Haslach i. K. Mit viel Flexibilität durch die Krise

Eine breite Spanne an Instrumenten können Interessierte bei der Musikschule Offenurg/Ortenau, deren Haslacher Zweigstelle sich im "Haus der Musik" befindet, erlernen. Trotz der unsicheren Corona-Lage blieben viele Kunden loyal. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Das Corona-Jahr mit drei Semesterwechseln, zwei davon während des Lockdowns, hat die Musikschule Offenburg/Ortenau vor große Herausforderungen gestellt. Das wurde bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Haslach deutlich.

Haslach. Im Mittelpunkt stand dabei die Arbeit der Zweigstelle Haslach, die als eine von sechs Zweigstellen im großen Bereich der Musikschule den Unterricht in der hiesigen Raumschaft abdeckt. Zuvor allerdings stellten Geschäftsführer Walter Glunk und der fachliche Leiter Peter Stöhr die Musikschule im Gesamten vor.

"Es ist keine einfache Zeit gewesen", stieg Walter Glunk in die Vorstellung ein. Die insgesamt sechs Zweigstellen der Musikschule (siehe Infokasten) betreuten zuletzt 3000 Schüler. Die noch in der Präsentation angezeigten 3600 seien nicht mehr korrekt, da aufgrund der Corona-Pandemie die Anmeldezahlen zurückgegangen seien. Gerade Kinder würden von den Eltern eher zögerlich angemeldet, wenn nicht klar sei, ob die Kurse überhaupt stattfinden könnten. Auch die Frage nach Präsenzunterricht spiele eine große Rolle, denn insbesondere Dinge wie die musikalische Früherziehung oder Anfänger-Angebote würden nur in Präsenz Sinn ergeben.

Was das Angebot betrifft, kann die Musikschule auf ein sehr breites Repertoire an Instrumenten zurückgreifen – von der Baglama bis zur Zither. Der Instrumentalunterricht nimmt gut drei Viertel der Unterrichtsleistungen in der Musikschule ein.

Peter Stöhr ging intensiver auf das umfangreiche Angebot ein, das für Kinder ab elf Monaten beginnt. Die musikalische Früherziehung wird für Kinder von vier bis sechs Jahren angeboten. Im Kindergarten spielt das vom Land Baden-Württemberg geförderte Programm "Singen-Bewegen-Sprechen" (SBS) eine besondere Rolle. Derzeit hat die Musikschule Kooperationen mit 24 Kindergärten und 54 Gruppen (626 Kinder).

In der Grundschule schließen sich Angebote wie Schnupperwerkstätten an, um die Kinder an ein Instrument heranzuführen. Es gibt auch Angebote für Menschen mit Behinderung sowie spezielle Kooperationen mit Musikvereinen.

Außerdem verfügt die Musikschule über eine große Anzahl von Bands, Ensembles und Orchestern. Normalerweise habe man um die 300 Veranstaltungen pro Jahr – in der Corona-Pandemie sind diese natürlich ausgefallen. "Wir stehen jetzt aber wieder in den Startlöchern", versicherte Peter Stöhr.

Für die konkrete Situation in Haslach gab Zweigstellenleiterin Lucia Krämer-Stöhr Auskunft. Haslach sei die größte der Zweigstellen im Kinzig- und Harmersbachtal mit 391 Unterrichtsbelegungen in 30 Fächern (Stand: 31. Mai 2021). 66 Kinder sind in den SBS-Kursen, die Altersspanne der Schüler reicht von Null bis 77 Jahren.

Die Corona-Pandemie habe den Lehrkräften viel abgefordert, so Lucia Krämer-Stöhr. Man habe schnell in alternative Unterrichtskonzepte – per Videoschalte beispielsweise – gewechselt. Das aber auch nur dort, wo es möglich und sinnvoll war. Was nicht unterrichtet wurde, wurde erstattet. Die teils tagesaktuelle Umstellung der Unterrichtspläne habe viel Flexibilität gefordert. In dieser schweren Zeit sei die Musikschule der Unterstützung durch die Stadt Haslach ebenso dankbar wie für die Loyalität der Kunden.

Angebote nach Möglichkeit ins Internet verlagert

Zur Verbesserung der Situation wurde die Internetverbindung im Haus der Musik aufgerüstet. Lehrer wurden bei der Anschaffung von Hardware und Fortbildungen unterstützt. Und viele der Informationsangebote wurden ebenfalls ins Internet verlegt.

Die Musikschule Offenburg/Ortenau ist eine der größten Musikschulen in Baden-Württemberg und die größte im ländlichen Raum. Sie verfügt über sechs Zweigstellen in Haslach, Hausach, Kehl, Offenburg, Wolfach sowie Zell und bietet Unterricht ab elf Monaten bis ins hohe Alter. Der Umsatz beträgt gut 3,9 Millionen Euro im Jahr. Die Kommunen bezuschussen die Musikschule mit rund 700 00 Euro jährlich. Ein Kommunalbeitrag als prozentuale Förderung des Unterrichts von Schülern aus der betreffenden Kommune verbilligt die entsprechenden Unterrichtsentgelte. Die beteiligten Kommunen im Kinzig- und Harmersbachtal – Haslach, Hausach, Wolfach, Zell, Biberach, Fischerbach, Hofstetten, Mühlenbach, Steinach – liegen mit diesem Beitrag allesamt derzeit bei 21 Prozent.

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