Hausach Fasent: Vom Rollstuhltaxi zum Triathlon

Hausach - Da hatten sie noch einmal Glück gehabt: Nachdem es am Morgen noch kräftig geregnet und gestürmt hatte, musste die Elfemessler ab 11.11 Uhr nur noch ihre Hüte fest halten, als sie in Tippelschritten durch die Innenstadt zogen.

Die Uhr an der Stadtkirche schlug zwar 11.15 Uhr, aber Thomas "Stötzi" Stötzel beharrte darauf, dass es erst 11.11 Uhr war, denn bekanntermaßen startet die Elfemess pünktlich um diese Uhrzeit beim "Schwabenhans". Für Stötzel war es das zweite Mal, dass er den Zug der als Handwerker verkleideten Narren durch Hausach anführte.

Und er hatte natürlich eine schön gereimte Eröffnungsrede vorbereitet, doch bevor er loslegen konnte, hielt ihm einen der Elfemessler penetrant ein Schild vor die Nase. "Stötzi, ich will Wurst!", las der Elfemess-Anführer verdattert vor. Anscheinend hatte Stötzels Idee vom vergangenen Jahr bei einigen Narren ein kleines Trauma hinterlassen, denn der Schildhalter ließ nicht von Stötzel ab, bis der mit einem Blick auf die Narrenpolizei und mit "Kann den mal jemand einsammeln?" für Ordnung sorgte.

Anschließend lobte Stötzel die Anwesenden, dass sie trotz der bescheidenen Wetteraussichten so zahlreich erschienen waren. 11.11 Uhr sei ja auch in etwa die Zeit, in der der Bürgermeister im Rathaus erscheine.

Narren wollen beim Bauen helfen

Der habe ja am Donnerstag bei der Stürmung des Rathauses keine Hilfe bei den Hausacher Bauprojekten haben wollen. "Aber wenn ich hier die vielen Bauzäune und Schutthaufen sehe, bleibt uns Narren keine andere Wahl als zu helfen", meinte Stötzel.

Nichtsdestotrotz sei Sicherheit das oberste gebot und so stattete er Bürgermeister Wolfgang Hermann mit Helm und Sicherheitsweste aus. Zwar musste die Kopfbedeckung erst noch größenmäßig angepasst werden – "so viel Hirn braucht Platz", meinte Hermann – aber dann konnte es endlich losgehen.

Mit der Hand auf der Schulter des Vordermanns und unter den Klängen der Elfemesskapelle zuckelte die lange Schlange erst einmal in Richtung Konstantinplatz, wo eine kleine Schunkelrunde eingelegt wurde. Zwar schlug Stötzel dort den Weg über die Burg und den Farrenkopf und dann wieder zurück nach Hausach vor, aber damit konnten sich die Elfemessler nicht anfreunden. Stattdessen zogen sich vom Konstantinplatz ins Gasthaus Ratskeller, wo das erste Vesper eingelegt wurde. Aus ihren Rucksäcken zogen die "Handwerker" Wurst und Brot, das sie auch mal miteinander tauschten, bevor es weiter ging.

Über die Kinzigbrücke, wo ebenfalls eine kurze Schunkelrunde eingelegt wurde, zuckelten alle zum "Schwarzwälder Hof", wo wieder ausgiebig gevespert wurde. Bei der anschließenden Tour zurück in die Innenstadt schien jemand fußmüde geworden zu sein: Ein Rollstuhltaxi wartete am Straßenrand. Die Elfemessler stiegen ein – um gleich wieder auf der anderen Seite auszusteigen.

Nachdem auf dem Schulcampus ein Gruppenfoto gemacht worden war, war der nächste Halt bei der Überraschungsstation: das Haus von Billy Sum-Herrmann und ihrem Mann Norbert. Während das Zunftarchiv-Team mit Getränken und Kuchen bewirtete, übergab Stötzel hier das Kommando an Sum-Herrmann. Die forderte zu einem Triathlon auf – "Einmal das Bächle rauf und wieder runter". Die Auserwählten legten sich sowohl zu Fuß, mit Schwimmreifen als auch mit Bobbycars ins Zeug. Zwar gab es einen Verletzten zu beklagen, aber das tat der guten Laune keinen Abbruch. Köpfchen war dann beim folgenden Handwerker-Quiz gefordert.

Nach der Station bei Sum-Herrmann machte die Elfemess noch Halt beim "Löwen", bevor sie im Narrenkeller ihren Abschluss fand.

Die Hausacher Elfemess beginnt traditionell um 11.11 Uhr am Fasentsmendig am Gasthaus Schwabenhans. Von dort zuckeln die als Handwerker verkleideten Narren unter den Klängen der Narrenkapelle in einer langen Schlange – die Hand auf der Schulter oder den Rucksack des Vordermanns gelegt – durch Hausach und machen in verschiedenen Gaststätten Halt. In jeder Wirtschaft wird das Vesper aus dem Rucksack mit anderen Teilnehmern geteilt.