Hausach "Mikrofone sind leider nicht machbar"

Das Team der Burgfestspiele sei mittlerweile gut aufeinander eingespielt und harmoniere wunderbar, so Clever. Immer wieder versuche er auch, Personen und Institutionen wie hier die Trachten- und Volkstanzgruppe in das Stück miteinzubeziehen. Archivfoto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

Drei Wochen lang haben sie alles gegeben und die Zuschauer mit dem "Kalten Herz" erfreut. Am Wochenende hatten die Burgfestspiele ihre vorerst letzte Aufführung. Intendant Jürgen Clever ist mit der Resonanz und seinem Ensemble mehr als zufrieden.

Hausach. Die Umfrage, bei der seit drei Jahren die Zuschauer das jeweilige Stück bewerten, werde derzeit noch ausgewertet, berichtet Intendant Clever auf Anfrage des Schwabo. Dennoch kann er schon sagen, dass "Das kalte Herz" auf positive Resonanz stieß. Immerhin sei auch jede Vorstellung ausverkauft gewesen, "nur bei der Premiere hatten wir noch ein paar Restplätze".

Schade sei gewesen, dass die Aufführung am 28. Juli wegen Regens hatte ausfallen müssen. Zwar könnten sich Zuschauer über eine Telefonauskunft telefonisch erkundigen, ob eine Vorstellung in Anbetracht der Wetterlage stattfindet, aber dennoch seien einige Interessierte zur Burg hochgelaufen. "Wir haben die Anwesenden dann abstimmen lassen, ob wir das Risiko eingehen oder die Aufführung absagen", so der Intendant.

Auch für Schauspieler sei es toll gewesen, jedes Mal vor so vielen Leuten zu spielen. Die Truppe sei mittlerweile ein eingespieltes Team und abgesehen von ein paar Patzern, die den meisten Zuschauern wahrscheinlich gar nicht aufgefallen seien, habe alles reibungslos geklappt. Allein beim Catering, das das Ensemble dieses Jahr das erste Mal in Eigenregie übernahm, hätten bei der ersten Vorstellung ein paar Schwierigkeiten behoben werden müssen. "Wir hatten beispielsweise etwas Sorge, dass die Kühlschränke bei der Hitze ihren Dienst versagen", erklärt Clever. "Aber wir haben dann mit Eis und Kühlelementen vorgesorgt".

Sichere Frequenz würde Tausende kosten

Während die erste Umfrage den Veranstaltern der Burgfestspiele noch einige Anregungen gab – wie beispielsweise versetzte Stuhlreihen und Sitzkissen, die bereits im folgenden Jahr umgesetzt wurden – sei dieses Mal nichts dabei gewesen, das praktikabel ist. "Natürlich wären Mikrofone fantastisch, aber leider ist das finanziell und technisch nicht machbar. Wir müssten unter anderem eine sichere Frequenz kaufen und das kostet Tausende. Wir bemühen uns aber immer, ganz laut und deutlich zu sprechen", führt Clever aus. Diskutabel und Geschmackssache seien Dinge wie der Sinn von Toneinblendungen oder das Weglassen bestimmter Szenen. "Wir hätten gerne eine Hochzeit dargestellt, aber das ließ sich auf der Burg einfach nicht darstellen", erklärt der Intendant.

Nachvollziehen könne er den Wunsch, die ganze Burg ins Stück miteinzubeziehen und er verspricht: "Das nächste Mal wird das wieder der Fall sein." Zwar hätten sie die Szene mit dem Herausschneiden des Herzens auch in den Batterieturm verlegen können, "aber dann wären die kleinen, schönen Details nicht zu erkennen gewesen."

Neue Interessenten hätten sich nach den Burgfestspielen dieses Mal nicht gemeldet, was aber nicht tragisch sei. "Wir haben so viele neue Kinder dabei, eigentlich haben wir keine Nachwuchssorgen. Was uns, wie allen Laienensembles, aber fehlt, sind männliche Schauspieler", bedauert Clever. Das sei aber nicht all zu tragisch. Zur Not würden die Rollen eben umgeschrieben. So hatte es beim "Kalten Herz" ja auch kein Glasmännlein, sondern ein Glasmädchen gegeben.

Einen Neuzugang hinter der Bühne gibt es aber: Clever freut sich, dass für die Maske jemand gefunden worden sei, der im kommenden Jahr fest im Team dabei sei.

Übrigens: Jade Eble, die als das Glasmädchen während der Premiere mit einem schlimmen Husten zu kämpfen hatte, geht es wieder gut. "Sie war aber auch gar nicht erkältet, krank oder hatte Fieber, sondern hatte sich irgendwo einen heftigen Reizhusten eingefangen", berichtet Clever.

Wer Interesse hat, bei den Burgfestspielen mitzuwirken, sei es auf oder hinter Bühne, kann sich bei Intendant Jürgen "Mäx" Clever unter Telefon 0176/23 60 77 28 oder 07831/372 01 97 melden.

  • Bewertung
    1