Gutach Den Alltag der Menschen im Blick

Die Adventslesung von Peter Hagmeyer in der Gutacher "Krone" stand unter dem Motto "Mir sind halt so". Hagmeyer trug lustige und nachdenkliche Texte vor. Foto: Stangenberg Foto: Schwarzwälder Bote

Lustige und nachdenkliche Töne hat Peter Hagmeyer bei seiner jährlichen Adventslesung am Dienstagabend angeschlagen. Viele Zuhörer kamen auf Einladung des Obst- und Gartenbauvereins in die "Krone".

Gutach. Humorvoll und ironisch, aber auch nachdenklich waren die Texte, die Hagmeyer Vorfeld auswählte. In gemütlicher Atmosphäre genossen die Gäste die Reime und Prosa-Texte, die Hagmeyer anschaulich und ruhig vortrug.

Das Zuhören fiel leicht, denn der Gutacher hat eine angenehme Erzählstimme. Während des Vorlesens der kleinen Geschichten, die Themen aus dem Alltag aufgreifen und sich in allen vier Jahreszeiten spielen, hörten alle Besucher gebannt zu, lachten, seufzten und schwiegen auch bei den ernsten Begebenheiten.

Das Motto des Abends lautete "Mir sind halt so". Hagmeyer las Texte der verstorbenen Mundart-Autoren Alfred Heizmann und Walter Fröhlich vor und band sie in den Jahreskreislauf ein. Sowohl Fröhlich als auch Heizmann waren am Bodensee heimisch und skizzierten unter anderem das Leben in dieser Region.

"Sche, dass ihr da seid", begrüßte Hagmeyer die Gäste, bevor er die Geschichten vortrug. Der Bodensee war immer wieder zentraler Dreh- und Angelpunkt des Vorleseabends. Dazu gehört auch der Badetourismus am Wochenende, der sich durch zahlreiche Gäste kennzeichnet, die mit Sonnenschirm und Co. an den Stränden auftauchen, ihre mehr oder weniger wohlgeformten Bäuche präsentieren oder auf der Hin- und Rückfahrt mehr Zeit im Stau als im Wasser verbringen.

Mit dem Gedicht "Von des Gärtners Lust" blickte Hagmeyer – in Anspielung auf den Obst- und Gartenbauverein – auch humorvoll auf die Tücken der geliebten Gartenarbeit. Auch beleuchtete er das Schicksal der Äpfel: "Ist seine Zeit auch abgemessen, so oder so, er wird gefressen".

Ganz andere Töne schlug Hagmeyer an, als er von der Begegnung zweier Senioren an Neujahr berichtete. Sie ist Witwe und er ist Witwer. Nach anfänglicher Skepsis ihrerseits treffen sich beide – und verbringen fortan jeden Tag miteinander. Herzerwärmend war auch ein Brief einer Enkelin, die an ihre verstorbene Großmutter schreibt.

Zum Abschluss landeten die Zuhörer wieder in der Adventszeit. Statt nur "Kerzle" anzuzünden und Glühwein zu trinken, sollten die Menschen gerade in dieser Zeit "Herz zeigen" und sich denen widmen, den es schlechter geht, lautete die Botschaft, bevor Bürgermeister Siegfried Eckert Hagmeyer in Reimform für die Lesung dankte.

Über die Autoren Walter Fröhlich und Alfred Heizmann gibt es auch Infos auf der alemannisch-sprachigen Version der Internet-Enzyklopädie Wikipedia: www.als.wikipedia.org.

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