Gutach Basteln, Werkeln, Ponyreiten

Von stürmischem Regen bis zu bestem Sonnenschein hat der Weihnachtsmarkt im Gutacher Vogtsbauernhof die ganze Wettervielfalt abbekommen. Das hat sich am Ende auf die Besucherzahlen entsprechend ausgewirkt.

Gutach. Am Freitagabend öffnete das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof offiziell um 17 Uhr die Tore. Doch da war der Parkplatz bereits zugeparkt. Ein Blick auf die Nummernschilder belegte die große Anziehungskraft. Von Rottweil über Lörrach bis nach Karlsruhe spannte sich der Bogen mit vielen dazwischenliegenden Kreis-Kennzeichen und auch ganz fremden Buchstaben-Kombinationen.

Wichtigstes Utensil war für alle der Regenschirm oder wenigstens eine Mütze, um den stürmischen Regen etwas abzuhalten. Auf dem Gelände erwarteten die Besucher dann wunderschön beleuchtete Höfe und Bäume, Buden im heimeligen Lichterglanz und ein vielfältiges Angebot.

Es roch nach selbst gemachter Seife und frischen Äpfeln, Raclette-Käse und Bratwürsten oder Glühwein und Zimtwaffeln – je nachdem, in welchem Teil des Weihnachtsmarkts man sich gerade befand. Trotz des ungemütlichen Wetters hatten sich am frühen Freitagabend doch recht viele Gäste eingefunden. Der Samstag stand im Zeichen eines regelrechten Aprilwetters: Von Regen über zeitweilig warmen Sonnenschein bis zu nasskalten Momenten war alles dabei.

Im Rahmenprogramm war am Samstag und am Sonntag sehr viel geboten, vom Ponyreiten über Baumscheiben-Nagel-Bilder bis hin zum Laternenbau standen die Kinder und Familien im Mittelpunkt.

Erstmals gab es am Rande des bunten Marktgeschehens mit "Advent pur" eine kleine Auszeit. Im gemütlich warmen Pavillon für Museumspädagogik erwartete Hans-Michael Uhl zusammen mit den Musikerinnen Marie (Harfe) und Jannica (Geige) Bartloff aus Alpirsbach seine Gäste.

Ausgezeichnete Musik, eigens für diesen Nachmittag geschriebene Texte und gemeinsame Adventslieder ließen bei Kräutertee zur Ruhe kommen. Wenn Pfarrer und Religionslehrer Uhl beispielsweise davon las, durch den Advent zu huschen und oft kleingläubig geneigt zu sein, das Glück zu kaufen anstatt es zu suchen und am Ende Antworten auf Fragen zu finden, die man sich sonst nicht stelle.

"Advent pur" lässt im Trubel innehalten

Er hatte auch eine Idee zur nachhaltigen Straßenweihnacht, bei der Überflüssiges aus dem Haushalt als Geschenk unterm Tannenbaum im Vorgarten drapiert wird – und sich nach der Christmette jeder mit einem Geschenk aus Nachbars Garten bedient.

Anhand eines Gemäldes stellte er in der historischen Kulisse des Vogtsbauernhofs die rhetorische Frage: "Wie fühlte sich damals Advent an – in zugigen Höfen und auf nassen Wegen?" Hinterlegt mit leisen Harfen- und Geigenklängen sprach er über Flüchtende und die christliche Verantwortung. Den Advent bezeichnete Uhl als lebens- und glaubensnotwendige Traumzeit und entließ die Gäste schließlich mit der Aufforderung: "Geht doch wieder hinaus in den Trubel. Aber: schön, dass ihr da wart. Und nehmt etwas mit, das euch berührt hat. Ein Wort, ein Gedanke, der Klang der Musik – und vergesst nicht, dass ihr es hütet – das Glück".

Margit Langer informierte am Sonntagabend aktuell über die Besucherzahlen. "Zum 14. Weihnachtsmarkt im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof kamen rund 12 000 Besucher, damit circa 2000 Besucher weniger als 2018", so Langer. "Wir sind mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden, da die Wettervoraussetzungen an diesem Wochenende besonders schlecht waren: Regen und Wind am Freitag Abend sowie starke Regenfälle am Sonntag zur Hauptbesuchszeit ab 13 Uhr." Am Freitag waren rund 1500, am Samstag mehr als 5500 und am Sonntag mehr als 5000 Besucher im Museum zu Gast.

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