Gutach Mit blauem Auge davon gekommen

Die Gemeinde Gutach erwartet 2020 einen Deckungsbeitrag von 25 620 Euro aus dem Forstbetrieb. Foto: Jehle Foto: Schwarzwälder Bote

Auch für 2020 betrachtet die Gemeinde Gutach die Bewirtschaftungsplanung des Gemeindewalds als eher vorläufig. Wenn nichts dazwischen kommt, erwartet die Kommune einen Deckungsbeitrag in Höhe von 25 620 Euro aus dem Forstbetrieb.

Gutach. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch haben Silke Lanninger, Forstbezirkleiterin am Amt für Waldwirtschaft, und Gutachs Revierleiter Frank Werstein den Haushaltsplan vorgestellt.

"Wir wissen nicht, wie das Wetter und die Schädlingsentwicklung werden", schickte Silke Lanninger ihren Ausführungen voraus. Auf der Basis eines planmäßigen Betriebs ist ein Hiebssatz von 780 Festmeter vorgesehen. Sämtliche geplanten Hiebmaßnahmen können konzentriert im Distrikt I Allmendwald ausgeführt werden. Laut Lanninger werde wie in den vergangenen Jahren in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung unterjährig abgewogen, wie vorzugehen sei. Weiterhin sind laut Naturalplan eine Kultursicherung von einem Hektar und Habitatpflegemaßnahmen für Auerwild von 9,1 Hektar beabsichtigt.

Letzteres wurde im laufenden Jahr nicht umgesetzt, weil unter anderem die Genehmigung der Windkraftanlagen länger dauerte als geplant. Diese sei inzwischen erfolgt. Der Vertragspartner will diese Flächen als Ausgleichsflächen für die Windräder nutzen, die an der Falkenhöhe gebaut werden sollen. Hierfür kann die Gemeinde mit Einnahmen in Höhe von 18 200 Euro rechnen. In den darauffolgenden 25 Jahren wird der Pflegeaufwand und Minderertrag mit jährlich 2730 Euro Ausgleichszahlung honoriert. "Die ökologische Leistung schlägt sich auch im monetären Bereich nieder", kommentierte Lanninger die zu erwartenden Einkünfte.

Im laufenden Jahr war aufgrund Schneebruch, Sturmholz und der Aufarbeitung von Trocken- und Käferholz keine planmäßige Holzernte möglich. In Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung wurden vier geplante Hiebe auf 2020 verschoben. Auch im kommenden Jahr wird mit Folgeschäden aus dem Trockenjahr und Käferholz zu rechnen sein. Die geplanten Maßnahmen werden deshalb unter Berücksichtigung von Entwicklungen am Holzmarkt und den Erfordernissen des Forstschutzes kurzfristig abgestimmt.

Mit Vornutzungs- und Vorratspflegehieben sollen Vitalität, Stabilität und und Qualität des Gutacher Gemeindewalds gewährleistet werden.

"Wir agieren derzeit nicht, sondern reagieren", spielte Werstein auf das Eschentriebsterben 2017 und die Trockenheit 2018 an. Die schnellen Maßnahmen des Revierleiters haben laut Bürgermeister Siegfried Eckert dafür gesorgt, dass "wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind". Die Verabschiedung des Bewirtschaftungsplans 2020 erfolgte einstimmig im Gremium.

Schäden aus Trockenjahr und Käferbefall sind weiterhin möglich

Ebenso einig war sich der Rat bei der Zustimmung zum Vollzug des Plans 2018. Insgesamt war die Schadenssituation im Gemeindewald verglichen mit anderen Regionen noch sehr befriedigend. Der Anteil der Schadhözer lag im Verhältnis zur gesamten Hiebsmasse von 780 Festmeter bei 20 Prozent – ein relativ überschaubarer Schadholzanfall. Trotz etwas geringerer Einnahmen (50 295 Euro) und höheren Ausgaben (37 827 Euro) als vorgesehen, konnte im Jahr 2018 ein Betriebsergebnis von 12 468 Euro erzielt werden. Trotz der hohen Brennholz- und Industrieanteile sowie einem deutlich geringerem Holzpreis und erhöhten Aufarbeitungsaufwand verbucht die Gemeinde einen kalkulatorischen Gewinn in Höhe von 14 880 Euro.

Die Gemeinde Gutach plant für die Bewirtschaftung des Kommunalwalds 2020 mit der kurzfristigen Steuerung des Betriebsvollzugs, der Reaktion auf Holzmarkt- und Forstschutzerfordernisse, den Schwerpunkten im Bereich Pflegehiebe und einer Ausgleichsfläche mit einem positiven Betriebsergebnis in Höhe von 25 620 Euro. Die haushaltswirksamen Einnahmen betragen 60 400 Euro, davon entfallen auf Forsterzeugnisse 41 500 Euro, auf Jagdpacht 700 Euro und auf Ausgleichsfläche Habitatpflege Auerwild 18 200 Euro. Die haushaltswirksamen Ausgaben umfassen 34 780 Euro, davon für Holzernte 23 500 Euro, für Kulturen 500 Euro, für Waldschutz 500 Euro, für Fahrwegunterhaltung 1130 Euro und für Steuern/Verwaltungskosten 9150 Euro.

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