Glasfaserausbau Standort sorgt für Diskussionen

Evelyn Jehle
Als Standort für die Technikzentrale ist das Gelände beim Bolzplatz angedacht. Foto: Jehle

Der geplante Standort für die Technikzentrale der UGG ist ungeeignet. Die Suche nach alternativen Standorten sorgte für heftige Diskussionen im Hornberger Gemeinderat.

Hornberg - In der Hornberger Gemeinderatssitzung am Mittwoch ist der Standort der für den Breitbandausbau nötigen Technikzentrale abermals diskutiert worden. Die Zeit drängt. Daher beinhaltete die Beschlussfassung den Aufstellungsort entlang des Bolzplatzes am Viadukt, wenn zwei weitere Lokalitäten sich als ungeeignet erweisen.

Anlass zur erneuten Diskussion war der Hinweis der Breitband Ortenau, dass der in der letzten Sitzung beschlossene Standort am Viaduktparkplatz in einem HQ 100 Hochwassergebiet liegt. "Bei einem derartigen Hochwasserereignis könnte das für die Technikzentrale definierte Areal bis zu sechzig Zentimeter überflutet werden", erklärte Bürgermeister Siegfried Scheffold. Selbst im Fall der Erteilung einer Sondergenehmigung, die laut Scheffold eine "Riesenprozedur" sei, spreche die Vernunft gegen diesen Standort.

Verschiedene Aufstellungsorte im Gespräch

Die Verwaltung spreche sich nach wie vor dafür aus, sowohl Technikzentrale als auch Multifunktionsgehäuse entlang des Bolzplatzes zu errichten. Gemeinderat Rolf Hess (SPD) regte an, das Grundstück in der Vorstadtstraße hinter der Schule als Standort zu prüfen.

Ratskollege Fritz Wöhrle (FW) konnte sich auch ein Grundstück in der Leimattenstraße als Aufstellungsort vorstellen und Gemeinderat Eric Küffer (SPD) schlug den Parkplatz oberhalb des Friedhofs vor. Benannt wurden weiterhin Lokalitäten in der Nähe der Stadthalle und des evangelischen Kindergartens, die jedoch relativ rasch als ungeeignet verworfen wurden. Auch Flächen in der Nähe des zukünftigen Neubaugebiets Rebberg und das Gelände neben dem Edeka-Markt wurden vorgeschlagen.

Baufläche in der Innenstadt

"Wir müssen erkennen, dass wir unter Zeitdruck stehen, denn der PoP-Standort spielt eine wesentliche Rolle", betonte Scheffold. Aufgrund der Erfordernisse müsse der Standort zentral gelegen sein. Hinsichtlich des Vorschlags "Leimattenstraße" merkte der Bürgermeister an, dass er bei einer potenziellen Baufläche in der Innenstadt kein gutes "Bauchgefühl" habe. Auch in der Vorstadtstraße sei dann eine weitere Bebauung ausgeschlossen. Unter anderem sei dort der Bau einer Heizzentrale angedacht für eine eventuelle Nahwärmeversorgung.

Diskussion um den Standort Bolzplatz

Wöhrle merkte an, wenn die Technikzentrale am Bolzplatz aufgestellt werde, werde seiner Meinung nach dort ringsum nichts mehr zugelassen und die Pläne rund um dieses Areal seien seiner Meinung nicht ausgereift.

Gemeinderat und Reichenbachs Ortsvorsteher Gottfried Bühler (CDU) konnte diese Bedenken nachvollziehen: "Was spricht denn eigentlich gegen diesen Standort?" Er sehe im Gegensatz zu den anderen Vorschlägen nichts, was für die Pläne der nächsten Jahrzehnte ein KO-Kriterium sein könnte.

Alternativen werden geprüft

Der Rat einigte sich nach langer Diskussion angesichts der drängenden Zeit darauf, dass die beiden Vorschläge "Grundstück Vorstadtstraße" und "Parkplatz oberhalb des Friedhofs" geprüft werden sollen, ob sie überhaupt in Frage kommen. Ist dies nicht der Fall, wird die Zentrale entlang des Bolzplatzes aufgestellt. Der Beschluss wurde mit zwei Gegenstimmen (Gemeinderäte Fritz Wöhrle und Rolf Hess) gefasst. Der sogenannte PoP-Standort (Point of Presence) ist für die Anbindung der Glasfasernetze an das Backbonenetz erforderlich.

Die benötigte Fläche

Es handelt sich um eine Technikzentrale, die mit Vorflächen eine Grundfläche von etwa 40 Quadratmetern benötigt. Daneben erstellt die Breitband Ortenau (BOKG) ein eigenes, kleines Multifunktionsgehäuse. Aufgrund der deutlich größeren Abmessungen als zu Beginn des Planungsprozesses, kann der zunächst geplante Standort in der Werderstraße nicht realisiert werden.

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