Wohnraum ist ein knappes Gut Die Zufahrt bleibt der Knackpunkt

Oberhalb des Bühlhofs sollen 35 Bauplätze auf einer Fläche von drei Hektar entstehen. Foto: Archivfoto: Reinhard

Hausach - Wohnraum ist in Hausach ein knappes Gut. Rund 70 Anfragen für Baugrund liegen der Stadt vor. Aus diesem Grund plant die Stadt das Neubaugebiet Kreuzberg II. Mit dem Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplans beschäftigte sich der Rat am Montagabend.

35 Bauplätze sollen auf dem Gebiet oberhalb des Bühlhofs entstehen und auf einer Fläche von drei Hektar Platz für etwa 130 Einwohner bieten. Der Wohnraum wird dringend benötigt, wie während der Ratssitzung deutlich wurde: Rund 70 Anfragen nach einem Bauplatz liegen der Verwaltung vor, wie Bürgermeister Wolfgang Hermann berichtete. "Erfahrungsgemäß steigt diese Zahl noch einmal, wenn konkret Plätze zu vergeben sind", sagte er.

Knackpunkt bleibe bei der Erschließung die Zufahrt, über die schon in der Sitzung im Februar ausführlich diskutiert wurde. Denn die Stadt möchte zwar möglichst viele Wohnungen auf geringstem Flächenverbrauch unterbringen. Aber natürlich bedeutet jeder neue Anwohner für die e bereits im angrenzenden Gebiet wohnhaften Hausacher ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Das steht auch in enger Verbindung mit der Erschließung des geplanten Neubaugebiets.

"Wir prüfen die Möglichkeiten einer Zufahrt momentan intensiv", berichtete e Thomas Kernler vom Ingenieurbüro Zink. In Bezug auf den Bebauungsplan müssten Schutzgebiete sowie die Vorgaben des Regionalplans und des Flächennutzungsplans beachtet werden. In letzterem sei die betroffene Fläche noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Also müsse der Flächennutzungsplan noch geändert werden.

35 Einzelhäuser mit circa 130 Einwohnern

Mit 35 Einzelhäusern und 130 Einwohnern bleibe Hausach unter den Vorgaben des regionalplans, die 80 Einwohner pro Hektar vorsehen. "Wir kommen mit dieser Planung auf 49 bis 50 Personen pro Hektar", so Kernler. Selbst bei einer Variante mit 27 Einzel- und acht Doppelhäusern ergäben sich mit 140 Einwohnern nur 53 Menschen pro Hektar.

Kernler betonte, dass die Inhalte des Bebauungsplans aber noch nicht zur Diskussion stünden, sondern es um den Aufstellungsbeschluss ginge. Im weiteren Verfahren werde die Öffentlichkeit noch zwei Mal die Möglichkeit haben, sich zum Plan zu äußern.

Brigitte Salzmann (SPD) führte aus, dass Bauland überall knapp sei und man dementsprechend sparsam damit umgehen solle. Kreuzberg II sei wahrscheinlich das letzte Baugebiet, das Hausach erschließe, mahnte sie. "70 Leute wollen Bauland, nur 35 bekommen es. ich bin mit Einzelhäusern nicht einverstanden", sagte sie. Das Argument mit dem Verkehrsaufkommen könne sie nicht nachvollziehen. Ihre Fraktionskollegin Elisabeth Zürn fragte, wie und wann die Zufahrt nun geplant werde. "Das wird parallel zum Bebauungsplan geklärt", antwortete Kernler.

Bebauungsplan soll aufgestellt werden

Frank Breig (CDU) erinnerte daran, dass der Aufstellungsplan nur eine Absicht umfasse, dass etwas entstehen soll. "Ich will den Eindruck vermeiden, dass jetzt schon alles festgelegt wird", sagte Breig. "Dem ist nichts hinzuzufügen", meinte Bürgermeister Hermann. Er fügte hinzu: "Wir wollen Innenverdichtung betreiben, aber im verträglichem Rahmen mit der bestehenden Bebauung." Die Zufahrt bereite ihm Bauchmerzen. "Ob sie über den Bühlhof funktioniert und ob sie verträglich ist, müssen wir überprüfen. Beschlossen ist heute noch nichts."

Schlussendlich beschloss der Rat einstimmig, für das Gebiet Kreuzberg einen Bebauungsplan aufzustellen.

Bereits 2016 hatte die Hausacher Verwaltung ein Ingenieurbüro damit beauftragt, verschiedene noch nicht erschlossene, mögliche Bauflächen in Hausach zu finden. Nach Abwägung aller Potenziale und Kriterien favorisierte der Rat den Kreuzberg.

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