Haslach i. K. Überraschungen nach der Pause

Die Ehrengäste des Verschönerungsvereins mit ihrem 2. Vorsitzenden Karl-Heinz Schöner (Mitte) wählten die Begegnung zwischen Jonathan Eble (rechts) und Igor Gruneschow (links) zum "Kampf des Abends". Foto: Becker Foto: Schwarzwälder Bote

KSV Haslach – KSV Appenweier 14:22. In ein Wechselbad der Gefühle wurden die Zuschauer beider Lager, die das Dorfgemeinschaftshaus bis auf den letzten Platz füllten, geworfen. Denn bis nach dem vierten Kampf mit einem schnellen Schultersieg von Igor Gavrilita gegen Niklas Vollmer lagen die Gastgeber mit 11:4 in Führung. Nach der nicht erwarteten Schulterniederlage von Nick Allgaier gegen Sören Götz kamen die Renchtäler vor der Pause auf 11:8 heran.

Vorher war es für den KSV super gelaufen. Der erst 14-jährige, hochgewachsene Nachwuchsringer Valerio Zorzi landete in seinem vierten Kampf in der Oberliga gegen den gleichaltrigen Marc Glatt bereits in der ersten Minute seinen dritten Schultersieg. Über dem von Josef Kempf selten so gezeigten Angriffskampf gegen Dauergegner Thomas Gebhardt staunten die KSV-Anhänger über den klaren 11:2-Sieg (drei Punkte) nicht schlecht, was mit lauten Beifallsrufen quittiert wurde.

Im dritten Kampf kam es zum nach dem Urteil beider Trainer entscheidenden Duell zwischen Suleiman Hutak und Devin Kempel. Mit eigentlich uneinholbaren 16:6-Wertungspunkten führte der Haslacher mit sehenswerten Griffkombinationen. Dann aber kam plötzlich der Umschwung. Nach einer Unaufmerksamkeit griff Kempel Sekunden vor Schluss zu und schulterte Hutak. Da kannte der Jubel bei den Anhängern des KSV Appenweier schier keine Grenzen mehr. Sie feierten ihren Helden mit Sprechchören.

Nach der Pause kamen die weiteren unerwarteten Überraschungen für die Gastgeber. Erstmals in dieser Runde musste Viorel Ghita von Siegringer Mehmed Gazi eine technische Unterlegenheitsniederlage einstecken. Haslachs Jugendringer und Neuling Lukas Ringwald hatte gegen den erfahrenen Eduard Semke keine Chance und war nach etlichen Durchdrehern technisch überlegen besiegt. Zwar versuchte Vojtech Benedek im Duell der beiden ältesten Ringer gegen Trainer Andreas Boczek zu bestehen, konnte aber nach sechs zähen Minuten keinen Wertungspunkt landen.

Nun stand es 18:11 für die Renchtäler. Somit mussten beide Schlusskämpfe mit jeweils vier Punkten gewonnen werden, wollte man noch einen Sieg des KSV Haslach sehen. Timo Stiffel verbuchte gegen Christian Kern zwar mit seinen 8:0-Wertungen drei Punkte aufs Mannschaftskonto. Doch im Finale hatte der technisch perfekte Igor Gruneschow den Haslacher Jonathan Eble in der fünften Minute trotz mutiger Gegenwehr auf Schulter. Da eine große Besucherschar aus Appenweier angereist war, erbebte das Dorfgemeinschaftshaus unter dem Jubel der Gäste.

Die Mitglieder des Verschönerungsverein, die diesmal als Ehrengäste den Kampf des Abends wählen durften, bestimmten die Begegnung von Jonathan Eble gegen Igor Gruneschow zum Spitzenkampf.

Die Trainer beider Mannschaften, Hansi Megerle und Istvan Szurovzski (beide KSV Haslach) sowie Andreas Boczek (KSV Appenweier) bilanzierten die Riesenstimmung im Haus, die spannenden Kämpfe als Werbung für den Ringkampfsport und die Wende, die mit dem Kampf in der 61er-Klasse eingeläutet wurde.

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