Gutach Ist 30 Jahre alter Spruch auf Schild sexistisch?

 Foto: Schwarzwaldverein

Gutach - Die Büchereckhütte, die vom Schwarzwaldverein (SWV) Gutach als Schutz für Wanderer im Jahr 1990 erbaut wurde, ist wieder einmal beschädigt worden. Ein Holzschild, das im Jahr 1993 von Josef Echle gestaltet wurde, wurde beschmiert.

Entdeckt wurde die Beschädigung von den Wegewarten des SWV um den 20. Juni herum, erzählt der Vorsitzende des Vereins, Werner Blum. Wann genau das Holzschild beschädigt wurde, ist nicht genau festzustellen, es muss irgendwann zwischen Mitte Mai und Mitte Juni passiert sein.

Das Wort "Puppe" erscheint dem Schreiberling "respektlos"

"Schnitze nicht in Hütte, Tisch und Bänke, Herz, Pfeil und Namen ein. Die Dinge glatt zu finden, wird jedem lieber sein. Auch ist es völlig schnuppe, ob hier zu lesen ist, dass du mit deiner Puppe mal hier gewesen bist". Das ist auf dem alten Schild zu lesen. Damit sollte damals den sonst überall sichtbaren Schmierereien vorgebeugt werden.

Damals sei es Mode gewesen, überall herum zu schnitzen und zu malen. "Wir haben beim Wandern im Offenburger Raum ein ähnliches Schild gesehen und fanden den Spruch lustig. Das war als Gag gemeint und sicher nicht diskriminierend", sagt Blum.

Diesen Humor konnte jemand anscheinend nicht verstehen, denn eine bisher unbekannte Person hat sich über den Begriff "Puppe" ausgelassen, und ihn als "sexistisch", "respektlos" und "sexistische Kackscheiße" bezeichnet. Diese Meinung hat der Täter auf dem Holzschild verewigt.

Verein verteidigt sich

"Der Schwarzwaldverein Gutach ist keineswegs sexistisch, wir verurteilen jedoch aufs Äußerste solche Aktionen durch Sachbeschädigung", teilt der SWV mit. "Wenn sich jemand an solchen Bezeichnungen stört, sollte er lieber den direkten Kontakt suchen. Wir sind telefonisch oder per E-Mail gut zu erreichen", äußert Blum seine Meinung.

Es sei eine Straftat,vorsätzlich Schilder und Hüttenwände zu beschmieren und zu zerkratzen und damit das Eigentum von anderen zu beschädigen. Der SWV habe die Hütte für die Allgemeinheit direkt am Westweg aufgestellt, Wanderer können sich dort ausruhen und Schutz suchen.

"Wir sind sowieso sensibel, was die Hütte angeht", so Blum. "Schon zweimal wurden Kupferdachrinnen von der Hütte gestohlen. Es ist ärgerlich, wenn man dauernd Knüppel zwischen die Beine bekommt." Für den Verein seien solche Aktionen mit zusätzlicher Arbeit und Kosten verbunden.

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