Haslach i. K. Polizei setzt ab Montag Bodycams ein

Johannes Maier (von links), Martin Ringwald, Volker Mäntele, Frank Zeeb und Hans-Joachim Lauble stellten die Kriminalstatistik für das Kinzigtal vor. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Die Kriminalitäts-Belastung liegt im Kinzigtal weit unter dem Landesdurchschnitt und die Aufklärungsquote hat sich um 2,7 Prozent erhöht. Zudem befindet die Zahl der Wohnungseinbrüche sich in einem Fünfjahrestief.

Haslach. Das wurde bei der Vorstellung der Unfall- und Kriminalitätsstatistik im Haslacher Polizeirevier deutlich.

Haslachs kommissarischer Revierleiter Martin Ringwald stellte dem Kreis der Bürgermeister und Gemeindevertreter zunächst Frank Zeeb vor, der die Haslacher Führungsgruppe leitet und stellvertretender Revierleiter ist.

Unfallschwerpunkte können baulich nicht entschärft werden

Ihm oblag dann auch die Vorstellung der Unfallstatistik, die klar belege: "Es sind keine Unfall-Schwerpunkte auszumachen, bei denen eine Entschärfung durch bauliche Maßnahmen helfen könnte." Insgesamt seien die Unfallzahlen etwas rückläufig, konkret in Hausach, Mühlenbach und Zell. Gleichbleibende Zahlen wurden in Biberach, Gutach und Hofstetten verzeichnet, angestiegen sind sie in Fischerbach, Haslach, Hornberg, Nordrach, Oberharmersbach, Steinach und Wolfach.

"Wir haben von den insgesamt 950 Unfällen 474 Kleinst-Unfälle verzeichnet", erklärte Zeeb. Deutlich zugenommen hätten die Unfälle mit motorisierten Zweirädern, da gab es gegenüber dem Vorjahr zwölf mehr und damit 56 am Jahresende. Die L 107 werde in der Überwachung besonders berücksichtigt.

Auch die Radfahr-Unfälle hätten zugenommen, mit insgesamt 57 waren es sechs mehr als im Vorjahr. "14 Unfälle waren mit Pedelec zu verzeichnen, die wesentlich schnelleren und zulassungsnotwendigen E-Bikes kommen eher selten vor", ging Zeeb ins Detail. Die Fußgängerunfälle seien von 13 auf sieben zurückgegangen, dafür hätten die Schulweg-Unfälle von einem auf fünf im vergangenen Jahr zugenommen. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 198 Personen verunglückt, 138 wurden leicht verletzt und 55 schwer. Bei vier Unfällen in Biberach, Haslach und Wolfach habe es fünf Todesopfer gegeben.

Unfall-Ursachen wären von Fehlern beim Abbiegen über Alkohol und Drogen bis hin zur überhöhten Geschwindigkeit vielfältig. Bei den ganzjährigen Kontrollen seien dann neben 52 angeordneten Blutentnahmen, 30 Führerschein-Einbehaltungen wegen Alkohol und 65 wegen Drogen am Steuer unter anderem auch 339 Strafanzeigen wegen der Nutzung von Handys am Steuer gestellt worden. "Bei 100 Euro und einem Punkt Strafe verwundert es sehr, wie oft man jemanden mit Smartphone am Ohr oder am Steuer schreibend im Auto sieht", befand Zeeb im Zusammenhang mit der Unaufmerksamkeit als häufiger Unfallursache.

Die Vorstellung der Kriminalstatistik oblag dann Martin Ringwald, der das Polizeipräsidium Offenburg in einem Fünfjahrestief an Kriminalfällen sah. Im Revier Haslach habe es einen geringfügigen Zuwachs von 16 Straftaten gegeben, aber man bewege sich auf einem sehr niedrigen Niveau. "Im Kinzigtal lässt es sich sehr gut leben, was die Kriminalitätsbelastung angeht", bilanzierte der kommissarische Revierleiter.

Seit Jahren gebe es in Hofstetten die mit Abstand wenigsten Straftaten, eine deutliche Zunahme sei im vergangenen Jahr in Oberharmersbach von 24 auf 42 und in Zell von 137 auf 206 Straftaten verzeichnet worden. Eine deutliche Abnahme hat es dagegen in Oberwolfach von 53 auf 17 Straftaten gegeben und auch in Haslach wurden es 30 weniger.

Deutlich mehr Körperverletzungen als im Vorjahr

"Die Aufklärungsrate lag bei 62,2 Prozent", erklärte Ringwald. "Es lassen sich keine Schwerpunkte feststellen, auch dort nicht, wo im vergangenen Jahr Zunahmen verzeichnet wurden."

Die Ermittlungsgruppe "Rauschgift" kontrolliere und ermittle viel, deshalb habe es im vergangenen Jahr 125 Fälle gegeben, deutlich mehr als die 100 im Vorjahr. Die Zahl der Körperverletzungen habe um 35 auf 191 Fälle zugenommen, dafür sei die Zahl der Wohnungseinbrüche mit 15 Fällen auf dem niedrigsten Stand seit Langem.

"Die Gewalt gegen Polizeibeamte ist auch im Kinzigtal ein Problem", erklärte Ringwald. Deshalb würden die Haslacher Polizisten ab dem 15. April zur Prävention mit Bodycams in den Einsatz gehen. Der Anteil Nichtdeutscher Tatverdächtiger sei aus Ringwalds Sicht unproblematisch, von insgesamt 789 Tatverdächtigen seien 61 Asylbewerber oder Flüchtlinge gewesen und 177 Nichtdeutscher Herkunft.

Eine relativ hohe Zunahme habe es bei Strafhandlungen gegen die sexuelle Selbstbestimmung gegeben, die Fälle würden allerdings vom Kriminalamt bearbeitet. In diesem Bereich habe sich das Anzeige-Verhalten deutlich verändert.

Volker Mäntele (Wolfach), Johannes Maier (Haslach) und Hans-Joachim Lauble (Zell) schilderten verschiedene Kriminalfälle des vergangenen und des laufenden Jahres. Unter anderem wurde der schwierige Umgang mit dem sogenannten Reichsbürger, der SM-Jugendbande – wobei das SM völlig sinnfrei und ohne Hintergrund für Sturm-Maske stehe – oder dem räuberischem Diebstahl mit Körperverletzung geschildert. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1421 Straftaten im Kinzigtal registriert, die Aufklärungsquote lag mit 884 Fällen bei 62,2 Prozent. Im Jahr davor waren es noch 1405 Fälle mit einer Aufklärungsquote von 837 Fällen und damit 59,6 Prozent.

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