Haslach i. K. Wer singt, bekommt ein Geschenk

Bollenbach ist fastnachtlich geschmückt. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Die Fasent hat es in diesem Jahr schwer, die Narren sind in ihrer Kreativität und Spontanität gefordert. Die Bollenbacher Ruhmattenschimmel haben einen eigenen Fasentmarsch geschrieben, der am Fasnachts-Samstag durchs Dorf klingen wird.

Bollenbach. In Bollenbach ist die Fasent durch Bändele an den Häusern, bunt verzierte Tannenbäumen und dem geschmückten Dorfgemeinschaftshaus deutlich zu sehen. Da sich deren Gestaltung in diesem Jahr neu finden muss, gibt es erstmals "Jedermann-Fasentsbändel" am DGH, an die jeder Bollenbacher etwas Persönliches hängen darf. "Ob Fotos von der jeweiligen ›Fasent at Home", ausgedienten Kostümen oder selbst genähten Bändele – es ist alles herzlich willkommen", lädt Schimmel-Vorstand Manuel Kinnast ein.

Er hat die vergangenen Wochen kreativ genutzt und für die Ruhmattenschimmel einen eigenen Fasentmarsch geschrieben (siehe Info). Auf die Melodie des bekannten "Ja der Paul und sein Gaul" wurde gereimt und gedichtet, schließlich spielen die Schimmel-Musiker den Titel seit ihrer Gründung vor mehr als 20 Jahren immer wieder mit Begeisterung. Die Idee der Narrenzunft ist es nun, dass sich die Bevölkerung bis zum kommenden Samstag musikalisch vorbereitet und das Ergebnis dann den vorbeiziehenden Ruhmattenschimmel präsentieren.

Wer Haus und Hof dekoriert – oder den neuen Fasentmarsch präsentiert, wird von den Narren mit einer kleinen Überraschung belohnt. "Au in schwere Zitte, mechte mir als Ruhmattenschimmel dies Johr trotzdem durchs Dorf ritte", steht für den Zunftchef fest. "Mit Musik, Getrabe und lautem Geschell, feiere mir Fasent in unserem graue Fell!", blickt er voraus.

In Zusammenarbeit mit dem Kindergarten wurden bereits kleine Überraschungspakete geschnürt, die an die Kindergartenkinder verteilt werden. Beigelegt ist unter anderem ein Brief der Narrenzunft, in dem die aktuelle Situation mit Kindergartenschließung und den geltenden Corona-Auflagen bedauert wird.

Normalerweise besuchen die Ruhmattenschimmel Bollenbachs Jüngste und erzählen ihnen die Geschichte von der "Ruhmatt" in Richtung Steinach persönlich. In diesem Jahr ist zu lesen, dass dort der Sage nach ein pferdeähnliches, weißgraues Wesen mit Hufen und einem Horn die Menschen in Vollmondnächten erschreckt habe. "Den Leuten, die den Ruhmattenschimmel gesehen hatten, ist manchmal Schlimmes passiert", schreibt die Narrenzunft.

Heute sei der Ruhmattenschimmel nur noch an Fastnacht im Dorf zu sehen, da versuche er dann dem Winter Angst zu machen und ihn zu vertreiben. Außerdem würden die Tage vor der Fastenzeit genutzt, um noch einmal richtig Spaß zu haben und den einen oder anderen Schabernack zu treiben.

Kinder erfahren diesmal per Brief von der Legende

In diesem Jahr beteiligen sich die Schimmel am Haslacher Fasents-Videoprogramm mit einem Beitrag, in dem die Bollenbacher Fasent gesucht – und natürlich auch gefunden wird. Außerdem sind sie an der Haslacher Schaufenster-Aktion beteiligt und präsentieren sich beim "Studio K" sowie dem Stadthotel.

Oberschimmel Manuel Kinnast hat einen Marsch für die Zunft geschrieben. "Ob Vorderdorf, ob Hinterdorf, des isch jetzt egal – ob Talstroß un de Pfonnestiel, sin alle nid normal", beginnt der Text. Im Refrain heißt es: "Ja in Bollenbach, do isch Fasent hit – Jung und alt, groß und klei, moche alli mit. Schunkelt hin, schunkelt her – jetzt isch Fasent, sonsch nix mehr. Von de Ruhmatt her – renne d’Schimmel ruf – alli Narre hen jetzt Maske uf. Feiert hier, feiert dort – s’isch Fasent im gonze Ort." Wer den Marsch am Fasent-Samstag für die Ruhmattenschimmel spielt oder singt, bekommt von der Zunft eine kleine Überraschung vor die Türe gestellt.

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