Junge Menschen werden selbstständiger Mehr als "nur" Essen ausfahren

Britt-Marie Henke hat für ein halbes Jahr "Essen auf Rädern" ausgefahren. Sie hat an der Arbeit großen Spaß gehabt. Foto: Kleinberger

Soziales: Awo sucht Fahrer für "Essen auf Rädern"

Mittleres Kinzigtal - Wer ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfrewilligendienst leisten möchte, hat die Wahl zwischen den verschiedensten Tätigkeiten. Für das "Essen auf Rädern" sucht die Awo in diesem Rahmen wieder Fahrer.

Im Zuge der Corona-Pandemie hatte sich im vergangenen Jahr die Nachfrage nach dem Mittagessens-Angebot deutlich erhöht (wir berichteten). Sei davon ausgegangen, dass diese Nachfrage mit Öffnung anderer Angebote wie Tagespflege wieder abflauen würde, blickt Ursula Fix zurück. Aber: "Wir haben immer noch sehr viele Kunden", sagt Fix.

Diese würden das flexible Angebot sehr zu schätzen wissen. Denn wer "Essen auf Rädern" bestellt, kann das flexibel an einzelnen Wochentagen tun. Und so erklärt sich auch, dass die Anzahl der Essen, die ausgefahren werden, sich leicht erhöht hat – es aber laut Fix deutlich mehr Kunden gibt.

Seit Corona-Pandemie deutlich mehr Kunden

Wer in die Tätigkeit bei der Awo einsteigt, hat davon allerdings deutlich mehr als "nur" Essen auszufahren. Das weiß auch Britt-Marie Henke, die für ein halbes Jahr als FSJ-lerin dabei war. Auch wenn Abstandhalten aufgrund der Bestimmungen im Zuge der Corona-Pandemie geboten ist, haben die Fahrer Kontakt zu ihren Kunden. Man sollte offen sein und sich nicht scheuen, auf andere Menschen zuzugehen, weiß Henke nach der sechsmonatigen Arbeit. Und: Neben dem Ausfahren des "Essens auf Rädern" warten auch noch andere Aufgaben – Fahrdienste für Awo-Kunden beispielsweise oder kleinere Arbeiten im Zuge der Hauswirtschaftshilfe.

Britt-Marie Henke hat vor der Mitarbeit bei der Awo ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht und so viele Facetten der sozialen Arbeit kennen gelernt. Die vergangenen sechs Monate seien "ein guter Ausgleich" zu der Arbeit mit Kindern gewesen, sagt sie und lacht. Nach dem Abitur habe sie zunächst nicht genau gewusst, was sie machen möchte und sich daher bewusst zum Freiwilligen Sozialen Jahr entschieden. Die Awo sei ihr empfohlen worden. Zunächst habe sie einen routinierten Fahrer bei einer Tour begleitet und schnell gemerkt: "Das macht großen Spaß", sagt sie. Die Arbeit mit Menschen liege ihr.

Tätigkeit ist eine spannende Erfahrung

Ob sie die Tätigkeit bei der Kinzigtäler Awo weiter empfehlen würde? "Auf jeden Fall", sagt sie begeistert. Wer etwas Neues ausprobieren wolle, sei hier an der richtigen Adresse.

Ursula Fix lädt Interessiere dazu ein, sich einfach zu melden. Für junge Menschen sei die Tätigkeit eine gute Möglichkeit, selbstständiger und reifer zu werden. Sie sollten aufgeschlossen sein und – natürlich – über einen Führerschein verfügen. Ob die Tätigkeit im Rahmen eines Bundesfreiwilligendiests beziehungsweise FSJ für ein halbes oder ganzes Jahr aufgenommen wird, ist laut Fix ebenso flexibel abzusprechen wie das Einstiegsdatum. Sie freut sich über Jeden, der das – altersmäßig gut durchmischte – Team ergänzen möchte.

Die Awo im Kinzigtal sucht Interessierte, die sich vorstellen können, im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs beziehungsweise Bundesfreiwilligendiensts Tätigkeiten überwiegend im Bereich "Essen auf Rädern" aufzunehmen. Interessenten können sich unter Telefon 07832/­4522, 07833/245 oder per E-Mail an ambulante-dienste-kinzigtal@awo-ortenau.de melden. Ursula Fix freut sich auf motivierte Interessenten mit Führerschein, die zunächst eine Probefahrt mitmachen.