Hausach "Mischung der Personen hat Potenzial"

Staatssekretärin Petra Olschowski (untere Reihe, Dritte von links) ließ sich von Vertretern des Mostmaier-Vereins, der GbR und Pächtern zeigen, was viele Hände in den vergangenen Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Mosterei geschaffen haben. Foto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

Beeindruckt hat sich Staatssekretärin Petra Olschowski bei ihrem Besuch des Mostmaierhofs in Hausach gezeigt. Das Projekt sei ein tolles Beispiel dafür, wie Gemeinschaft geschaffen und gesellschaftliche Spaltungen überbrückt werden können.

 

Hausach. Andreas Braun als Sprecher der Mostmaier-GbR ließ die Geschichte des Projekts Mostmaierhof von der Gründung der Interessengemeinschaft zum Erhalt des Areals bis heute Revue passieren (siehe Info). "Das Projekt hat eine erfreuliche Dynamik entwickelt", sagte er und betonte: "Die Mischung macht den Mostmaierhof attraktiv." Neben Kunstschmieden und Künstlern aller Facetten habe auch die Lebenshilfe im Kinzig- und Elztal mit einer Wohngemeinschaft auf dem Hof ein Zuhause gefunden.

Die Staatssekretärin des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Kultur, Petra Olschowski, zeigte sich beeindruckt von dem, was die vielen engagierten Hände in den vergangenen Jahren geschaffen haben und drückte ihren Respekt aus.

Im Gegensatz zum Beispiel zu Bayern gebe es in Baden-Württemberg mehrere kulturelle Zentren, die aber alle gefährdet seien. "Wir müssen uns überlegen, wie wir Kunst und Kultur im ländlichen Raum vorantreiben können", sagte sie.

"Die Künstler sind offener geworden"

"Ich sehe in der Mischung der Personen wie es sie hier gibt ein Potenzial", meinte Olschowski. Künstler seien offener geworden und würden oft eine Verbindung mit der Gastronomie oder dem Sport eingehen. "Auch dieses Areal würde als klassisches, hermetisch abgeschlossenes Kulturzentrum nicht funktionieren", so Olschowski. Eine "Masterlösung", die man übertragen kann, um Kultur im ländlichen Raum zu fördern, gebe es nicht, ein "best practice" aber schon. In diesem Zusammenhang sei ein Austausch über Erfahrungswerte wichtig.

Auch den Künstlern selbst böte dieser Ort die Möglichkeit, in einer Phase des "Vor-sich-Hinschaffens" bereits in einen Dialog zu treten.

Olschowski lobte das Engagement der Ehrenamtlichen und hob dessen gesellschaftliche Bedeutung hervor: "Ich glaube, dass solche Konstruktionen die große Chance bietet, Gemeinschaft zu schaffen und Spaltungen zu überbrücken. Das sind kleine Inseln, aber die sind wahnsinnig wichtig."

Neben Olschowski, der Landtagsabgeordneten Sandra Boser, Bürgermeister Wolfgang Hermann, Vertretern der Mostmaier-Vereins sowie Mietern war auch Andreas Fath zum Besuch der Staatssekretärin gekommen.

Andreas Fath berichtet von seiner Idee

Der Chemie-Professor von der Hochschule Furtwangen, der mit spektakulären Schwimmaktionen auf den Gewässerschutz aufmerksam macht, sprach die Idee an, auf dem Hof ein "Haus des Wassers" zu errichten. In diesem sollen sich Schulklassen, Studenten, Erwachsene und alle Interessierten zum Thema Wasserqualität und Gewässerschutz informieren können.

Schließlich ließ sich die Staatssekretärin den Mostmaierhof und seine einzelnen Räume zeigen. Auch den Ateliers stattete sie einen Besuch ab. Dabei bezeichnete Bürgermeister Wolfgang Hermann den Mostmaierhof als "absoluten Glücksfall". "Er hat die Chance zum Kulturzentrum zu werden und bietet viele Erweiterungsmöglichkeiten", so Hermann.

 Vor 2010: Werner Hafner entwickelt Ideen zum Erhalt des Mostmaierhofs, die den Abrissplänen entgegen stehen. Eine davon ist die Gründung einer Genossenschaft. Hintergrund ist ein Gutachten, das die Möglichkeiten des Hofs als Kulturzentrum auslotet.

  Mai 2014: Ein Anschreiben an Sympathisanten des Mostmaierhofs weist auf die Möglichkeiten einer kulturellen Nutzung des Areals hin.

 Februar 2015: Die Interessengemeinschaft Mostmaierhof entsteht.

 Februar 2016: Die GbR Mostmaierhof mit den drei Teilhabern Antonia Kienzler, Erich Armbruster und Andreas Braun wird gebildet.

 Februar 2017: Der Verein Mostmaierhof gründet sich. Er soll die Interessen der GbR und der Pächter verknüpfen sowie Ideen zur Nutzung des Areals entwickeln.

 September 2017: Die GbR kauft der Stadt ihre Anteile am Mostmaierhof ab.

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