Hausach Hausacher Firma landet Bahn-Coup

 Foto: Schwarzwälder Bote

Das Hausacher Unternehmen Kienzler Stadtmobiliar hat einen Coup gelandet. Im Rahmen des Projekts "Bike and Ride" der Deutschen Bahn wird es in den kommenden vier Jahren seine Fahrrad-Sammelschließanlagen an teilnehmende Kommunen liefern.

Hausach. Die Deutsche Bahn (DB) will bis Ende 2022 mit Förderung des Bundesumweltministeriums (BMU) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative bundesweit 100 000 neue Fahrradstellplätze an Bahnhöfen entstehen lassen.

Das ist das Projekt: "Ziel ist es, den Umstieg vom Auto auf Bike and Ride zu fördern, Kommunen und ihre Bahnhöfe für Fahrradfahrende attraktiver zu gestalten und für ein ausreichendes und geordnetes Fahrradpark-Angebot zu sorgen", wirbt die Bahn auf ihrer Homepage für das Projekt. Kommunen, die teilnehmen wollen (siehe Info), können als Abstellplatzvarianten neben Reihenbügel- und Doppelstockanlagen auch Sammelschließanlagen bauen lassen. Hausacher Unternehmen erhält Zuschlag: Für deren Lieferung und Errichtung hat bei einer europaweiten Ausschreibung Kienzler Stadtmobiliar aus Hausach den Zuschlag erhalten. "Das beinhaltet zum einen die Fahrradboxen, -Sammelgaragen, -überdachungen und Schließfachanlagen und die Software zur Internetbuchung eines Stellplatzes und der elektronische Zugang", führt Iris Lehmann vom Marketing des Unternehmens aus. Vier Jahre lang liefert und errichtet das Hausacher Unternehmen seine Anlagen "exklusiv und bundesweit", wie Kienzler-Geschäftsführer Sebastian Hildbrand sagt. Er macht deutlich: "Wir freuen uns sehr, dass unsere Anlagen mit Zugangsautomatik zum Zuge kommt." Beitrag zur Mobilitätswende: Das Unternehmen will laut Hildbrand seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und sieht sich als Mitstreiter der Mobilitätswende. "Die Corona-Pandemie hat den grünen Gedanken nicht aufgehalten, im Gegenteil. Es muss langfristig nicht bequemer sein, ins Auto zu steigen", meint er.

So viel Förderung können Kommunen erhalten: Laut Hildbrand bekommen die Gemeinden für die Teilnahme am Bahn-Projekt eine starke Förderung. "Im Regelfall zwischen 60 bis 80 Prozent", sagt er, unter anderem abhängig davon wie finanzstark oder -schwach eine Kommune ist oder wie groß der Bahnhof ist. Das Geld kommen aus mehreren Fördertöpfen, zum größten Teil aber über den Projektträger Jülich.

So sehen Kienzlers Sammelschließanlagen aus: Die Sammelschließanlagen von Kienzler sind laut Betriebsleiter Mathias Klausmann doppelstöckig, haben eine Schiebetür, sechs Stützen aus Quadratrohr, zwei LED-Leuchten zur Ausleuchtung und eine von der Kommune frei wählbare Fassade, zum Beispiel Seitenwände mit Lochblech oder Holzfüllung. Bei der Buchung der Anlage erhält der Kunde einen Code, den er am Terminal eingibt, woraufhin sich die Tür öffne. So viel kosten die Anlagen: Die Kosten für die Anlagen betragen laut Klausmann zwischen 30­ 000 und 40 000 Euro. Dazu käme noch das Fundament, das die Gmeinden selbst legen oder legen lassen müssen, und der Stromanschluss. "Alle Kosten sind aber förderbar", betont Klausmann. Die Kommunen könnten die Mietpreise und -dauer selbst festlegen, bezahlt werde per Paypal, Kreditkarte oder Sepa-Lastschriftverfahren. Für die Online-Buchung sei auch eine App geplant. Desweiteren gebe es die Möglichkeit, auf der Fahrradschließanlage eine Fotovoltaik-Anlage zu errichten.

Das Unternehmen sieht sich gewappnet: "Wir hoffen jetzt auf viel Zulauf seitens der Gemeinden", sagt Geschäftsführer Hildbrand. 80 bis 100 Kommunen hätten bereits Interesse gezeigt. Aktuell habe Kienzler rund 75 Mitarbeiter, wovon 65 in Hausach tätig sind. Der Geschäftsführer sieht sich damit der auf sie zukommenden Aufgabe gewachsen. "Wir wissen natürlich nicht genau, was auf uns zukommt, weil wir noch nicht sagen können, wie viele Bestellungen bei uns eingehen werden", führt Sebastian Hildbrand aus. "Aber wir können vieles auch über externe Partner abwickeln."

Informationsunterlagen für die Kommunen sind im Internet unter www.kienzler.com oder https://www1.deutschebahn.com/bikeandride zu finden. "Der große Vorteil der DB-Rahmenausschreibung ist, dass die Kommunen aus dem Rahmenvertrag bestellen können und nicht selbst eine Ausschreibung machen müssen. Insbesondere jene für die Buchungssoftware sind sehr komplex und Fremdland für Kommunen", meint Iris Lehmann vom Kienzler-Marketing.

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