Haslach i. K. Erhalten – aber nicht um jeden Preis

In der Neuen Eisenbahnstraße waren Bäume gefällt worden. Im Zuge der Neugestaltung des Areals hat die Stadtgärtnerei aber für Ersatz gesorgt. Foto: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Stadtgärtnerei informiert über Baumpflegemaßnahmen 2021 / Klimawandel hält Einzug

Ein beeindruckender Baumbestand prägt Haslachs Stadtbild. Damit das auch weiterhin so bleibt, pflegt die Stadtgärtnerei diese Bestände regelmäßig.

Haslach. Über die entsprechend anstehenden Maßnahmen informierte Stadtgärtner Uwe Schweitzer in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Den Planungen liegt eine Baumkontrolle zugrunde, die im März 2021 durch die Firma Pfefferer Baumkultur vorgenommen wurde.

Demnach müssen in der Stadt in diesem Jahr zwölf Bäume "entnommen" – also gefällt – werden. Die Gründe dafür sind unter anderem Befall mit Hallimasch, Stammfäule oder Rindenkrebs. Pflegemaßnahmen sind in diesem Jahr an 134 Bäumen vorzunehmen – für Schweitzer ein erfreulicher Abwärtstrend. Denn gemäß der zuletzt erfolgten Baumkontrolle mussten in den Jahren 2019 und 2020 noch 555 Bäume gepflegt werden. "Das ist das Ergebnis der kontinuierlichen Kontrolle, Pflege und zielorientierten Erhaltung von prägenden und zukunftsfähigen Bäumen", betonte Schweitzer. Es gehe der Stadtgärtnerei keinesfalls darum, Bäume zu fällen.

Und auch nicht darum, den Baumbestand insgesamt zu reduzieren. Das verdeutlichen die Zahlen der bereits erfolgten und noch geplanten Neupflanzungen für 2021: 67 sind bereits gepflanzt, planmäßig sollen noch rund 40 dazu kommen. Die Stadtgärtnerei plant, diese beispielsweise am Tiergehege Bollenbach, am Bächlewaldweg und im Umfeld des Baugebiets Brühl III zu setzen.

2019 zählte das Baumkataster insgesamt 1699 Bäume. Für 2021 führt es 1625 auf, wobei etwas mehr als 50 noch nicht erfasst seien, so Schweitzer.

Für Arbeiten im Kataster hat die Stadtgärtnerei in diesem Jahr etwas weniger als 10 000 Euro an eine Fremdfirma vergeben. Die übrigen Aufwendung in Höhe von rund 7300 Euro erbringt sie in Eigenleistung. Seit 2019 wurden fast 83 000 Euro in die Pflege des Baumbestands investiert.

Dieser wird sich in den kommenden Jahren dennoch verändern. Zum einen erfordern Sicherheitsbedenken mancherorts ein Eingreifen: Beispielsweise am viel frequentierten Fußweg in der Sägerstraße Richtung Einkaufsmärkte. Dort werden Wurzeln zu Stolperfallen. Auch im Spießacker und an manchen andren Stellen bereiten die Bäume Sorgen. Auch, weil einige Arten bereits deutlich unter dem Klimawandel leiden. Solche würden über kurz oder lang durch sogenannte "Klimabäume" ersetzt, machte Schweitzer deutlich. Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass die zusätzliche Bewässerung der besonders betroffenen Bäume nicht machbar sei. Und manchmal geht es dann schnell: "Der Baum ist trocken und geschwächt, der Hallimasch erledigt den Rest", so Schweitzer.

Er zeigte aber auch, dass der Baumbestand an anderer Stelle sich erfreulich entwickelt. Die Neuordnung der Alten Eisenbahnstraße auf Höhe des Hukla-Areals hat eine Neupflanzung einiger Bäume ermöglicht. Andere imposante, bereits seit vielen Jahren gewachsene, Bäume bezeichnete er als "absolut erhaltenswert".

Bürgermeister Philipp Saar bedankte sich bei Schweitzer ausdrücklich für das, was er mit seinem gesamten Team leiste.

Den aktuellen Zahlen lagen Vergleichszahlen aus 2019 zugrunde. Das hat einen pragmatischen Grund: 2020 konnte wegen der Corona-Pandemie keine Baumkontrolle vorgenommen werden.