Haslach i. K. Die Strukturen stehen noch nicht fest

Auf dem Weg zur Kirche 2030 könnte in Haslach künftig ein Pastorales Zentrum für die neue Großpfarrei entstehen.Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Auf dem Weg zur Pastoral 2030 und der damit verbundenen Kirchenentwicklung wird derzeit in 18 Fachgruppen gearbeitet. Während einer digitalen Dekanatsrat-Sitzung informierte Ruth Scholz die Teilnehmer aus mehreren Seelsorgeeinheiten.

Mittleres Kinzigtal. "2019 wurde das Projekt von Erzbischof Stefan Burger auf den Weg gebracht, um zentrale Zukunftsfragen zu beantworten", blickte die Dekanats-Referentin auf die Anfänge. Beispielsweise nach der weiteren Präsenz des Evangeliums in der Gesellschaft, nach dem Leben und Wachsen der Kirche als Gemeinschaft im Glauben oder der Bedeutung der Frohen Botschaft für den einzelnen Menschen.

"Das Ziel ist eine Kulturveränderung in der ganzen Erzdiözese, eine Entwicklung, von der alle Ebenen und alle Einrichtungen berührt sein werden", fasste es Dekanatsleiterin Ruth Scholz zusammen. Dafür sei die vorbereitende Projektgruppe neu zusammengesetzt worden, einer starken Projekt-Führung an der Spitze würde eine breite Basis aus Vertretern relevanter Gruppierungen zur Seite stehen. Auch werde die in der Erzdiözese stark segmentale Trennung aus Pastoral und Verwaltung aufgegeben.

Konzeptionsphase wird 2022 abgeschlossen

Eingeteilt in drei Phasen befinde man sich mit der "Kirche vor Ort" derzeit in der Konzeptionsphase, die bis Ende 2022 abgeschlossen sein soll. "Das hängt allerdings ein Stück weit von der Corona-Entwicklung und den Möglichkeiten für Sitzungen und Treffen ab", betonte die Dekanats-Referentin.

Zwischen 2022 und 2025 sollen mit Pilot-Projekten erste Schritte in der Transformationsphase zur Pfarrei Neu (siehe Info) gegangen werden. "Damit steht fest, dass der jetzige Pfarrgemeinderat das letzte in dieser Form gewählte Gremium in den bestehenden Seelsorgeeinheiten sein wird", blickte Scholz voraus.

Ende 2025 soll die Implementierungsphase und damit der Echtbetrieb in der neuen Pfarrei beginnen. Dabei gehe es bei der Kirchenentwicklung 2030 nicht um ein "Top-Down"-Projekt, sondern es gehe in weiten Teilen um die Partizipation. Während einige Themen mit einer differenzierten Analyse starten würden, Strategien entwickelt und eine Transformation eingeleitet werde, gehe es in anderen Bereichen eher um das experimentelle Erproben um Neues zu entwickeln und Erfahrungen zu sammeln. Im gesamten Prozess gehe es in erster Linie um eine transparente Kommunikation der Ziele und notwendigen Schritte dorthin, eine fachlich fundierte Begründung von Inhalten und Entscheidungen, um eine partizipative Gestaltung der Prozesse sowie die Erfahrung des Neuen in der Art der Prozessführung.

Für Dekanatsrat-Vorsitzende Katja Witt stand nach der Vorstellung fest: "Es hört sich vieles neu an!" Sie finde es gut, dass die Pastoral und die Verwaltung verbunden werde. Kai Möschle begrüßte es, dass der Prozess neu aufgesetzt wurde, bemängelte allerdings das Fehlen der Caritas-Vertreter als relevanter kirchlicher Gruppierung.

Für Dekan Matthias Bürkle stellte sich die spannende Frage, wie die Zwischenzeit gestaltet werde.

Transparente Kommunikation

"Wir haben im Wolftal die Situation, dass ein Pfarrer drei Seelsorgeeinheiten leitet und in Haslach stehen wir vor der Pensionierung des Pfarrers", umriss er. "Es kann nicht sein, dass wir zwei, drei Jahre ›irgendwie‹ arbeiten." Diese Frage werde er mit Domkapitular Michael Hauser erörtern.

Ruth Scholz verwies in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit von Pilot-Projekten ab 2022. Auf die Frage von Monika Brockmann nach dem Erhalt der Gemeindeteams vor Ort konnte hielt sie sich vage: "Wie die Strukturen sein werden, steht noch nicht fest."

Im Rahmen der Kirche 2030 werden aus dem jetzigen Dekanat Offenburg-Kinzigtal zwei neue Pfarreien. Im Kinzigtal werden voraussichtlich die Seelsorgeeinheiten Zell, Haslach, Hausach-Hornberg, An Wolf und Kinzig, Oberes Wolftal und Kloster Wittichen eine neue Großpfarrei bilden. Ziel ist es, die bisherigen 224 Seelsorgeeinheiten mit ihren 1057 Pfarrgemeinden der Erzdiözese Freiburg in 40 Großpfarreien zu transformieren.

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