Grünes Licht aus Freiburg Öl-Bohrungen werden konkret

Nadine Goltz
Die Firma Drilltec will auf einem Feld bei Altenheim nach Öl, Gas und Lithium bohren. Bei vielen Gemeinderäten und Bürgern sorgt das für Unmut. Foto: Assanimoghaddam

Die Firma Drilltec will auf einem Feld bei Altenheim nach Öl, Gas und Lithium bohren – das hatte die Firma bereits 2021 angekündigt. Vom Regierungspräsidium Freiburg gab es grünes Licht, allerdings muss die Firma weitere Zulassungen einholen.

Altenheim - Der Antrag der Firma Drilltec lag dem Neurieder Gemeinderat bereits im April 2021 vor. Die Firma hatte weiterhin Interesse daran, Kohlenwasserstoffe bei Altenheim aufzusuchen. Die Erlaubnis ist Ende 2020 abgelaufen und ein erneuter Antrag einer Aufsuchungserlaubnis, der über fünf Jahre laufen soll, ist 2021 dem Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau vorgelegt worden. Die Gemeinde Neuried wurde in sofern darin eingebunden, als dass sie als Trägerin öffentlicher Belange gehört wird.

"Unsere Landesbergdirektion hat der Firma Drilltec eine Konzession zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen und Lithium im Feld ›Altenheim II‹ bis zum 30. September 2026 erteilt", sagt Heike Spannagel, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg auf Nachfrage unserer Zeitung.

Am Verfahren werden alle Behörden und Gemeinde beteiligt

Für eine Bohrung sei aber zusätzlich die Zulassung eines bergrechtlichen Hauptbetriebsplans erforderlich. An diesem Verfahren werden alle betroffenen Fachbehörden sowie Gemeinden beteiligt, erklärt die Pressesprecherin weiter. Im Vorfeld müsse dazu eine Umweltverträglichkeitsvorprüfung vorgenommen werden. "Hier wird geprüft, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung und damit ein Planfeststellungsverfahren für die Bohrung erforderlich ist. Die Umweltverträglichkeitsvorprüfung liegt uns aktuell im Entwurf vor", so Spannagel. Dieser werde gerade geprüft. Sobald die Rückmeldung des Regierungspräsidiums dazu wiederum an das Unternehmen erfolgt ist, könne dies einen Antrag zur Zulassung des Hauptbetriebsplans stellen. Damit wird das weitere Verfahren in Gang gesetzt. "Der Prozess ist komplex und aufwendig. Einen verlässlichen Zeitplan können wir deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht rausgeben", so Spannagel.

"Ich stelle mich Bohrungen im Generellen erst einmal nicht quer", sagt Bürgermeister Tobias Uhrich im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Denn würde es funktionieren, wäre zu jeder Zeit Energie vorhanden – "und man sieht, dass es Anderorts funktioniert". Ob Bohrungen allerdings im Oberrheingraben sinnvoll sind, da habe Uhrich den ein oder anderen Zweifel. Durchaus könne er die Bedenken und Ängste der Räte und Bürger nachvollziehen. "Das Thema hier in Neuried ist kaputt", weiß er und spricht damit auf die Tiefengeothermie an. Viel zu wenig Informationen für die Öffentlichkeit habe es gegeben, sehr viele Fragen seien nie beantwortet worden. So stehe unter anderem die große Frage nach dem Schadensfall im Raum – "wer kommt dafür auf, sollte doch etwas passieren? – diese Fragen gilt es zu klären", sagt der Rathauschef.

Allerdings wirbt Uhrich auch für mehr Offenheit gegenüber Neuem. "Das Thema Nachhaltigkeit steht für mich ganz oben auf der Themenliste für das Jahr 2022", betont er gegenüber der Lahrer Zeitung. Ob Windkraft, Solaranlagen an Baggerseen oder eben Bohrungen – "irgendwo, das muss uns bewusst sein, muss die Kommune Flächen bereitstellen und neue Möglichkeiten abwägen. Denn wen wir neue Wege im Sinne der Nachhaltigkeit gehen wollen, können wir uns nicht vor allen verschließen", sagt Uhrich.

Firma Drilltec

In den vergangenen Jahren habe sich Drilltec zu einem international agierenden Komplettanbieter – sowohl für Tiefbohrungen als auch für Horizontalbohrungen entwickelt. "Wir begleiten und beraten unsere Kunden vom Beginn bis zum Ende eines Bohrprojekts", heißt es auf der Homepage. Weitere Infos zum Unternehmen unter www.drilltec.de.