Ring macht Herkunft nachvollziehbar Hausacher Jungstorch wird gerettet

Rudi Allgaier hat sich um den schwachen Hausacher Jungstorch gekümmert. Foto: Krafczyk

Hausach - Aufmerksame Mitbürger haben in Hausach einen hilflosen Jungstorch in der Nähe der Dorfkirche entdeckt. Dank ihnen konnte Rudi Allgaier das Tier retten und in die ReuterPflegestation bringen.

Noch zu später Abendstunde läutete es bei Rudi Allgaier von den Haslacher Storchenfreunden. Er war von den beiden Hausacherinnen Frau Wolber und Frau Herrmann um Hilfe gebeten worden. Sie hatten das schwache Storchenkind in Hausach entdeckt.

Allgaier machte sich sofort auf den Weg nach Hausach und kümmerte sich um den Jungstorch, der allem Anschein nach nicht mehr mit eigener Kraft zurück in sein sicheres Nest auf der Hausacher Dorfkirche zurückkehren konnte.

Zunächst untersuchte der Storchenfreund das Tier nach möglichen Verletzungen, konnte aber nichts feststellen und nahm Kontakt mit Storchenexperte Gerard Mercier aus Willstätt auf. Dieser empfahl Allgaier, den Jungstorchen in einen Karton zu packen und am nächsten Tag in die Aufzucht- und Pflegestation von Martin Kury in Reute zu bringen. Dorthin waren in den vergangenen Jahren auch schon mehrere Haslacher Jungstörche gebracht worden.

Vogel wird mit Ring wieder in die Freiheit entlassen

Die Rettung des Jungstörchen verlief am Abend ohne Probleme, die erste Nacht durfte der Storch dann in Haslach verbringen. Am frühen Mittwochmorgen machte sich Allgaier dann zusammen mit Alois Krafczyk auf den Weg, um den Jungstorchen nach Reute zu fahren, wo bereits der ehrenamtlicher Mitarbeiter Kurys wartete.

Sein neues Domizil teilt sich der Hausacher Storch nun für einige Wochen mit einem weiteren Artgenossen. Beide werden von den Mitarbeitern fachkundig beobachtet und versorgt.

Da der Hausacher Vogel keine Verletzungen zu haben scheint, darf er voraussichtlich Mitte August wieder in die Freiheit entlassen werden.

In Reute hat der Storch auch noch einen Ring bekommen. Er trägt nun die Nummer AAR26 und dürfte der einzige Hausacher Jungstorch sein, der mit einem Ring der Vogelwarte Radolfzell versehen ist.

Allgaier wies in diesem Zusammenhang nochmals auf die Bedeutung der Beringung hin, denn damit lässt sich beim Ablesen die genaue Herkunft ermitteln. Rudi Allgaier ist es auch, der den Stammbaum der Haslacher Störche führt, seitdem diese dort 2014 nach 40 Jahren erstmals wieder ein Nest gebaut hatten.

Daten der Störche seit 2014 wieder vorhanden

Seitdem hat er alle notwendigen Daten, auch Dank der Meldungen aus Spanien und Frankreich, aufgeschrieben, sodass die Herkunft jederzeit nachschlagbar ist. Allgaier hat nun die bekannten Hausacher Daten in seine Einträge aufgenommen und steht in ständigem Kontakt mit der Vogelwarte in Radolfzell. Der Einsatz der ehrenamtlichen Helfer war ein Beweis dafür, dass Kinzigtäler Storchenfreunde eng zusammenarbeiten, wenn es um das Wohl von Freund Adebar geht.

Seit 1999 betreibt der Verein Weißstorch Breisgau in Unterreute eine Pflegestation, die Martin Kury leitet. Versorgt werden dort Jungstörche, deren Eltern verunglückt sind, ebenso wie verletzte Störche. Im August werden die Tiere dann freigelassen, dass sie mit den anderen Störchen auf die Reise nach Süden fliegen können.

  • Bewertung
    1