Großeinsatz in Gengenbach Nach Drohung mit Messer: Polizei sperrt Schule ab

Jonas Köhler
 Foto: Einsatz-Report 24

Polizei-Großeinsatz in Gengenbach: Nach der Drohung eines Schülers, der ein Messer bei sich geführt haben soll, wurde die Geschwister-Scholl-Schule abgesperrt. Die Lage entspannte sich schnell. Der Schüler stellte sich, verletzt wurde niemand.

Gengenbach - »Nach einer mutmaßlichen Bedrohung durch einen Schüler am späten Dienstagvormittag sind derzeit starke Polizeikräfte an einer Schule in der Nollenstraße«, teilte die Polizei am Dienstag gegen 13 Uhr mit. Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte Pressesprecher Wolfgang Kramer, dass mehrere Streifen des Polizeipräsidiums Offenburg sowie der Polizeiposten Gengenbach und Haslach vor Ort waren. Zudem sei auch die Kriminalpolizei und die Hundestaffel in den Einsatz involviert gewesen. Auch die Bundespolizei hat die Beamten unterstützt, so  Kramer. 


Woraus genau die Bedrohung durch den Schüler bestand, wollte Kramer auf Nachfrage am Dienstagmittag nicht preisgeben. Die Polizei habe mit der Staatsanwaltschaft abgesprochen, es bei dem Wort »Bedrohung« zu belassen – auch um keine zusätzlichen Ängste, etwa vor einem Amoklauf, zu schüren. Am späten Dienstagnachmittag teilte die Polizei schließlich mit, dass der Jugendliche mehreren Schülern in bedrohlicher Weise gegenübergetreten war. Aktuellen Erkenntnissen zufolge soll er auch ein Messer mit sich geführt haben.


Die Polizei reagierte sofort und rückte mit dem Großaufgebot zur Schule in der Gengenbacher Nollenstraße aus. Die Schule wurde daraufhin von den Einsatzkräften abgesperrt, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Die Schüler wurden in Sicherheit gebracht, niemand wurde verletzt. Laut Polizei hat sich der verantwortliche Jugendliche den Beamten des Polizeipostens Gengenbach selbst gestellt. Dennoch wurden die Sicherheitsmaßnahmen noch einige Zeit aufrechterhalten. 


Auch wenn in diesem Fall alles gut ausging – beim Stichwort Gewaltandrohung an Schulen werden  Erinnerungen an den Amoklauf von Winnenden im März 2009 wach. Damals erschoss ein 17-Jähriger neun Schüler und drei Lehrerinnen sowie auf seiner Flucht drei Passanten. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei nahm sich der Täter selbst das Leben. 
Androhungen zu einem Amoklauf gab es zuletzt vermehrt. So kam es in Bad Mergentheim im Februar an  einem Tag an drei Schulen zu einen Amok-Alarm. Hinter diesen Aktionen vermutete die Polizei einen gefährlichen Trend auf der Videoplattform Tiktok, die bei Schülern immer beliebter wird. Dort wurde wohl in einem Video vorgeschlagen, dass Schüler lediglich einen Amoklauf androhen müssten, wenn sie einen Tag schulfrei haben wollten. 


 Ausmaße wie die eines Amoklaufs hatte der Vorfall an der Gengenbacher Schule nicht, wie seit Dienstagnachmittag klar ist. Die weiteren Ermittlungen  werden nun beim Haus des Jugendrechts Offenburg geführt und durch die Kriminalpolizei Offenburg unterstützt, heißt es in der Mitteilung der Polizei.  Gleichzeitig sei das zuständige Jugendamt eingeschaltet worden. Dieses werde in die weiteren Maßnahmen eingebunden.

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