Geothermie kein Thema mehr Gemeinde erwirbt Gelände zurück

Neuried atmet aus: Das vorgesehene Geothermie- Grundstück konnte von der Gemeinde zurückgekauft werden. In einer kleinen Feierstunde haben Mitglieder der Bürgerinitiative sowie Gemeindevertreter auf den Erfolg angestoßen.

Neuried - "Wir haben was zu feiern – mehr möchten wir zunächst nicht verraten!", hieß es in der Einladung der Gemeinde Neuried. Am Mittwochabend ist das Geheimnis im Rathaus in Altenheim dann gelüftet worden: Neurieds Bürgermeister Tobias Uhrich begrüßte die Gäste, darunter auch Ralf Kuderer und Hans Roser von der Bürgerinitiative gegen Tiefengeothermie, sodass schnell klar wurde, um welches Thema es sich handeln wird. Neuried könne ausatmen, so Uhrich. Das Grundstück, auf dem das Unternehmen "Daldrup und Söhne/Geysir Europe" Bohrungen zur Tiefengeothermie vornehmen wollte, sei nun wieder im Besitz der Gemeinde.

Vergangene Woche sei die Information im Rathaus eingegangen, dass das Grundstück, das im Jahr 2010 an "Daldrup und Söhne" verkauft wurde nun wieder an die Gemeinde überging. Das Grundstück wurde damals mit der Option des Rückerwerbs verkauft, wenn innerhalb von zehn Jahren nicht gebaut würde. Am 7. Juni dieses Jahres wurde das Grundbuch aufgelassen, die Eintragung der Gemeinde erfolgte am 20. September. "Somit ist die Gemeinde wieder Eigentümerin des Grundstücks", so Uhrich, dessen Dank insbesondere der BI für ihr Engagement, aber auch der Verwaltung, sowie Ortschafts- und Gemeinderat galt. "Tiefengeothermie kann funktionieren, aber nicht bei uns", so der Bürgermeister.

Hans Roser gab einen Rückblick auf die Entwicklungen und die Historie zur Tiefengeothermie in Neuried: 2013 erhielt die Gemeinde die Nachricht, dass gebohrt werden sollte. An vielen anderen Orten seien diese Maßnahmen bereits schiefgelaufen, weswegen sich die Bürger dagegen wehrten und eine Bürgerinitiative gründeten. 567 Schadensfälle seien andernorts bereits zu verzeichnen gewesen, erklärte Roser. "Es war nicht immer einfach", berichtete er aus der Arbeit der Bürgerinitiative. Auch Demonstrationen standen auf der Agenda, dazu habe es zwei Lager gegeben, die einen, die für das Projekt waren, die anderen dagegen. Heute sehe das jedoch anders aus, bis Lichtenau gebe es Befürworter.

Den Rückerwerb durch die Gemeinde Neuried sieht Roser als Meilenstein. Er warnte jedoch davor, sich zurückzulehnen, da es noch weitere Erlaubnisse zur Förderung von Rohstoffen gebe. "Keine Tiefengeothermie ohne den Bürgerwillen", forderte Roser. Auch Ralf Kuderer bedankte sich bei allen Beteiligten für die Unterstützung. Er erinnerte an die Unterschriftenaktion am Wahlsonntag der Kommunalwahl im Jahr 2014, die den Startschuss für die BI für Kehl, Schutterwald und Willstätt darstellte.

Und was passiert nun mit dem Grundstück in Altenheim? "Das Grundstück wird landwirtschaftlich genutzt und bleibt auch weiterhin in landwirtschaftlicher Nutzung", sagt Bauamtsleiter Klaus Person auf Nachfrage unserer Zeitung.

  • Bewertung
    3