Großeinsatz in Friesenheim Eltern in Angst um ihre Kinder

Christine Bohnert-Seidel

Einen Großeinsatz der Polizei hat es am Mittwoch am Bildungszentrum Friesenheim gegeben. Unzählige Eltern waren in großer Sorge um ihre Kinder. Die Schulleitungen hatten die Eltern per E-Mail von der aktuellen Lage informiert.

Friesenheim - "Zwischen 11.30 und 12 Uhr gingen bei der Leitstelle Hinweise ein, dass es in Friesenheim zu einer potenziellen Bedrohungslage im innerfamiliären Bereich gekommen ist", erklärt Yannik Hilger, Pressesprecher der Polizei, am Mittwoch. Die Bedrohungslage ließ sich demnach auf einen festen Personenkreis abgrenzen. Weil sich jedoch ein Teil des Personenkreises – zwei Kinder, die Schüler am Bildungszentrum sind –, eben dort befanden, wurde mit erhöhter Einsatzkraft die Schule gesichert. Schnell wurde das Gebäude durch die Polizei, in schusssicheren Westen, komplett abgesucht. An der Schule kam es im Umfeld zu keiner konkreten Gefährdung von Schule und Schülern, so Hilger.

Kinder wurden klassenweise zur Kirche gebracht

Dort befanden sich knapp 1000 Schüler mit Lehrkräften. Um 13.20 Uhr ließ der Pressesprecher verlauten, dass sich sowohl die beiden Kinder als auch deren Mutter in Sicherheit auf dem Polizeirevier in Lahr befinden würden. Gesucht wurde weiterhin nach dem Mann, der für die Familie eine konkrete Gefährdung darstellen würde.

In Friesenheim waren die Menschen in Angst um die Schulkinder. Ob sich der Mann tatsächlich im Schulhaus bewegt habe, konnte die Polizei nicht bestätigen. Lange dauerten die Untersuchungen in und um die Schule an. Dazu hatte die Polizei die Schule weiträumig abgesperrt. Eltern wurden gegen 13.30 Uhr darum gebeten, auf dem Parkplatz der Katholischen Kirche zu warten, um dort weitere Informationen über die Abholung ihrer Kinder zu erhalten. Einige Eltern hatten Tränen in den Augen. Nicht zu wissen, was geschieht und das riesige Polizeiaufgebot vor Ort machte Angst.

Die Mitarbeiter der Polizei blieben ruhig und brachten auch bald Entwarnung, die auch Schulleiterin Angelika Philipzen über den Lautsprecher der Schule verkünden ließ. Allerdings zogen sich die Abholungen der Klassen in die Länge. Eine Klasse nach der anderen hatte sich auf den Schulhof bewegt. Niemand wollte ein Chaos von wild umher springenden Kindern oder Eltern provozieren. Eltern, die E-Mail-Adressen vorgelegen hatten, wurde darüber von der Schulleitung informiert und mitgeteilt, dass die Kinder sicher seien. Auf dem Flur waren Einsatzkräfte der Polizei eingeteilt, um Kinder, die dringend zur Toilette mussten zu begleiten.

Eine Mutter nahm ihr Kind tränenüberströmt entgegen. "Mama, du musst mich nicht so fest drücken", meinte ihre Tochter. "Es ist alles gut."

Glücklich über den guten Ausgang war auch Armin Witt, der als Mitglied der Feuerwehr sich in Bereitschaft hielt. Seine beiden Söhne besuchen die Grundschule und blieben ruhig. "Eigentlich haben sie sich mehr über all die vielen Polizeiautos gewundert und fanden es spannend", erklärt Witt gegenüber der LZ. "Unsere Aufgabe als Eltern ist jetzt, nicht unnötig für Unruhe zu sorgen", so Witt. Mitarbeiter der Notfallmedizin und Psychologie waren ebenfalls im Einsatz und waren für Eltern direkt ansprechbar.

Das sagt die Rektorin

Die Schüler sind ihren Klassenzimmern geblieben. Rektorin Bettina Deutscher wusste die Kinder bei den Lehrkräften in besten Händen. "Ich habe immer wieder den Kindern gesagt: schaut, kein Polizist würde lachen, wenn es nicht in Ordnung wäre", so Deutscher. An der Grundschule werde das Thema in den kommenden Tagen in den Klassen aufgearbeitet. Es wird die Zeit in Anspruch genommen werden, die es brauche, versicherte Deutscher.

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