Haslach i. K. Sie richten den Blick nach vorn

Beate Axmann (links) und Gabriele Schuller kooperierten im vergangenen Jahr im Hausacher Mostmaier-Areal. Archivfoto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinsam werden Beate Axmann und Gabriele Schuller auch künftig den Fokus auf die Kunst richten. Was mit einer Performance im vergangenen September begann, findet aktuell seine Fortsetzung in der Offenburger Pop-Up-Galerie.

Haslach. Weitere Aktionen folgen, sobald es die Corona-Situation erlaubt.

Ihre Ateliers haben die beiden Künstlerinnen in die Offenburger Hauptstraße verlegt. Statt der eigenen vier Wände sind seit Anfang Dezember die beiden großen Schaufenster öffentlicher Arbeitsplatz. Eigentlich hätte die Pop-Up-Galerie mit dem Titel "Fokus:Kunst" Ende Januar wieder geräumt werden müssen. Doch aufgrund der Corona-Auflagen und des damit verbundenen Lockdowns bleibt der 400 Quadratmeter große Raum jetzt mindestens bis Ende Februar zur kunstvollen Nutzung.

Krise bremst laufende Ausstellung in Offenburg aus

"Wir mussten bisher nur eine sehr reduzierte Miete zahlen und im Februar bleiben wir ganz mietfrei", erklärt Beate Axmann im Gespräch mit dem Schwabo. Sonst hätte die Galerie nicht verlängert werden können. Denn während die Kosten auf der einen Seite weiter laufen, fehlten auf der anderen Seite die Einnahmen.

Und dabei sei es im Dezember nach zunächst verhaltenem Start sehr gut angelaufen. Trotzdem sehen die beiden engagierten Frauen auch viel Positives. "Wir werden gesehen, es bleiben immer wieder Passanten stehen, wenn wir arbeiten", erzählt Gabriele Schuller. Es sei sehr schön, sich in diesem Rahmen der Öffentlichkeit zu präsentieren.

"Wir freuen uns, dass wir gerade in dieser Zeit etwas bieten können", betont Beate Axmann. Es verliere sich alles im Corona-Thema und die Menschen müssten wieder auf die Kunst aufmerksam gemacht werden. "Uns geht jedes Mal das Herz auf, wenn wir in die Galerie kommen", sagen beide Künstlerinnen unisono.

Gabriele Schullers Arbeit hat sich dahingehend verändert, dass sie die Beklebung ihrer Bilder mit Litfaßsäulen-Papier ausdünnt. "Durch den Umbruch an Weihnachten und der Schließung des Ateliers wollte ich meine Arbeit offener gestalten. Man ist selbst wie zugeschlossen und möchte sich aufbrechen, deshalb wollte ich nicht mehr alles zu stark bekleben", erklärt die Künstlerin den Hintergrund.

Menschen müssen auf Kunst wieder aufmerksam werden

Für Beate Axmann ist eine zufällige, aber tiefgreifend bewegende Begegnung mit einer Frau in Shanghai aktuell Triebfeder für das Schaffen von Holztafel-Bildern. Im Rahmen ihrer Serie "Sicht verrückt" entstehen Werke mit Titeln wie "Stürmische Zeiten", die in Tusche gehalten die aktuelle Situation spiegeln. "Kontrollverlust war das Thema unserer ersten gemeinsamen Performance. Wir versuchen, die Kontrolle nicht zu verlieren und der Corona-Krise etwas entgegen zu setzen", betont sie.

Die beiden Künstlerinnen sind nach Terminabsprache auch weiterhin in ihren Ateliers erreichbar und freuen sich bei den üblichen Hygiene-Regeln auf Kunstinteressierte.

Am Anfang stand im September des vergangenen Jahres die erfolgreiche Performance beim Atelier von Gabriele Schuller in Hausach. Als die nächste Aktion "Offenes Atelier" im Oktober dann nachbesprochen wurde, entstand der Entschluss zur weiteren Zusammenarbeit von Beate Axmann und Gabriele Schuller. In der weiteren Überlegung entstand die Idee zur Pop-Up-Galerie "Fokus:Kunst", die künftig auch in anderen Städten und Gemeinden für einen überschaubaren Zeitraum eingerichtet werden soll. Kontakt: Beate Axmann unter Telefon 0175/3 68 86 74, Gabriele Schuller unter Telefon 0175/9 28 40 03

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