Haslach i. K. Das doppelte "Wau" in der Kirche - Neun Gruppen schnurren

Haslach - Verschwundene Fahrräder, Hundegebell in der Kirche oder der Bürgermeister als Feuerwehrmann: In Haslach hat sich im vergangenen Jahr viel Kurioses ereignet. Beim Schnurren kam’s auf den Tisch.

Neun Gruppen - neun Lokale

Neun Gruppen ziehen am Sonntag durch ebensoviele Lokale. Sie berichten den Gästen, was dem einen oder anderen Haslacher so widerfahren ist. Den Anfang machen gegen 17 Uhr im "Storchen" Martin Schwendemann und Werner Müller.

  • Der Guller hat’s gefunden – Neu, nett und nutzlos

In welche der drei Kategorien die Cannabis-Aussaat in der Grafenstraße fällt, sei dahingestellt. Zur Höchstform läuft das Duo auf, als es um die Mitfahrbänkle geht.

Schwendemann schlägt Werner Müller ein ganz individuelles System vor, mit dem die Bürger anzeigen sollen, wo sie hinmöchten: Ein Stein in der Hand steht – na klar! – für Steinach. Mithilfe der Schweinenase geht’s nach Mühlenbach.

Und Welschen­steinach? "Da leg’ ich mich in Steinach auf die Straße. Wenn sich in Steinach einer querstellt, ist er Welschensteinacher."

Mit dem Bollenhut für Bollenbach wird’s schwierig: Wer auf der falschen Straßenseite steht, fährt nach Gutach.

  • Waschmänner

Auf ein Duo reduziert, dafür aber seit zehn Jahren dabei, waschen Herbert Rittershofer und Volker Abt wieder schmutzige Wäsche. Die Sperrung der Hof­stetter Straße wegen Baumfällarbeiten ließ ein Anwohner nicht gelten.

Die Konsequenz: Für den "King Käs von der Hofstetter Stroß" musste das Gehölz dann doch von der Straße geräumt werden. Bei Großveranstaltungen werden außerdem in Haslach demnächst die Kanaldeckel zugeschweißt. So dürfte verhindert werden, dass nach Kanalarbeiten die Pfeile für den Kinzigtallauf plötzlich kreuz und quer zeigen.

  • Gassenfezer

Die "Fezer us de Gass" haben sich diesmal gar nicht die Mühe gemacht, über die Missgeschicke anderer nachzudenken. Schließlich geht bei ihnen selbst auch das Eine oder Andere schief. Ob die Anreise zu Auftritten per Taxi oder Bus erfolgt, oder ob am Vatertag eine Kutsche zum Einsatz kommt: Im Nachhinein stellt sich die Frage, ob fahrbare Untersätze und die Musikertruppe überhaupt miteinander kompatibel sind.

Da dient die Gummilippe der Bustür als Spuckschutz und ein Taxi verliert auf der nächtlichen Heimfahrt plötzlich seine Tür. Großen Applaus gibt’s nicht nur für so viel Ehrlichkeit, sondern auch für die musikalischen Einlagen.

  • Drei deutsche Touris

Der Haslacher an sich muss wohl nicht besonders weit reisen, bis ihm ein Missgeschick widerfährt. Nach den Berichten der "Touris" Antje Hettich, Yves Falk und Tobias Rauber reichen da schon Fahrradausflüge zum hiesigen Aldi oder "Oronzo". In beiden Fällen verschwinden die Drahtesel auf mysteriöse Art und Weise, tauchen aber mindestens ebenso kurios wieder auf – zum Beispiel im Kofferraum des eigenen Autos.

Hauptamtsleiter Adrian Ritter bekommt ebenfalls sein Fett weg. Der hat (unfreiwillig) mit heißer Asche in seiner eigenen Mülltonne gezündelt.

Eine Familie eilt zur Rettung und auch die Nachbarschaft ist aufgebracht: "Vom Balkon Saar ruft’s zärtlich weich, wartet nur, ich komme gleich!" Heldenhaft löscht der Bürgermeister selbst.

  • Alexa

Amazons Sprachassistent hat gehört, dass das Haslacher Schnurren richtig Spaß macht, rebelliert und macht jetzt selber mit. Alice und Richard Kienzler berichten vom Hundegebell in der Haslacher Kirche bei Saars Hochzeit, das Pfarrer Christian Meyer spontan zu seinem Einstieg in die Predigt inspirierte: "Wau".

Schwägerin Simones misslungene Esskastanien werden ebenso auf den Tisch gebracht wie ein Beo, der 20 Jahre lang sein Dasein in der Gefriertruhe fristete und schlussendlich ausgestopft wurde. Mit den kurzen "Hey, hey, hier kommt Alex-A"-Einlagen steigt die Stimmung.

  • ’S Dumm-Dumm-G’schoss

Ute Müller ist mit Marco Gutmann unterwegs – und das diesmal "vegan-flexitarisch", weil Marco eben auch nicht mehr der Jüngste ist.

Nachdem er sich anhören musste, dass das "Gewand der Liebe" auch mal wieder gebügelt werden müsste, hat er sich im Fitnessturm angemeldet. Die perfekte Überleitung zur Geschichte des bei Hoferers zubereiteten leckeren Essens im Thermomix – für den Hund, die Familie geht leer aus.

Besonders hat Marco Gutmann sich dieses Jahr auch über die Weihnachtskarte von "Nold und Geiger" gefreut, auf der zu lesen ist: "Alles Gute zum Geburtstag!" Aus dem Zuschauerraum entgegnet Michael Geiger: "Es gibt eben kein größeres Christkind in Hasle als Marco!"

  • De Depp vom Dienst, de Seggel am Bahnhof und de Ochs am Berg

Unter anderem von einem feuchtfröhlichen Debüt beim Narrenblättle-Verkauf berichten Nils Maier, Alexander Maier und Manuel Seitz. "Der Semmel" muss dabei nämlich nicht nur "morgens, mittags, abends laufen", sondern eben auch "saufen".

Die Melodien passen wie immer bestens, und so heißt es zu gleich zwei Feuerwehreinsätzen in der Frühmess über das abgebrannte Unkraut: "Burn, Motherfucker, burn".

Die misslungenen Versuche der Ehefrau des Stadtbaumeisters, dessen Hemden zu bügeln, verleiten zu der Frage: "Inge, warum hast du nichts gelernt?". Hat sie am Ende: Dass man nicht mit Zuckerwasser bügeln sollte.

  • Lückenbüßer

Für den Fasents-Schlager in Haslach 2020 dürfte Ferdinand Holzer gesorgt haben. Als "Lückenbüßer" oder -füller tourt er diesmal im Reigen der Schnurranten mit. Das "Lied des Lebens" sorgt für ausgelassene Stimmung und schunkelnde Narren. Holzer hatte damit vor zwei Jahren in der Pause im "Grünen Baum" schon für Furore gesorgt.

Auch im "Storchen" kommt die Nummer bestens an. Nicht vergessen: "Das kommt vom Rudern ..."

  • Schwimmkurs in Hasle

Jürgen Blank und Jochen Burger freuen sich beim Einzug in den "Storchen" derart über die Presse, dass sie diese erstmal nass machen. Geschenkt –­ sowas bleibt beim Schwimmkurs halt nicht aus.

Gleich zweimal hat das Duo "Piefke" Martin Schaeffer auf dem Kieker, weil der ihrem Befinden nach eben so Vieles so gut kann. Zum Beispiel Holunderbeerensaft kochen und diesen direkt in den Abfluss kippen. Oder – als Grüner! – ein uraltes Auto fahren.

Das hat aber nicht schon auf den ersten Metern der Urlaubsfahrt den Geist aufgegeben, sondern nur die E-Zigarette im Handschuhfach.

  • Abschluss

Beste Stimmung und donnernder Applaus sind der Lohn aller Schnurrgruppen im "Storchen". Dort wird am Sonntagabend diesmal auch der Abschluss für die Schnurranten gefeiert.