Haslach i. K. Vier bereichernde Wochen in London

Melanie Keller (links) hat im Rahmen ihrer Ausbildung in einem Betrieb in London gearbeitet. Ihre Haslacher Chefin Stefanie Göppert freut sich, dass dieser wertvolle Erfahrungsaustausch möglich war. Foto: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

Ins Ausland gehen und dort für die Ausbildung lernen: Ein Förderprogramm macht dies möglich. Melanie Keller, Floristik-Auszubildende bei Göppert Gartencenter, hat den Schritt gewagt.

 

Haslach/London. Sie hat im Rahmen ihrer Ausbildung vier Wochen in London verbracht und dort gearbeitet. Die 46-Jährige ist jetzt im dritten Lehrjahr bei Göppert im Haslacher Ortsteil Bollenbach. Die vier Wochen in London wurden ihr über das Erasmus-Programm "Go for Europe" ermöglicht (siehe Infokasten).

Erfahren habe sie von dem Programm aus der Zeitung, berichtet Keller im Gespräch mit dem Schwabo. Gefördert werden Aufenthalte von Auszubildenden im europäischen Ausland, wenn diese während dieser Zeit auch in einem Betrieb mitarbeiten.

Keller berichtet, dass die Organisation ihr auch bei der Suche nach einem entsprechenden Betrieb in London geholfen hat. "Da habe ich innerhalb kürzester Zeit gemerkt, dass die Chemie zwischen dem Betrieb und mir nicht stimmt. Nach zwei Tagen war ich bei einem anderen Betrieb." Keller betont, dass die Organisation sie bestens betreut habe – sowohl bei der Vorbereitung als auch vor Ort.

Einen Teil der Ausbildung in einem anderen Land zu absolvieren, ist ein ungewöhnlicher Schritt. Keller ist jedoch froh, dass sie diesen gewagt hat. "Ich habe unheimlich viel mitnehmen können – sowohl menschlich als auch für den Beruf", fasst sie zusammen. Sie möchte möglichst viele Auszubildende darüber informieren, dass es diese Möglichkeit gibt. "In der Berufsschule in Offenburg haben mich schon einige deswegen angesprochen."

In der ersten Woche war zunächst ein Sprachkurs angesagt, in den folgenden drei arbeitete sie dann in einem englischen Betrieb, der sich vor allem auf die Organisation und Dekoration von Hochzeiten spezialisiert hatte. "Die vier Wochen sind übrigens der kürzest mögliche Zeitraum", informiert Keller.

Die Azubis erhalten für ihre Aufenthalte Zuschüsse, etwa Fahrtkostenpauschalen. "Es ist wie überall: Die Fördertöpfe sind da, man muss sie nur anzapfen", sagt Keller, die auch im Hausacher Gemeinderat aktiv ist. Und prinzipiell ist das Arbeiten überall in Europa möglich. "Ich hätte einfach keine neue Sprache mehr lernen wollen", sagt sie über ihre Länderwahl.

Kellers Chefin Stefanie Göppert hat das Anliegen ihrer Auszubildenden von vornherein unterstützt. Sie freut sich, dass Keller mit neuen Ideen zurückgekommen ist – und würde jederzeit wieder grünes Licht geben, wenn ein Azubi "Go for Europe" in Anspruch nehmen wollte.

Ob der Betrieb auch einen ausländischen Auszubildenden aufnehmen würde? Göppert überlegt kurz. "Wenn es sprachlich passt, natürlich!", antwortet sie dann. Und räumt gemeinsam mit Keller ein: "Das Badische ist ja manchmal nicht so einfach."

Das Programm "Go for Europe" unterstützt Auszubildende und Unternehmen aller Branchen bei Fragen rund ums Auslandspraktikum. Neben Hilfe bei der Organisation und beim Beantragen von Förderungen für indiviuduelle Aufenthalte gibt es auch organisierte Gruppen-Entsendungen. Praktika in diesem Rahmen sind für Auszubildende aller Branchen und auch noch im ersten Berufsjahr nach der Ausbildung möglich. Wer Interesse an "Go for Europe" hat, kann auch Melanie Keller direkt ansprechen.

  • Bewertung
    2