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Haslach i. K. Läufer und Springer sind positioniert

SchwaBo-Mitarbeiterin Christine Störr spielt zum ersten Mal nach Jahren wieder Schach und zwar gegen Stefan Armbruster vom Schachclub Haslach. Sie lernt verschiedene Taktikkombinationen und darf die Partie eröffnen. Foto: Störr

Schach – das große Spiel um die richtige Strategie. Es ist viele Jahre her, dass ich an einem Schachbrett saß, um mir ein Duell auf schwarzen und weißen Feldern zu liefern. Und es ist noch viel länger her, dass ich mir dabei ziemlich dumm vorkam.

 

Aber der Reihe nach: Es ist Mittwoch, 19 Uhr, die Trainingszeit des Haslacher Schachclubs. Die 30 Grad Außentemperatur werden im Sitzungsraum des Bollenbacher Dorfgemeinschaftshauses locker getoppt, trotz der verschlossenen Jalousien.

Drinnen sind vier Herren in ihre Spiele versunken, drei Jungs üben mit Stefan Armbruster strategische Spielzüge. Mit ihm stehen mir auch seine 35 Jahre geballte Schacherfahrung gegenüber, von der er mir heute etwas vermitteln möchte.

Die Zentrumstheorie

Und Stefan Armbruster legt auch gleich los, erklärt mir die Zentrumstheorie und die Bedeutung der entsprechenden vier Felder. "Beim Schach werden die Figuren koordiniert und positioniert, um die maximalen Möglichkeiten herauszuholen", fasst er zusammen und erklärt das Entwickeln der "Läufer" und "Springer" als Leitfiguren im Spiel.

Taktikkombinationen

Um die Wirkung der Figuren zu visualisieren, baut Stefan Armbruster eine Figurenstellung für mich auf. "Die Kunst beim Schachspiel besteht darin, Stellungsmerkmale zu erkennen", ist dem versierten Spieler klar. Na ja, im sehr überschaubaren Übungsaufbau ist es wirklich nicht schwer zu erkennen, wie der König in zwei Zügen Schachmatt gesetzt ist. Wie die Figuren dabei zur "Fesselung" und "Hinlenkung" des Gegners beitragen, oder wie sie als "Opfer" eingesetzt werden, ist eine spannende Sache.

Die Eröffnung

Nach einer knappen halben Stunde wird es ernst, es sind genügend Taktik-Kombinationen durchgespielt – Schwarz und Weiß stehen sich gegenüber. Stefan Armbruster ist sehr zuvorkommend und überlässt mir die weißen Spielfiguren, "weil Weiß in den ersten Zügen im Anzugsvorteil ist. Schwarz kann da nur reagieren." Das finde ich ja echt nett. Wie zuvor besprochen, eröffnet der Bauer, die Läufer werden positioniert, die Springer folgen – bis dahin bin ich noch gut dabei.

Die Rochade

"Jetzt sind die Figuren entwickelt und es wird einfach Schach gespielt", muntert Armbruster mich auf. Der nächste Zug ist die Rochade, um den König zu schützen und ab da höre ich bei jedem meiner Züge: "Kann man so machen – aber…" Ich sitze am Tisch und fühle mich wie das Kaninchen vor der Schlange. Jede meiner Bewegungen auf dem Spielbrett wird mit Argusaugen bewacht – und ich habe keinerlei Idee, was ein guter Zug sein könnte.

Ich sehe die strategischen Möglichkeiten einfach nicht und kann mir aufgrund der vielen Spielfiguren beim besten Willen nicht vorstellen, wo "gefesselt", "hingelenkt" oder "geopfert" werden sollte. "Je mehr strategische Motive man kennt, je größer ist die Chance, sie auf dem Brett wieder zu finden", erklärt mir Stefan Armbruster. "Am Ende ist alles eine Frage des Vorherberechnens der nächsten Spielzüge. Mit etwas Übung kann man schnell Erfolge sehen."

Schachmatt

Nur leider hilft mir das jetzt nicht weiter. Die einst so vertrauten Spielzüge sind im Laufe der Jahre wohl in irgendeiner Gedächtnisschublade verschwunden und verstauben dort. Und dann sehe ich doch noch das Schachmatt in den nächsten zwei Spielzügen voraus – allerdings das meines eigenen Königs.

  INFO

Der Schachclub

Im Haslacher Schachclub sind derzeit 50 aktive Spieler aktiv. Es gibt drei Mannschaften. Die erste spielt in der Bereichsklasse, die zweite in der Bezirksklasse und die dritte in der Kreisklasse A. Der Trainingstag ist immer mittwochs ab 19 Uhr, im Bollenbacher Dorfgemeinschaftshaus, in der Kinzigstraße 8. Die Jugend trainiert ebenfalls mittwochs, allerdings schon um 17.30 Uhr.

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