Psychische Belastungen nehmen zu Ein schwieriges Jahr für die Kinder

Üblicherweise finden im Haslacher Jugendhaus zahlreiche Angebote für die Jugendlichen statt – davon wurde viel ins Internet verlagert. Auch die kommunale Jugend- und Sozialarbeit hofft jetzt auf eine fortschreitende Rückkehr zur Normalität. Foto: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

Corona: Jugend- und Sozialarbeit Haslach legt Jahresbericht vor

Haslach - Die Kinder und Jugendlichen haben in der Corona-Pandemie Enormes geleistet. Das ist im Jahresbericht der Kommunalen Jugend- und Sozialarbeit deutlich geworden.

Leiterin Samira Jilg und ihr Team berichteten von einem schwierigen Jahr voller ungewöhnlicher Herausforderungen – und ohne einen Kontakt zu den Jugendlichen, wie man es mitunter gewöhnt ist.

Insbesondere die offene Jugendarbeit mit ihren Angeboten im Jugendhaus hat unter der Pandemie starke Abstriche machen müssen. Erst fand sie gar nicht statt, dann verlor sie durch strikte Kontaktbeschränkungen, Tischkarten und Personenzahlbeschränkungen ihren offenen Charakter. Das befand Robin Miller, im Team zuständig für diesen Bereich. Er verband damit die Hoffnung, dass es bald wieder in "normaleren"­Bahnen laufen werde.

Langfristige Auswirkungen sind große Herausforderung

2020 fanden viele der Angebote der Jugendarbeit digital statt. Die bereits bestehende Werkstatt in der Garage im Hinterhof des Jugendhauses wurde generalüberholt und mit neuen Maschinen und Werkzeug ausgestattet. Als besonderer Höhepunkt beteiligten sich viele Jugendlich bei der Spendenaktion "Läuft bei dir?". Dort konnte eine Spendensumme von 3500 Euro der Lebenshilfe übergeben werden.

Leiterin Samira Jilg hatte zuvor von einem "sehr dynamischen" Jahr gesprochen. Seit Dezember sei das Team glücklicherweise wieder vollzählig (siehe Info). Insgesamt sei 2020 deutlich von der Corona-Pandemie geprägt gewesen. "Kinder und Jugendlichen stecken mitten in ihrer Entwicklung, wollen Grenzen testen, brauchen soziale Kontakte und eine Tagesstruktur", so Jilg. Die emotionalen und psychischen Belastungen hätten extrem zugenommen und spiegelten sich etwa durch Depressionen oder selbstverletzendes Verhalten wider.

Wichtig sei, den Adressaten der Jugendarbeit niederschwellige Angebote zu bieten und auch wieder persönlich ansprechbar zu sein.

Sarah Ehret hatte Glück im Unglück: Sie trat ihre erste Stelle nach dem Studium im Haslacher Jugendhaus-Team mitten im Lockdown an – als Schulsozialarbeiterin keine leichte Aufgabe. Sie dankte dem Team und dem Lehrerkollegium für die gute Einarbeitung. In der Grundschule hätten Gespräche überwiegend in Präsenz stattgefunden, auch in der Notbetreuung war die Schulsozialarbeit punktuell im Einsatz. Jilg berichtete von einer deutlich komplexeren Lage als sonst in der Sekundarstufe II. Dass das Alkohol-Präventionsprojekt trotz Corona stattfinden konnte, war ihr ein besonderes Anliegen. Und für 2021 blickte sie voraus: "Die Kinderwiese wird auf jeden Fall stattfinden!".

Die langfristigen Folgen, die die Pandemie auf die Kinder und Jugendlichen hat, werden die Jugend- und Sozialarbeit jedoch noch lange beschäftigen. Jilg benannte dies als große Herausforderung für die kommende Zeit.

Das Team der kommunalen Jugendarbeit ist seit Dezember 2020 wieder vollständig. Neue Teammitglieder sind: Robin Miller mit 50 Prozent Stellenanteil in der Offenen Jugendarbeit und Sarah Ehret mit 70 Prozent Stellenanteil in der Schulsozialarbeit. Sie unterstützen Leiterin Samira Jilg und Maximilian Tanzer, der als Jugend- und Heimerzieher ebenfalls im Bereich der offenen Jugendarbeit tätig ist.