Hausach 1000 Stunden für Heimatgeschichte

Cara und Julius Uhl spielten anspruchsvolle Flötenstücke, Stadtarchivar Michael Hensle, Burgfrau Christa Kienzle, Bürgermeister Wolfgang Hermann, Burgwache Arno Heinz und Vorsitzender Udo Prange nahmen fürs Foto in der historischen Küche des Heimatmuseums Platz. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Das 30-jährige Bestehen des Hausacher Museumskreises ist am Wochenende mit einer kleinen Feierstunde, vielen Informationen und interessanten Gesprächen gefeiert worden. Die musikalische Umrahmung des Freitagabends oblag den Geschwistern Cara und Julius Uhl.

Hausach. Mit dem Goethe-Zitat "Eine Chronik schreibt nur der, dem die Gegenwart wichtig ist", eröffnete Bürgermeister Wolfgang Hermann die Feier. Mit dem Hausacher Museum sei zwar keine Chronik geschrieben worden, dennoch sei die Gegenwart wichtig. "Vieles von dem, was war, wirkt bis in die Gegenwart und hat nichts an Bedeutung verloren", sagte er. Das Leitbild des Museums wäre es, Geschichte sichtbar zu machen. Man wolle wissen, wie die Vorfahren gelebt hätten, was sie bewegt habe – und dabei gehe es nicht um die Verklärung der Vergangenheit. "Wir sehen, was auf der einen Seite verloren ging, welche Verbesserungen es aber auch gegeben hat." Das Museum sei stets behutsam weiter entwickelt und erweitert worden, der Bau eines Aufzugs außen am Herrenhaus soll in zeitlich greifbarer Nähe umgesetzt worden.

Stadtarchivar Michael Hensle oblag der Blick in die Geschichte des Museums. "Die Ursprünge des Heimatmuseums liegen in der städtegeschichtlichen Sammlung des ehemaligen Stadtschreibers Wilhelm Kienzle", informierte Hensle und zeigte verschiedene Schriftstücke und Zeitungs-Ausschnitte. Danach wurde bereits 1971 die Sammlung im ehemaligen Einbacher Rathaus untergebracht und ab Juni 1985 dort in Verbindung mit einer heimatgeschichtlichen Sammlung dauerhaft ausgestellt. "Das war der eigentliche Geburtstag des Museums", betonte Hensle. Mit der Gründung des Museumskreises im November 1989 wurde die Einrichtung eines Heimatmuseums im damals frisch renovierten Herrenhaus greifbar. Es sollte eine städtische Einrichtung geschaffen werden, die nach modernen Gesichtspunkten die Geschichte der Heimat zum Leben erweckt. "Die Konzeption von Museumspädagogin Steffi Karius-Berg mit Bergbau, bäuerlichem Leben, Gewerbe und Industrialisierung hat heute noch im Groben seine Gültigkeit", erklärte Hensle. Die erste Ausstellung 1990 habe dann 3700 Besucher ins neue Museum gelockt. "Jetzt stellt sich die Frage, wie es weiter geht", endete der Stadtarchivar seine Ausführungen.

Als Vorsitzender des Museumskreises nutzte Udo Prange den Abend, um ein großes "Dankeschön" in Richtung der Bevölkerung zu richten, die mit ihren Geschenken oder Leihgaben das Museum bereichern würde. Auch den Männern der ersten Stunde (siehe Info) und dem aktuellen Museumsteam gelte sein Dank. "Wir haben das Konzept geändert und mit freundschaftlichen Miteinander das Museum vorangebracht." Allein im laufenden Jahr seien an den Mittwochnachmittagen 500 Stunden geleistet worden, außerdem wäre das Museum an 25 Sonntagen geöffnet gewesen, was weitere 75 Stunden bedeutete. "Und dabei ist noch nicht eingerechnet, was an Vorbereitungszeit und durch Bernd Schmid für die Online-Chronik an Arbeit notwendig ist", betonte Prange. Im Gesamten wären etwa 1000 ehrenamtliche und unentgeltliche erbracht worden.

Mit einer Dia-Show zum Thema "Das Herrenhaus im Wandel – wie das Museum mit Leben erfüllt wurde", einem Rückblick der monatlichen Schwerpunktprogramme der letzten beiden Jahre und einem gemütlichen Beisammensein klang der Abend aus.

Als Vorsitzender des Museumskreises bedankte sich Udo Prange bei den Männern der ersten Stunde. Helmut Spinner, Wilhelm Kienzle, Wilhelm Heim, Alfons Streit, Klaus Schmid, Fritz Mayer, Manfred Kienzle und Kurt Klein waren damals die treibenden Kräfte. Dem heutigen Museumsteam mit Gerhard Oberle, Hubert Maier-Knapp, Hans-Martin Klumpp, Bernd Schmid und Werner Matt galt ein ebenso herzliches "Dankeschön". Das Team ist mittwochs regelmäßig im Museum anzutreffen, um die Historie Hausachs aufzuarbeiten. Ein weiterer Dank ging in Richtung der Helfer, die den Sonntagsdienst abdecken. 

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