Haslach i. K. Bürgermeister appelliert, lokal einzukaufen

Haslachs Bürgermeister Philipp Saar hielt auf seiner Facebook-Seite eine Online-Sprechstunde. Screenshot: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

Haslach. Kontaktverbote, Schließungen des Handels, Teilschließungen der Restaurants – die Lage wirkt in der Corona-Krise für viele Manchen unübersichtlich. Haslachs Bürgermeister Philipp Saar hat am Montagabend in einer Online-Sprechstunde informiert.

Bis zu 140 Personen sahen das Facebook-Livevideo, in dem der Bürgermeister sich den Fragen und Sorgen der Zuschauer widmete. Darunter waren natürlich nicht nur Haslacher – sondern auch einige der Bürgermeister aus dem Umland sahen zu. Am Folgetag kletterte Zahl der Video-Aufrufe bald auf deutlich mehr als 2000.

Zunächst informierte Saar über den aktuellen Sachstand und ging die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württenberg durch. Die umfangreichen Maßnahmen zum Kontaktverbot seien nötig, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen, erklärte Saar. Das Gebot der Stunde sei, die Kurve an Neuinfektionen flach zu halten, damit das Gesundheitssystem nicht kollabiere. Ostern werde derzeit als "Stichtag" gesehen, um zu ermitteln, wo das Land stehe.

Viele Anfragen hätten die Verwaltung bereits erreicht, was das Thema Notbetreuung betrifft. Beide Elternteile – oder der Alleinerziehende – müssen in Bereichen der kritischen Infrastruktur arbeiten, um diese erhalten zu können. Bewährt habe sich in der Erfahrung der Verwaltung, dass Betroffene sich zunächst direkt an die Institution wenden, in der das Kind normalerweise untergebracht ist (Kita, Kindergarten oder Schule). Einem Kommentar, dass auf Verkäufer in Supermärkten zur kritischen Infrastruktur gehörten, stimmte Saar zu. Jedoch hätten diese nach aktueller Verordnung keinen Anspruch auf Notbetreuung.

An einer anderen Front gab er Entwarnung. Auch wenn die hiesigen Geldinstitute den Publikumsverkehr heruntergefahren haben, sei die Versorgung mit Bargeld gesichert. Er habe sich dahingehend noch am Montag bei den Banken erkundigt, so Saar.

Ein Kritikpunkt eines Nutzers waren die Wochenmärkte. Diese weiterhin stattfinden zu lassen, widerspreche den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Saar antwortete, diese Empfehlung sei ihm nicht bekannt. Am Samstag sei er selbst auf dem Markt gewesen. "Wie ich die Wochenmarktbesucher erlebt habe, haben die sich strikt an die Vorgaben gehalten", so Saar. Im Supermarkt wäre es fast schwieriger, die Abstandsregeln einzuhalten.

Auf der Internetseite der Stadt unter www.haslach.de sind alle Infos rund um die Corona-Thematik gesammelt. Dort können die Bürger auch sehen, welche Unternehmen – Handel oder Gastronomie – Lieferservice anbieten. Saar richtete einen eindringlichen Appell an die Haslacher, weiterhin lokal zu kaufen, um die Betriebe zu stützen. Einen Alleingang in Sachen Soforthilfen will er aber vermeiden und setzt darauf, dass Bund und Länder bald umfassende Strategien auflegen.

Stand Montagabend waren in Haslach keine Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bekannt. Auf Nachfrage erklärte der Bürgermeister, es gebe Kontaktpersonen: "Die befinden sich in häuslicher Quarantäne." Das Gesundheitsamt teile das der Stadt mit und die Polizei kontrolliere regelmäßig, ob die betreffenden Personen sich daran hielten. In Haslach klappe das zur Zeit gut.

Wann die Beschränkungen wieder gelockert werden, wollte Saar nicht abschätzen. "Ich habe leider keine Glaskugel", meinte er. Allerdings komme es auch darauf an, dass sich jeder Einzelne an das halte, was zur Zeit gelte. Allerdings sehe er keinen Anlass dafür, dass es zu einer Ausgangssperre wie in Freiburg komme. "Wir haben jetzt schon weitreichende Einschränkungen unserer Freiheit", räumte Saar ein und verdeutlichte: "Ich trage das mit und es ist wichtig, um die Kurve der Infektionen flach zu halten."

Neuralgische Punkte wie der Stadtpark oder die Spielplätze würden regelmäßig kontrolliert. Wer dort gegen die geltenden Gebote verstoße, werde sanktioniert. Insgesamt hielten die Haslacher sich aber erfreulicherweise an die Einschränkungen. Saar machte deutlich, dass er hoffe, dass dies so bleibe.

Weitere Informationen: Die Corona-Sprechstunde ist auf der Facebook-Seite von Haslachs Bürgermeister Philipp Saar als Video aufrufbar.

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