Haslach i. K. Nur Wenige Wohnungseinbrüche

Nur 15 Wohnungseinbrüche verzeichnet die Haslacher Kriminalstatistik 2020. Bei einem Einbruch in die Wolfacher Schule halfen aufmerksame Zeugen. Symbolfoto: Stein Foto: Schwarzwälder Bote

886 Verkehrsunfälle und 1485 Straftaten: Damit haben sich die Beamten des Polizeireviers Haslach im Jahr 2020 beschäftigen müssen. Die Kriminalstatistik ist am Donnerstag vorgelegt worden.

Mittleres Kinzigtal. Zwischen Zell und Oberwolfach kümmern die Beamten sich um ein Gebiet mit rund 53 000 Einwohnern. Gegenüber 2019 nahm die Zahl der Straftaten im Gebiet um 73 zu – das entspricht einem Plus von 5,2 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt bei 63,4 Prozent. n Sexualstraftaten nehmen zu: Besonders ins Auge fällt, dass sogenannte "Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung" gegenüber 2019 stark zugenommen haben: Um 43,5 Prozent. Bei der recht übersichtlichen Zahl an Straftaten insgesamt im Gebiet bedeutet dies in absoluten Zahlen: 33 Straftaten in diesem Bereich und damit zehn mehr als im Vorjahr. "Das ist die Macht der kleinen Zahlen", sagt Revierleiter Martin Ringwald im Gespräch mit unserer Zeitung. Und das gilt für viele Positionen in der Statistik: Im Kinzigtal passiert grundsätzlich recht wenig – schon geringe Veränderungen der Fallzahlen können dafür sorgen, dass die Zu- oder Abnahme prozentual gesehen riesig wirkt. Nichtsdestotrotz sticht in der Gruppe der Sexualdelikte die Verbreitung pornografischer Schriften heraus. Ein Schwerpunkt sei laut Ringwald das Stichwort "Schulhofchat": Jugendliche, die sich gegenseitig entsprechende Bilder schicken. Auf Nachfrage sagte Ringwalds Stellvertreter Stephan Krämer, über den Sachverhalt würden Jugendliche im Rahmen der Medienprävention für die Klassen sieben bis neun aufgeklärt. n Drogendelikte nehmen stark ab: 77-mal wurde die Polizei wegen Drogen auf den Plan gerufen. Das sind ganze 55 Fälle weniger als im Vorjahr (minus 41,7 Prozent). Dazu kommt, dass die Polizei im Bereich des Haslacher Reviers für 2020 keinen einzigen Verkehrsunfall unter Drogeneinfluss in der Statistik führt. n "Heißes Pflaster" ­Biberach: Betrachtet man die Gesamtzahl der Straftaten aufgeschlüsselt nach Gemeinde, sticht Biberach stak hervor: 248 Straftaten wurden 2020 aufgenommen – 121 und damit 95,3 Prozent mehr als noch im Jahr davor.nBetrug wird vermehrt angezeigt: 156 Betrugsfälle mehr als 2019 und damit insgesamt 357 solcher Vorgänge wurden im vergangenen Jahr beim Polizeirevier Haslach angezeigt. Das liegt vor allem an einem in Biberach wohnhaften Täter, erklärt Ringwald. Die Ermittlungen in dieser Sache laufen noch; laut Ringwald geht es um Warenbetrug.nWeitere Zahlen: Im Bereich der Wohnungseinbrüche und Körperverletzungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr wenig getan: Beide nahmen um einen Fall zu. Gerade was Einbrüche betrifft, ist das Kinzigtal allerdings noch immer verhältnismäßig sicher. Im gesamten Gebiet des Haslacher Polizeireviers wurden 2020 lediglich 15 Fälle verzeichnet. nVerkehrsunfälle nehmen ab: 2020 wurden die Beamten des Polizeireviers Haslach zu 886 Verkehrsunfällen hinzugezogen – 180 weniger als im Jahr davor (1066). Mit 215 Fällen ereigneten sich die meisten davon in Haslach, gefolgt von Zell (111) und Hausach (104). Grund für diese Unfallschwerpunkte ist schlicht und ergreifend, dass die B 33 durch die Orte führt. nViele Unfallflüchtige: In der Verkehrsstatistik stechen vor allem die Unfallfluchten hervor. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort machte 161 der Unfälle aus, wobei diese Zahl gegenüber 2019 deutlich zurückgegangen ist. Im Vorjahr waren es 241 Fälle. In der Statistik für 2020 folgen 81 Radfahr-Unfälle. n Unfalltote und Verletzte: Erfreulicherweise gab es 2020 lediglich einen tödlichen Unfall zu beklagen. Bei 168 Unfällen wurden Personen leicht verletzt, bei 58 Unfällen gab es Schwerverletzte.  14 Unfälle ereigneten sich mit Kindern, damit bleibt diese Zahl relativ stabil (2018: 13, 2019: 15).

Drei besondere Fälle im Altkreis Wolfach haben die Haslacher Polizisten 2020 besonders auf Trab gehalten. n Als besonderen Ermittlungserfolg hob Martin Ringwald einen Fall aus dem Mai hervor, bei dem ein Fahrradfahrer kontrolliert werden sollte und zunächst ins Kinzigvorland flüchtete. Er hatte 1,1 Kilogramm Marihuana bei sich, wie sich bei der Kontrolle herausstellte. n Ein aufmerksamer Zeuge bemerkte im vergangenen Jahr, wie sich Einbrecher an der Wolfacher Schule zu schaffen machten. Er alarmierte die Polizei, nahm dann aber auch selbst die Verfolgung auf. Ihm sei zu verdanken, dass einer der Einbrecher später an seiner Wohnanschrift angetroffen werden konnte. Der entstandene Schaden wurde mit etwa 2000 Euro beziffert.

n Der aufgeklärte Fall von Welpenhandel im Ortenaukreis geht auf einen Zufallsfund entsprechender Hunde und weitere Ermittlungen in Haslach zurück. Zunächst war ein Auto mit den Tieren in der Schleifmatt entdeckt worden.

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