Große Pläne in Rust Europa-Park plant schon die nächste Achterbahn

Jörg Braun

Stimmung nach Neustart gut. Rulantica soll Anfang Juni öffnen. Land hilft.

Rust - Stillstand gab es genug, jetzt gibt Familie Mack wieder richtig Gas: Im Europa-Park wird es in absehbarer Zeit eine neue Achterbahn geben. Das Spaßbad Rulantica öffnet Anfang Juni. Und die Landesregierung will Park und Tourismus stärker fördern.

Die Botschaft ist klar: Baden-Württembergs neue Landesregierung hat die Bedeutung des Tourismus’ erkannt und schickt ihren neuen Staatssekretär Patrick Rapp (CDU) zum ersten offiziellen Termin gleich mal nach Rust, in den Europa-Park.

Dort traf der Stuttgarter die Familie Mack am Mittwoch zum Gedankenaustausch. Mit dabei war auch der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß (CDU). Bei einem Pressegespräch gaben Politik und Park einen Überblick über die aktuelle Situation – und neue Projekte:

Neue Achterbahn kommt: Mack Rides, die zur Familie gehörenden Achterbahn-Bauer aus Waldkirch, planen derzeit schon eine neue Fahr-Großanlage für den Ruster Park, deutete Roland Mack an. Wo und was genau, ließ er offen, doch die Bahn werde in absehbarer Zeit kommen und den Park erweitern. Mack Rides habe 2020 volle Auftragsbücher gehabt. Aus Park-Fankreisen ist zu hören, dass über ein neues Themenfeld "Kroatien" spekuliert wird. Dort könnte eine neue Achterbahn möglicherweise platziert werden. Zuletzt hatte der Park viele Millionen in das Rulantica-Bad, das Hotel Kronasar und das Fahrgeschäft Voletarium investiert.

 Pilotprojekt läuft rund: Die behutsame Wiederöffnung des Parks mit anfangs 3000 Gästen und aktuell 10. 000 Besuchern pro Tag funktioniert laut Roland Mack sehr gut. "Die Gäste halten sich an die Regeln. Das Konzept wird von der Uni Freiburg begleitet, das Gesundheitsamt ist zu Kontrollen da gewesen, zusätzlich haben wir noch wissenschaftliche Fachleute aus Karlsruhe hinzugezogen, die sich um die Belüftungsfragen kümmern", umriss Mack die Situation.

Besucher und Mitarbeiter seien einfach nur glücklich, wieder im Park sein zu können. "Mitarbeiter hatten Tränen in den Augen, als wir wieder öffneten", schildert der Park-Chef. In den Park darf nur, wer getestet, geimpft oder nach einer Infektion genesen ist.

Nachfrage hoch: Die Gästezahl werde in kleinen Schritten nach oben gefahren, jeweils 500 zusätzliche Gäste pro Tag. Und natürlich je nach Nachfrage. Doch die ist aktuell hoch. 50. 000 Buchungsanfragen gab es zum Start, bei 3000 Tickets. "Da gibt es eine große Glocke zum Anfang, das wird sich einpendeln", ist Roland Mack sicher. 

Belegschaft wird geimpft: Jeder zweite Park-Beschäftigte hat laut Mack schon eine Impfung bekommen. Bald soll schon die ganze Mannschaft geschützt sein. n Hohe Zusatzkosten: Allein für Desinfektionsmittel gab der Park zuletzt rund eine Million Euro aus, berichtet Roland Mack. Die weiteren Schutzmaßnahmen für Scheiben, Spender und anderes würden sich auf eine weitere Million Euro belaufen.

 Rulantica startklar: Das Spaßbad neben dem Park wartet auf die Freigabe zur Öffnung. Anfang Juni rechnet die Familie damit, hieß es am Mittwoch. Um die Gäste bestmöglich zu schützen, werde die Luft in der Mega-Halle dreimal stündlich komplett ausgetauscht und Frischluft ins Innere gepumpt. Das verursache hohe Energiekosten, doch der Virenschutz gehe ganz klar vor, so Mack.

 Außenanlage kostet: 20 Millionen Euro verschlingt die Erweiterung der Bad-Außenanlage, die gerade gebaut wird, berichtet Roland Mack. Rulantica werde zur größten deutschen Badelandschaft.n Geld für die Region: Parkbesucher lassen laut Roland Mack außer ihrem Parkbesuch direkt jährlich rund 260 Millionen Euro in der Region, davon rund ein Drittel in Rust und Ringsheim, 88 Millionen. Hinzu kämen rund 30 bis 50 Millionen an Investitionen, die durch den Park im Umland ausgelöst würden.

Vorbild Rust: Für die Stuttgarter Landesregierung sei Rusts Park ein Leuchtturm und Vorzeigebeispiel, würdigte der neue Staatssekretär Patrick Rapp aus dem Wirtschaftsministerium. Seine Stelle wurde neu geschaffen. Auch das zeige die Bedeutung des Tourismus in der neuen Landesregierung, sagte er. Rapp sicherte dem Park weiterhin Unterstützung zu. Das Land werde die Tourismusförderung insgesamt erhöhen und davon profitiere auch die Destination Rust.

 Steuern unten lassen: Speisen sollten auch nach 2021 mit einem niedrigeren Mehrwertsteuersatz besteuert werden, fordert Roland Mack. Die CDU-Politiker Rapp und Weiß unterstützen diese Forderung, hieß es beim Pressegespräch. Eine Verlängerung wäre "ein Segen", so Weiß.

Info

Disneyland bei Paris ist der größte Freizeitpark in Europa, aber wieder mal hinter den Rustern, was die Öffnung angeht. Während man in Paris noch abwarte, um dann im großen Stil Mitte Juni zu öffnen, sei der Europa-Park schon längst offen, freut sich die Familie Mack durchaus mit Genugtuung. Ein Familienunternehmen könne eben schneller und spontaner reagieren als ein großer Konzern, meinte Roland Mack. Und Rust starte zu Testzwecken gerne auch mit Besucherzahlen, die noch nicht viel Umsatz bringen würden.