Haslach i. K. Einladung in Hansjakobs neuen Freihof

Historikerin Monika Spiker-Beck und Diplom-Restauratorin Diane Lanz montieren ein Original-Messgewand Heinrich Hansjakobs in einen Schaukasten. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Christine Störr

Haslach. Das neu konzipierte Haslacher Hansjakobmuseum wird am Sonntag, 10. August, um 10.15 Uhr mit einem Festakt im "Freihof" und anschließendem Tag der offenen Tür wieder eröffnet. Bei einem "Baustellen"-Besuch konnte der SchwaBo schon feststellen, dass sich die Investitionen gelohnt haben.

Im Dezember 2012 war ein Grundkonzept zur Neugestaltung des Museums erarbeitet worden, ein Jahr später hatte sich der Haslacher Stadtrat die fertigen Pläne erklären lassen. Derzeit geben sich die Handwerker die Klinke in die Hand, werden die letzen Stellwände oder Schaukästen montiert und letzte Dekorationen angebracht.

1985 hatte Manfred Hildenbrand das Museum in seiner ursprünglichen Form übernommen und seither wissenschaftlich immer auf dem neuesten Stand gehalten.

Das bisherige Konzept des Hansjakobmuseums beruhte auf dem lebensechten Nachempfinden von Hansjakobs letzten Lebensjahren, die er im Haslacher "Freihof" verbracht hatte. Hier gelte Manfred Hildenbrand eine besondere Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz um das Museum, meinte Kulturamtsleiter Martin Schwendemann.

Das grundlegend Neue am jetzigen Konzept sei der Erhalt des Originalen: "Vieles ist im Laufe der Zeit ins Museum geschafft worden, das zwar aus der alten Zeit, nicht aber von Heinrich Hansjakob stammt." Diese Teile seien aus dem Museum entfernt worden, lediglich das Esszimmer und die Kapelle seien weitestgehend unverändert erhalten geblieben. Dort wurden jetzt überraschende audiovisuelle Effekte eingebaut.

Die beauftragte Historikerin Monika Spicker-Beck aus Freiburg habe sich sehr schnell in das Thema Hansjakob eingearbeitet und die konzeptionelle Arbeit begleitet. "Es galt die Original-Substanz zu erhalten, sie zu objektivieren und einen zeitgemäßen Museumscharakter zu schaffen", erklärt Schwendemann. Man habe sich am Lebenslauf Hansjakobs orientiert und einige Sonderthemen implementiert. Im nächsten Schritt sei dann die Umsetzung der Details nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der Fachfirma "Raumeinsichten" vorgenommen worden. Eine vorsichtige Vitrinage, wenig Text und audiovisuelle Erlebnisse seien als ausschlaggebende Ergebnisse erlebbar.

Teilweise wurden auch Original-Böden des Hauses frei gelegt und restauriert. Das Herzstück des Museums gilt dem Wirken Heinrich Hansjakobs als Schriftsteller. In seinen Büchern kann geblättert und gelesen werden, zu jedem Werk gibt es eine hörbare Zusammenfassung.

Die Gesamtkosten von 175 000 Euro seien nur durch die Leader-Förderung von 110 000 Euro zu stemmen gewesen. Dass Hansjakob für die Region identitätsbildend und touristisch nicht uninteressant sei, habe die Förderung möglich gemacht.

Obwohl sich das Hansjakobmuseum jetzt auf der Höhe der musealen Zeit befindet, birgt der Freihof laut Schwendemann weiteres Entwicklungspotenzial. So gibt es zum Beispiel einen ungenutzten Weinkeller und die inhaltlich interessanten Ausstellungen der Haslacher Maler Laible und Sandhaaas in den oberen beiden Stockwerken.