Hausach Die neuen Stadtschreiber stehen fest

Nachdem feststeht, dass der Leselenz stattfindet, gibt Kurator José F. A. Oliver nun auch die Stadtschreiber bekannt: Martin Piekar, Tobias Steinfeld und Marius Hulpe werden jeweils drei Monate in Hausach leben und arbeiten.

Hausach (red/cr). Die Hausacher Stadtschreiber für das Jahr 2020/21 sind gewählt. Eine dreiköpfige Jury stimmte bei mehr als 50 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für Martin Piekar aus Frankfurt am Main in der Sparte Prosa/Lyrik. Das Amanda-Neumayer-Stipendium erhält Tobias Steinfeld aus Düsseldorf in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch. Die Poetik-Dozentur des Hausacher Leselenzes und der PH Karlsruhe an der dortigen Pädagogischen Hochschule wurde Anja Tuckermann, Leselenz-Preisträgerin des vergangenen Jahres, zugesprochen.

Marius Hulpe: Mit dem Gisela-Scherer-Stipendium wird Marius Hulpe ausgezeichnet. Hulpe, geboren 1982 in Soest, studierte Literarisches Schreiben, Kultur- und Theaterwissenschaften. 2008 erschien sein erster Gedichtband "Wiederbelebung der Lämmer". Es folgten die Bände "Einmal werden wir" und "Süße elektrische Nacht" sowie der erzählende Essay "Der Polen-Komplex". Hulpe lebt in Berlin. Ere wird von Mitte Februar bis Mitte Mai 2021 in Hausach sein. Hulpes jüngstes Werk "Wilde grüne Stadt" ist laut der Jury "Ein großer Roman; wort- und bildmächtig, nie aber aufdringlich; subtil und poetisch, nie aber belanglos."

Martin Piekar: Martin Piekar tritt sein Stipendium im Sommer 2020 an. Er wurde 1990 geboren und lebt in Frankfurt am Main. Er hat dort Philosophie und Geschichte an der Goethe-Universität studiert. 2012 war er beim 20. Open Mike. 2014 wurde er World Lyrikwrestling Champion, 2016 hr2-Literaturpreisträger. 2018 folgten der Jurypreis des Irseer Pegasus und der Alfred-Gruber-Preis in Meran. "Ich bin für Gedichte, die mich kritisch betrachten", sagt Piekar. "Diese klar formulierte und einladende Selbstgewähr kristallisiert vielleicht eine der Voraussetzungen, um all das, was uns Welt bedeutet, nicht minder kritisch zu betrachten.", schreibt die Jury in ihrer Begründung.

Tobias Steinfeld: Tobias Steinfeld wird als Amanda-Neumayer-Stipendiat im Oktober dieses Jahres nach Hausach kommen. Er wurde 1983 in Osnabrück geboren, wo er einen handfesten Beruf lernte. Später studierte er Kommunikationswissenschaften und Germanistik und jobbte als Inklusionshelfer an einer Förderschule. Sein Debütroman "Scheiße bauen: sehr gut" wurde mit dem Mannheimer Feuergriffel-Stipendium ausgezeichnet. Steinfeld lebt in Düsseldorf. "Mit außergewöhnlichen Plots, schrägen Details und glaubwürdigen Figuren gelingt es Tobias Steinfeld mit Bravour und ohne auf die Moralpauke zu hauen, von Liebe und Tod, von schwierigen Lebensphasen, von Förderschülern und Schäfern zu erzählen und das alles so charmant und gewitzt, dass man die Bücher nicht mehr aus der Hand legen mag", begründet die Jury ihre Wahl für Steinfeld.

Anja Tuckermann: Anja Tuckermann erhält die Poetik-Dozentur im Rahmen von "kinderleicht & lesejung" des Hausacher Leselenzes und der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe an der PH Karlsruhe. Tuckermann wird im November 2020 und Januar 2021 nach Karlsruhe reisen. Mit jedem ihrer Texte mute sie dem Lesepublikum etwas zu und präsentiere keine in Watte gehüllte Erbaulichkeitsliteratur, sondern Bücher, die so zeitbezogen und gleichzeitig zeitlos sind, dass sie lange nachhallen, schreibt die Jury. Tuckermann wurde 1961 in Selb in Bayern geboren. Aufgewachsen ist sie in Berlin-Kreuzberg. Im vergangenen Jahr erhielt die Schriftstellerin den Leselenz-Preis der Thumm-Stiftung für Junge Literatur.

Anlässlich der 750-Jahr-Feier Hausachs hatten der Hausacher Leselenz und die Stadt Hausach in Kooperation mit der Neumayer-Stiftung 2009 erstmals zwei Arbeits- und Aufenthaltsstipendien im Molerhiisle in Hausach ausgeschrieben. Diese galten damals zum einen in der Sparte Prosa oder Lyrik, zum anderen für den Bereich Literatur für Kinder und Jugendliche (das heutige Amanda-Neumayer-Stipendium). 2012 war das Gisela-Scherer-Stipendium hinzugekommen. Die Begrüßungsfeier für die Hausacher Stadtschreiber und der Poetik-Dozentin findet am Donnerstag, 17. September, in Hausach statt.

Anlässlich der 750-Jahr-Feier Hausachs hatten der Hausacher Leselenz und die Stadt Hausach in Kooperation mit der Neumayer-Stiftung 2009 erstmals zwei Arbeits- und Aufenthaltsstipendien im Molerhiisle in Hausach ausgeschrieben. Diese galten damals zum einen in der Sparte Prosa oder Lyrik, zum anderen für den Bereich Literatur für Kinder und Jugendliche (das heutige Amanda-Neumayer-Stipendium). 2012 war das Gisela-Scherer-Stipendium hinzugekommen. Die Begrüßungsfeier für die Hausacher Stadtschreiber und der Poetik-Dozentin findet am Donnerstag, 17. September, in Hausach statt.

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