Haslach i. K. "Noch nie so brisant wie heute"

Das Steinacher Rückhaltebecken ist am Mittwoch durch Nikolas Stoermer (von links), Martin Aßmuth, Nicolai Bischler, Philipp Saar, Peter Weiß und Johannes Fechner offiziell in Betrieb genommen worden.Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Noch vor der offiziellen Inbetriebnahme des Steinacher Rückhaltebeckens hat es die Feuertaufe bestanden. Am Dienstag wurde in einer ersten Stufe der Echtbetrieb notwendig, was Nicolai Bischler am Mittwoch positiv bilanzierte: "Es ist einsatzbereit und funktioniert!"

Haslach. Als Vorsitzender des Zweckverbandes "Hochwasserschutz Raumschaft Haslach" begrüßte Bürgermeister Philipp Saar die geladenen Gäste. Dem Bund und dem Land gelte der Dank für die finanzielle Unterstützung. "Es ist vonnöten, dass wir Rückhaltebecken bauen", verwies er auf zunehmende Unwetter-Ereignisse. Sein ganz besonderer Dank gelte deshalb den Grundstückseigentümern, die ihre Fläche der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hätten. Es werde immer schwieriger, Flächen zu generieren und sei oft auch mit Widerständen verbunden. Doch in Steinach wäre eine gute Lösung gefunden worden.

Als erster Landesbeamter sprach Nikolas Stoermer von einer Perlenkette an Rückhaltebecken und entsprechender Erfahrung von der Planung bis zur Umsetzung. "Aber es war nie so brisant wie heute", betonte er. Immer wieder habe es in den vergangenen Jahren Großschadensereignisse gegeben, zuletzt 2014. "Die Investition amortisiert sich nach 20 Jahren", verwies Stoermer auf die finanzielle Seite, die Höhe der Förderung spreche für die Bedeutung des Baus. Die Akzeptanz vor Ort sei groß und die Freigabe der Flächen ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Am Ende seiner Ansprache wünschte er: "Viel Glück, Erfolg und ich hoffe, dass die Retentionsfläche ausreicht, um jedwede Unbill von Steinach fern zu halten."

Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner (SPD) verwies auf zunehmende Starkregenereignisse, auf die großen Unwetterereignisse im Kinzigtal und die Warnungen der Versicherungen vor zunehmenden Schäden durch Hochwasser. Die Politik investiere mit den Rückhaltebecken auch in den ländlichen Raum, verwies er auf die hohe Förderung. "Ich hoffe, dass Sie das Bauwerk trotz der enormen Kosten nie brauchen", endete Fechner. Sein Kollege, der Bundestagsabgeordnete, Peter Weiß (CDU) machte es äußerst kurz und schloss sich seinem Vorredner an.

Seitens des planenden Ingenieurbüros Wald und Corbe informierte Stefan Rapp über die bekannten technischen Eckdaten. Die Gesamtkosten in Höhe von 5,7 Millionen Euro wären zu 70 Prozent gefördert worden, am 28. Juni habe die technische Abnahme des Rückhaltebeckens stattgefunden. Es sei für einen 20- bis 50-jährlichen Hochwasserschutz ausgelegt, aber: "Wer am Gewässer wohnt, muss weiterhin wachsam sein!" Für die lokalen Schutzmaßnahmen in Welschensteinach werden derzeit Abstimmungs-Gespräche mit den Anwohnern geführt, womit das Thema Hochwasserschutz bald abgearbeitet wäre.

Für Steinachs Bürgermeister Nicolai Bischler stand fest: "Mit dem Steinacher Rückhaltebecken schließt sich eine Sicherheitskette." Zwar gebe es keinen hundertprozentigen Schutz vor Wasserschäden, aber vor Kurzregenereignissen wäre man künftig gut geschützt. Das große Ziel aber erreicht.

Die feierliche Einweihung des Steinacher Rückhaltebeckens ist auf Samstag, den 9. Oktober, terminiert. Dann wird es unter anderem einen Tag der offenen Tür geben, damit sich die Bevölkerung detailliert informieren kann.

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