"Habe alles auf eine Karte gesetzt" Profi-Radler Jannik Steimle spricht über seine Karriere

Jannik Steimle (links) war 2015 noch Mitglied des Ortenauer Radteams Racing Students, dem heutigen Team Belle. Jetzt fährt er für das Team Deceuninck-Quick-Step.Foto: Haumesser Foto: Lahrer Zeitung

Was braucht es, um ein Profiradsportler zu werden? Der ehemalige Fahrer des Ortenauer Teams Racing Students weiß die Antwort. Denn Jannik Steimle hat es mittlerweile in eines der besten Radteams der Welt geschafft.

Die Verletzungssorgen hat Jannik Steimle mittlerweile hinter sich gelassen. Im März stürzte der ehemalige Fahrer der Ortenauer Racing Students, die heute als Team Belle auf die Strecke gehen, beim Eintagesrennen Nokere Koerse. Er erlitt einen Rippenbruch, einen leichten Pneumothorax und eine Gehirnerschütterung. Bei der Tour de Suisse war er aber wieder für sein aktuelles Team Deceuninck-Quick-Step im Sattel und hatte Zeit mit seinen ehemaligen Mannschaftskameraden zu sprechen. Über seinen Weg in den Profisport, besondere Zimmernachbarn und sein größtes sportliches Ziel informiert das Team Belle in einer Pressemitteilung.

Jannik Steimle über...

...die Dinge, die ein Profi mitbringen muss:
"Ich denke, ohne arrogant wirken zu wollen, man muss ein wenig Talent mitbringen. Oft dreht es sich auch einfach um das richtige Training. Ich habe alles auf diese Karte gesetzt und habe mir über zwei bis drei Jahre wirklich täglich alles abverlangt. Ernährung und Regeneration, das sind wichtige Faktoren. Und ja, ich bin ein Risiko eingegangen und habe nur den Radsport betrieben. In meiner Jugend war ich noch faul."

...sein schönstes Erlebnis mit den Racing Students: "Der Sieg von Marcel Fischer bei der Erzgebirgsrundfahrt war gigantisch. Er hat einfach den ganzen deutschen Konti-Teams die Ohren langgezogen."

...seinen Weg zum Team Deceuninck-Quick-Step: "Durch meine Leistungen bei der Österreich Rundfahrt sind sie auf mich aufmerksam geworden und ich habe einen Stagiaire-Vertrag bekommen. Auch der Fakt ,dass sie keinen deutschen Fahrer mehr hatten, hat sicherlich eine Rolle gespielt."

...seine liebsten Zimmernachbarn: "Am liebsten teile ich mein Zimmer mit Florian Senechal. Aber ich war auch schon mit Mark Cavendish im Zimmer, ebenso mit Bob Jungels und auch Sam Bennett."

...die schönsten Dinge am Profi-Leben: "Am schönsten finde ich das Reisen. Ich liebe es unterwegs zu sein. Es war ehrlich gesagt ein komisches Gefühl, wegen Corona und meiner Verletzung solange zu Hause zu sein. Aber ich freue mich bei jeder Reise, die ich antrete, auch schon wieder auf das nach Hause kommen, wenn meine Freundin mich am Flughafen abholt. Da genießt man die kurze Zeit zwischen den Rennen umso mehr."

...seine sportliche Zukunft: "Ich hoffe, sie wird erfolgreich sein. Ich gebe mehr als 100 Prozent für meinen Job und bis jetzt steht das Glück nicht immer auf meiner Seite. Aber ich weiß, was ich draufhabe und das will ich aller Welt zeigen. Mein größter Traum ist es, einmal die Flandern-Rundfahrt zu gewinnen."

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