Giftköder Angst um Vierbeiner im Ortenaukreis ist groß

Nadine Goltz
Oft liegen sie am Wegesrand beliebter Strecken: Bei einem Fund von Giftködern sollte die Polizei alarmiert werden. (Symbolfoto) Foto: Goltz

Polizei appelliert, Funde zur Anzeige zu bringen. Im Zweifelsfall sofort den Tierarzt aufsuchen.

Ortenau - Auf Facebook- und Whats­app-Gruppen wird verstärkt vor Giftködern gewarnt. Der Polizei sind jedoch nur wenige Fälle bekannt. Sie nimmt die Sorgen der Hundebesitzer jedoch ernst und appelliert, alle Funde zur Anzeige zu bringen.

"Achtung an alle Hundehalter! Es wurden Giftköder ausgelegt. Bitte achtet auf eure Hunde!" – diese Nachrichten liest man in den sozialen Medien derzeit zu hauf – auch den Ortenaukreis betreffend. Gerade über die Facebook-Gruppe "Giftköder in Baden-Württemberg" holen sich die Hundehalter immer wieder die neuesten "Alarm-Meldungen" für ihr unmittelbares Umfeld. Auch über den Nachrichtendienst Whatsapp werden immer wieder Warnmeldungen weitergeleitet. Allein im Februar und März wurden fünf Meldungen verfasst: Von Kappelrodeck, über Offenburg – Stadt, großer Deich, Kreisschulzentrum und Gifiz – bis hin nach Ohlsbach und Gengenbach.

Angezeigt und bestätigt, dass es sich tatsächlich um Giftköder handelt, wurden allerdings nur zwei der Fälle: der in Ohlsbach und einer am Kreisschulzentrum in Offenburg. "Eine Häufung von ausgelegten Giftködern im Ortenaukreis ist in den vergangenen Wochen nicht zu verzeichnen. Seit dem zuletzt bekannten Fall aus Ohlsbach gab es keine neu eingeleiteten Verfahren hinsichtlich ausgelegter Giftköder. Dennoch gingen einzelne Hinweise ein, die sich allerdings alle als unbegründet herausgestellt hatten", sagt Philipp Boy von der Pressestelle des Offenburger Polizeipräsidiums.

Auch Wildtiere können daran verenden

Die fündig gewordenen Menschen sollten aber keine Scheu haben und jeden Verdacht melden – nur dies helfe letztlich allen weiter. "Die Beamten der Polizeihundeführerstaffel gehen jedem bekannt gewordenen Hinweis auf Giftköder nach", so Boy.

Was sollte man generell tun, wenn man der Meinung ist, einen Giftköder vor sich zu haben? "Den Giftköder vor Ort entfernen und der Polizei als Beweisstück vorlegen. Die Giftköder sollen bis zur Übergabe bei der Polizei in Plastiktütchen in der Gefriertruhe gelagert werden", erklärt der Pressesprecher.

Und was ist, wenn es bereits zu spät ist und der Vierbeiner den vermeintlichen Köder gefressen hat? Falls der Hund eine verdächtige Substanz aufgenommen hat, sollte der Besitzer unverzüglich mit seinem Vierbeiner den Tierarzt aufsuchen. "Bitte nicht warten, bis eine Wirkung eintritt. Bei Rattengift zeigen die Tiere erst später Symptome", weiß Boy. Dann sei auch eine erfolgreiche tierärztliche Behandlung sehr schwierig.

Auch das Landratsamt des Ortenaukreises hat in den vergangenen Wochen keine Meldungen bezüglich Giftköder vorliegen. "Sollte es einen Verdacht geben, kümmern sich meist die örtlichen Ordnungsämter darum und geben eine Warnung raus", sagt Pressesprecherin Gabriele Schindler. Bekannt sei ihr allerdings nichts. Eine Sache gab sie noch zu bedenken: "In Rücksprache mit unseren Mitarbeitern der Waldwirtschaft sollten sich die Täter bewusst sein, dass an den ausgelegten Ködern auch ›unschuldige‹ Wildtiere verenden könnten."

Es erweise sich zwar oftmals als schwierig, die Täter ausfindig zu machen, durch die Mithilfe von Zeugen, durch Meldungen an die Behörden und damit verbundenen Meldungen der Presse seien dann aber doch schon einige gefasst worden. "Ich kann mich nur wiederholen, wir nehmen jeden einzelnen Hinweis ernst", sagt Pressesprecher Boy.

Info: Verstöße

Gitfköder auszulegen, ist kein Kavaliersdelikt. "Nimmt ein Hund einen Giftköder auf, ist dies ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz", sagt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Offenburg Philipp Boy. Legt ein Täter einen Giftköder aus und es kommt nicht zum Schadensfall, liegt immer noch eine versuchte Sachbeschädigung vor.