche Verkehrsmittel – stand bei einem Treffen im Mühlenbacher Rathaus im Fokus. Insbesondere die Verbindung nach Elzach und Freiburg sei verbesserungswürdig, lautete der Tenor.

Mühlenbach. Rund zehn Bürger waren ins Rathaus gekommen. Bürgermeisterin Helga Wössner betonte eingangs des Treffens, das unter dem Motto "Mühlenbach mobil" stand, dass die Problematik nicht nur Mühlenbach, sondern das gesamte Kinzigtal beträfe.

Statistiken:  Nichtsdestotrotz lohne sich ein Blick in die Statistik von Mühlenbach: So hätten sich die Jahresfahrleistungen seit 1990 verdoppelt. Gab es 1983 noch 779 Kraftfahrzeuge in Mühlenbach, waren es 2000 schon 1278 und 2018 1564.

Koalitionsvertrag: Laut dem Koalitionsvertrag sollen Modellprojekte in der Elektromobilität und Pendelverkehre gefördert werden. Eine klare Aussage sei, dass ein verlässliches Angebot im Stundentakt geboten wird. "Darauf kann man die Politik schon mal festlegen", meinte Wössner. Nahverkehrsplan: Der Nahverkehrsplan 2016 sehe he für die Verbindung Haslach zu Mühlenbach und Hofstetten ein erweitertes Grundangebot vor. Dieses greift bei einer Bevölkerungszahl ab 1500 und bietet Verbindungen in den Haupt- und Normalverkehrszeiten an, da "keine hinreichenden Potenziale bestehen, um den öffentlichen Nahverkehr mit vertakteten Verkehren als Alternative zum Autoverkehr auszubauen" bestehen. Für die Verbindung Mühlenbach zu Heidburg sehe es noch schlechter aus: Dort gibt es im Nahverkehrsplan nur ein Grundangebot zur Versorgung der Bürger, das ab 200 Einwohnern greift. Das Angebot dort orientiert sich an den Rahmenbedingungen. Es gibt hier keine einheitlichen Vorgaben. Die Täler sieht der Verkehrsplan als Flächen an, in denen lediglich ein Bedarfsverkehr angeboten wird, womit zum Beispiel Rufautos gemeint sind.  Verkehrskonzept: Dem Verkehrskonzept Ortenau nach sollen die West-Ost-Verbindungen erhalten bleiben bei Verringerung der Belastung durch die Ortsdurchfahrten.

"Die Frage, die sich beim Nahverkehrsplan aufdrängt, ist, ob wirklich die Bevölkerungszahl ausschlaggebend sein sollte, und nicht besser das Verkehrsaufkommen", stellte Wössner in den Raum. Probleme: Karl Wernet meinte, dass keinesfalls nur die Strecke Mühlenbach-Heidburg für sich betrachtet werden dürfe. Er sei Haslacher und gebürtiger Mühlenbacher, arbeite in Waldkirch und habe über die Jahre beobachtet, wie die Busse immer leerer wurden. Das erweiterte Grundangebot höre außerdem hinter der Heidburg einfach auf, die Abstände zwischen den fahrenden Bussen seien zu groß. Unvorteilhaft sei desweiteren, so Wössner, dass die Busse zwar den halben Tag im Stundentakt führen, die andere Hälfte aber gar nicht. "Das ist gerade für halbtags Arbeitende ein Problem", meinte sie. Bernd Deblitz plädierte dafür, die Verbindungen nach Elzach zu stärken. Dem schlossen sich die restlichen Anwesenden an Taktung: "Die Verbindungen von Haslach nach Elzach sind viel besser", berichtete Klaus Armbruster von seinen eigenen Erfahrungen als Pendler. "Die zwischen Mühlenbach und Elzach ist eigentlich gar keine Option, vielleicht nur für Touristen. Meiner Meinung nach wäre eine halbstündliche Taktung morgens ab halb sechs zwischen Bahnhof Haslach und Elzach optimal, zumindest in der Hauptverkehrszeiten", wie er sagte. Gemeinderätin Evmarie Buick stimmte dem zu, "aber den ganzen Tag über", meinte sie. Ein erweitertes Angebot an Bussen zu den Arbeitsbeginn- und Feierabendszeiten sei wünschenswert, lautete der Tenor.

"Man hat die Menschen schon weit von der Nutzung der öffentliche Verkehrsmittel weggebracht, und da muss man ein attraktives Angebot stellen. Auch wenn es anfangs ein paar Leerfahrten geben wird, werden die Zahlen wieder deutlich zunehmen", betonte Wernet. Das sei aber erst nach etwas einem Jahr der Fall. Wössner stimmte zu. Es sei sinnvoll, zwei Jahre abzuwarten, um zu sehen, ob sich etwas verbessere.

Ein Nahverkehrsplan ist ein Planungsinstrument für den öffentlichen Personenverkehrs in Deutschland. Er soll eine tragfähige und finanziell realistische Grundlage für die Ausgestaltung des Nahverkehrs schaffen und ein abgestimmtes Vorgehen sichern, das den bestehenden oder noch zu entwickelnden verkehrlichen Verflechtungen entspricht. Die Kreise, kreisfreien Städte und Zweckverbände sind in den meisten Bundesländern zur Aufstellung dieser Pläne verpflichtet.

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