Coronavirus trifft Region hart Haslacher Familie setzt sich für Menschen in Uganda ein

Die Schulkinder in Uganda leben in den ärmlichsten Verhältnissen: Es fehlt an Wasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Nun schadet das Coronavirus der Region zusätzlich. Foto: privat

Haslach - Ein Hilferuf aus Uganda hat die Haslacher Familie Katja und Armin Klausmann erreicht. In der von ihnen unterstützten ›Archbishop Kiwanuka Primary School" in Nakirebe hat das Corona-Virus schwere Erkrankungen ausgelöst – und es fehlt dort vor allem an Wasser und Nahrungsmitteln.

Im Telefonat mit dem katholischen Mönch und Schulleiter Brother John Kizito wird das Ausmaß der katastrophalen Situation deutlich: Er spricht langsam und kurzatmig, erholt sich selbst nur schleppend von seiner Covid-19-Erkrankung. Jetzt hat sich auch sein leitender Mitarbeiter Duncan Mboga mit dem Virus infiziert – Schutzausrüstung, Medikamente oder Impfungen gibt es in Nakirebe (Nähe Kampala) nicht. Die Verzweiflung ist groß, Uganda befindet sich erneut in einem streng überwachten Lockdown von sieben Wochen und im Krankenhaus fehlt es an Sauerstoff. "Es sterben hier extrem viele Menschen an Covid", verdeutlicht Brother John am Telefon.

Es fehlt an allem - vor allem an Wasser

In der Schule gibt es derzeit einige schwer erkrankte Lehrer, zwei schwer erkrankte Kinder und sechs Kinder, denen nicht mehr geholfen werden kann. Es fehlt an allem. Vor allem aber an Wasser, denn die ohnehin zu schwache und alte Pumpe ist endgültig kaputt gegangen. Der SchwaBo hatte im vergangenen Jahr über das Hilfsprojekt für eine leistungsstarke Pumpe berichtet, nachdem in einem ersten Schritt Leitungen und Duschen mit finanzieller Unterstützung aus dem Kinzigtal gebaut wurden.

Aufgrund der hohen Kosten konnte die neue Pumpe bisher nicht realisiert werden. Jetzt muss das Wasser teuer eingekauft und per Tanklaster herbeigeschafft werden. "Dafür wird aktuell Geld von dem Ansparkonto für die Pumpe genommen, es geht nicht anders", erklärt Katja Klausmann. Denn Wasser wird notwendiger als zuvor für das Waschen der Hände benötigt, die einzig mögliche Hygienemaßnahme. "Armini", sagt Brother John immer wieder zum Armin Klausmann, "wir haben kein Geld, keine Hilfe, wir wissen nicht, wie lange wir noch durchhalten können." Auf die Frage nach Unterstützung seitens der Kirche als Träger der Schule, zeigt sich der Mönch verzweifelt: "Wir bekommen nichts. Wir haben um eine Unterstützung für die Kinder in Höhe von 1 000 Euro gebeten, um Früchte, Desinfektionsmittel, Medikamente und vor allen Dingen viel mehr Wasser zu kaufen. Aber es gibt keine Hilfe." Wer sich auf das Corona-Virus testen lassen möchte muss dafür ins Krankenhaus gehen – und 70 Dollar bezahlen. Also ein Ding der Unmöglichkeit bei derzeit 43 Waisenkindern, neun Lehrern und vier helfenden Schwestern in der Schule. Am Ende bittet Brother John darum für sie zu beten: "Wir brauchen Gottes heilende Hände."

Wer helfen möchte, kann unter dem Verwendungszweck "Nothilfe Uganda" auf das Konto: DE 60 6645 1548 0010 8417 67 bei der Sparkasse Haslach-Zell spenden. Infos gibt Familie Klausmann unter Telefon 07832/97 53 79.

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