Haslach i. K. "Die Versorgung wird komplexer"

Katharina Moser übernimmt die Pflegedienstleitung der Sozialstation Haslach. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Bei der Haslacher Sozialstation des Caritas-Verbands Kinzigtal steht ein Umbruch in der Pflegedienstleitung an. Katharina Moser wechselt am 1. Dezember von ihrer bisherige Stellvertreterposition in die Leitungsfunktion.

Haslach. Pflegedienstleiter Frank Schönwetter verändert sich nach fünf Jahren aus familiären Gründen in Richtung Offenburg.

Katharina Moser ist in der Raumschaft Haslach nicht unbekannt, seit 2016 ist sie die stellvertretende Pflegedienstleiterin bei der Sozialstation und hat ihre familiären Wurzeln im Kinzigtal. Mittlerweile lebt sie in Bollenbach und erklärt gegenüber dem Schwabo ihren beruflichen Werdegang. Die Fachhochschulreife habe sie am Offenburger Berufskolleg für Gesundheit und Pflege erlangt, wo sie durch Praktika unterschiedliche Pflegeeinrichtungen kennenlernte.

"Nebenbei habe ich damals meine Großeltern versorgt und bin über ein Praktikum erstmals ins Alfred-Behr-Haus gekommen", verwies Katharina Moser auf die Anfänge. 2011 habe sie dort ihre Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen und drei Jahre später mit Examen abgeschlossen. Ein weiteres Jahr Berufserfahrung wurde gesammelt, bevor sie in den ambulanten Pflegebereich Richtung Gengenbach wechselte. 2015 schrieb sie sich dann in der katholischen Hochschule zum berufsbegleitenden Studium "Management im Gesundheitswesen" in Freiburg ein.

Dass der Arbeitsplatz als stellvertretende Pflegedienstleitung in der Haslacher Sozialstation 2016 frei wurde, erwies sich für die heute 27-Jährige als Glücksfall. Sie verlegte ihren Wohnsitz von Gengenbach nach Bollenbach, begann die Arbeit in Haslach und führte ihr Studium in Freiburg fort. "Es war ein Spagat zwischen allem", blickt sie auf die turbulente Zeit zurück. "Aber die Mischung aus theoretischem Studium, der praktischen Arbeit mit den Kollegen und den Menschen der Region sowie den auszuarbeitenden Hausaufgaben hat mir sehr viel gebracht."

Im Januar 2019 hatte sie ihr Collegium in der Tasche – und nahm sich erst einmal eine ordentliche Auszeit. "Vier Monate war ich auf Weltreise und habe viel gesehen", erzählt die junge Frau. Seit Juli arbeitet sie wieder als stellvertretende Pflegedienstleitung in der Sozialstation und hat sich auf den Stellenwechsel gut vorbereitet. "Im täglichen Betrieb haben Frank Schönwetter und ich eigentlich sowieso alle Aufgabenfelder bearbeitet, damit wir uns gegenseitig gut vertreten konnten."

Die Arbeit im Sozialstation-Team für sie was Besonders. "Es gibt viele langjährige Mitarbeiter mit sehr großer Erfahrung, auf die mich absolut verlassen kann."

Dass sie sich mit Abschluss des Studiums jetzt ganz auf die Arbeit konzentrieren könne, erleichtere vieles. "Es ist total schön, dass ich schon drei Jahre da bin und mich nicht komplett neu einarbeiten muss." Dass es an Aufgaben nicht fehlen wird, zeigt ein Blick in die verschiedenen Bereiche, die von der Sozialstation abgedeckt werden (siehe Info). 65 Beschäftigte arbeiten dort entweder als Pflegefachkräfte oder –Assistenten.

"Durch den Mangel an stationären Pflegeplätzen und Kurzzeitplätzen muss viel in der Häuslichkeit abgedeckt werden", verweist Katharina Moser auf einen zunehmenden Bedarf. "Die Versorgung der Menschen wird komplexer und ohne den deutschlandweit größten Pflegedienst – die Angehörigen – wäre es nicht zu schaffen."

Die gesellschaftlichen Veränderungen und denen in den familiären Strukturen würden die Pflege weniger gut planbar machen. "Heute haben wir überwiegend kurzfristige Einsätze und auch die Palliativeinsätze nehmen zu, weil stationäre Plätze fehlen." Damit würden die Mitarbeitenden immer wieder vor neue medizinische Herausforderungen gestellt, was als spannend und gut zu bewerten sei.

Die Haslacher Sozialstation ist im Caritas-Verband Kinzigtal aufgegangen und betreut die Ortschaften Haslach, Hofstetten, Mühlenbach, Fischerbach, Steinach und Welschensteinach. Das Angebot umfasst häusliche Pflege, Hauswirtschaft, Tagespflege, Demenzbetreuung, Verhinderungspflege, Beratungen, Anleitung und Schulung, Dorfhilfe und Familienpflege, Essen auf Rädern, Haus-Notruf und Palliativpflege.

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