Gutach Spatenstich für Uhren-Freilichtmuseumsanbau

Peter Wälde (von links), Margit Langer, Martin Wolber, Fritz Ruf, Jürgen Kaspar, Erika und Hans Aberle, Christian Weber, Jürgen Herr mit den Kindern Jürgen, Paul und Anna, Siegfried Eckert und Adolf Herr freuen sich über den ersten Spatenstich. Foto: Störr

Gutach - Das Großprojekt von Jürgen Herr (Haus der Schwarzwalduhren, Hornberg) geht beim Gutacher Freilichtmuseum in die Umsetzung. Bürgermeister Siegfried Eckert überreichte gestern die wichtigen Schriftstücke und freute sich über den Baubeginn.

Der besondere Dank des Bauherren ging an die Anwohner-Familien Armbruster und Lehmann, ohne deren Weg- und Geländeverkauf der Neubau nicht machbar gewesen wäre.

"Eigentlich hätten wir schon vor einem Jahr mit dem Bau beginnen wollen, aber die vielen notwendigen Genehmigungen haben den Beginn verzögert", erklärte er. Als grobes Eröffnungsdatum nannte er: "Kommendes Jahr im August". Dann soll neben dem großen Ladengeschäft ein Saal entstanden sein, in dem künftig Platz zur Präsentation der Uhren-Herstellung ist.

Seit Jahren arbeite er mit Reisegruppen, die während ihrer Schiffsreisen auf dem Rhein in Straßburg oder Breisach an Land gingen und sich die Uhrenproduktion ansehen würden. Künftig soll diesen Gästen in Zusammenarbeit mit dem Vogstbauernhof ein vier- bis fünfstündiger Aufenthalt ermöglicht werden. Bisher waren diese auf eine Stunde begrenzt. Außerdem wird es einen großen Bereich zur Bewirtung der Gäste geben.

Gastronom Christian Weber, bisher Gasthaus "Grüner Baum" in Haslach, erklärte das Konzept dieses Bereichs. Es werde tagsüber und abends mit gut bürgerlicher Küche, nationalen und internationalen Gerichten sowie mit badischer Küche bewirtet. Regionale Produkte sollen verarbeitet werden. "Sieben Tage die Woche, 360 Tage im Jahr", gab Weber als Maxime vor. Mit eigenem Café und Konditorei sowie einer Eisdiele wende man sich mit dem Bewirtungsangebot an die Gutacher und an Touristen.

Beide Seiten werden vom Bau profitieren

Margit Langer freute sich als Geschäftsführerin des Vogtsbauernhofs über die Bereicherung des Standorts und bedankte sich für die Attraktivitäts-Steigerung bei Herr. Sie sprach vom beiderseitigen Gewinn, Herr profitiere von den Museumsgästen und das Museum profitiere für seine Gäste von der entstehenden Gastronomie.

Mitte September beginnen die Erdarbeiten

Jürgen Kaspar, Holzbau Kaspar in Gutach, fungiert als örtlicher Bauleiter und er erklärte: "Derzeit wird die Werksplanung erstellt, Mitte September werden die Erdarbeiten beginnen". Das Gebäude passe mit dem Werkstoff Holz bestens zu dem späteren Angebot aus Kuckucksuhren und der geplanten Gastronomie.

Bürgermeister Siegfried Eckert hob die schnelle Baufreigabe seitens des Landratsamts hervor. "Innerhalb von nur einer Woche hat sie vorgelegen." Das wäre nur möglich gewesen, weil das Gebäude nicht unterkellert wäre, betonte Eckert.

Seitens der ausführenden Firma Läufer-Bau sprach Martin Wolber beim Anfertigen der Gebäude-Grundplatte von einer Herausforderung, die es zu meistern gelte. "Die Erdarbeiten beginnen in der letzten September-Woche", informierte Wolber.

Der Neubau in Zahlen: Das Gebäude wird 24 Meter breit und 52 Meter lang, bis zum First vier Stockwerke hoch und mit einer Dachfläche von 2000 Quadratmeter versehen. "Wir werden 800 Kubikmeter Holz verbauen, das entspricht etwa 1700 Festmeter Rundholz oder fünf Hektar Wald", rechnete Jürgen Kaspar. Im gastronomischen Bereich wird es 200 Innen- und 200 Außen-Sitzplätze sowie weitere 100 Sitzplätze im Saal geben. Die Grundfläche des Gebäudes beträgt 1200 Quadratmeter. Nach Fertigstellung wollen das Freilichtmuseum und Uhren-Herr gemeinsame Aktionen anbieten.