Haslach i. K. Regionale Produkte rund um die Uhr

Mittleres Kinzigtal - In Ballungszentren gibt oft es Geschäfte inBahnhöfen oder Kiosken für die Versorgung der Bevölkerung außerhalb der normalen Ladenöffnungszeiten. Im Kinzigtal wird direkt beim Erzeuger eingekauft – und das rund um die Uhr.

 

So weiß der Konsument genau, woher das jeweilige Produkt stammt. In Hofläden bieten Landwirte ihre Produkte an. Mittlerweile gibt es auch diverse Automaten, in denen alles gut gekühlt auf die Kunden wartet.

Die Metzgereien Flasche und Rose in Steinach bieten ihre Fleisch- und Wurstwaren in einem Verkaufs-Kühlschrank an.

Markus Kienzle von der Metzgerei Flasche hat den Automaten Anfang Juni aufgestellt. Er wollte den längeren Öffnungszeiten der Supermärkte entgegenwirken. Das Konzept geht auf. "Einige Fächer mussten sonntags alle zwei Stunden aufgefüllt werden. Dabei beteiligt sich unsere ganze Familie, jeder sieht mal nach, ob etwas fehlt", so Kienzle.

Es habe einige Wochen gedauert, festzustellen, welche Produkte besonders nachgefragt sind. Das der Automat auch nachts gut frequentiert ist, hat Kienzle etwas verwundert. Er wurde schon mehrfach darauf angesprochen, dass jemand zu besonders später oder auch früher Stunde eingekauft hat. Das Angebot wird saisonal angepasst werden, so Kienzle.

Gleiches Spiel bei der Metzgerei Rose, ebenfalls in Steinach. Fast zeitgleich haben Bernd und Nicole Malinowski einen Automaten bei der "Rose" in Betrieb genommen. "Eigentlich wollten wir ihn in Haslach aufstellen, sind uns aber mit der Stadt nicht einig geworden", erzählt Bernd Malinowski. Auslöser sei gewesen, dass in der Vergangenheit oft Kunden in das Restaurant gekommen seien, die außerhalb der Öffnungszeiten der Metzgerei Grillgut kaufen wollten. Der Start für den Automaten war gut.

Eine Software überwacht den Füllstand, alarmiert Milowski wenn etwas ausgeht und informiert auch darüber, um welche Uhrzeit die Kunden sich bedient haben. Kurios: Auch mitten in der Nacht werden noch Grillwürste gekauft.

Im Sommer ist der Automat, der die Produkte der "Rose" auf 1,5 bis zwei Grad Celsius herunterkühlt, überwiegend mit Grillgut gefüllt. Was im Herbst oder Winter angeboten wird, "lassen wir mal auf uns zukommen", sagt das Ehepaar. So gebe es auf der einen Seite Ganzjahresgriller, auf der anderen Seite werde die Nachfrage zeigen, welche Ware im Verkaufs-Kühlschrank am besten geht. So könnte es auch sein, dass sie den Automaten für Angebote anderer Produzenten öffnen – Eier beispielsweise sind schon drin.

Milch an der "Tankstelle" zapfen

Milch und Eier gibt es rund um die Uhr bei Familie Vollmer in Welschensteinach. Sie haben eine Milchtankstelle. Hier kann jeder Rohmilch zapfen, auch wenn er keinen Behälter dabei hat. Eine Flasche wird gleich mitgekauft. Die milchliefernden Kühe stehen von April bis Oktober auf der Weide und die Eier kommen von Hennen, die dank des "Hühnermobils" jede Woche eine frische grüne Fläche zum Picken bekommen. Durch den Stall auf Rädern wird eine Überdüngung vermieden. Die Tiere leben gesünder.

Einen Selbstbedienungskühlschrank gibt es auch auf dem Ramsteinerhof in Hausach-Einbach. Familie Kölblin verkauft, was gerade auf dem Hof produziert wird. Im Moment werden beispielsweise Zwetschgen angeboten. Milch sowie Käse in verschiedenen Variationen und Joghurt gibt es immer. dank eines Jägers in der Familie, liegen im Kühlschrank auch Wildschweinwürste.

Marmeladengläser runden das Angebot ab. Ein Hühnermobil hat Stefanie Kölblin für 50 Tiere bestellt. "Im Sommer könnte ich die Produktion von 200 Hühnern verkaufen, wie das im Winter aussieht, weiß ich aber noch nicht" sagt sie.

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