Gengenbach Brennender Zug auf Geisterfahrt

Ein führerloser, in Flammen stehender Reparaturzug der Bahn hat am Donnerstag die Feuerwehren im Kinzigtal in den Alarmzustand versetzt. Von Haslach kommend konnte der Wagen erst in Gengenbach gestoppt werden – verletzt wurde niemand.

Gengenbach. Kilometerweit ist die Rauchsäule zu sehen, die am Donnerstagnachmittag ein Stück nord-westlich vom Gengenbacher Bahnhof aufsteigt. Erst auf einem parallel zur Schwarzwaldbahn verlaufenden Firmengleis auf Höhe des Hukla-Geländes gelingt es, den brennenden Zug zu stoppen. Dicker, schwarz-grauer Rauch dringt noch über eine Stunde aus dem schief im Gleisbett stehenden Reparaturzug. Beißender Gestank breitet sich in Bahnhofsnähe aus. Ein Hubschrauber der Polizei kreist über dem Geschehen. Ab und an ist noch ein Knallen aus dem Zuginneren zu hören.

"Kurz nach 11 Uhr ging bei uns die erste Meldung eines brennenden Zugs in Haslach ein", berichtet Dieter Hutt, Sprecher der Bundespolizei, den noch in Flammen stehenden Zug im Rücken. Der Verkehr auf der Schwarzwaldbahn ist bei Gengenbach komplett gesperrt. Die Bahn hat einen Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Mehrere Kinzigtäler Feuerwehren im Einsatz

Was genau passiert ist, kann Hutt nicht sagen. Der mit Technik vollgepackte Reparaturzug war ursprünglich in Hausach im Einsatz. Wohl war eine Zeit lang noch ein Zugführer an Bord, der das tonnenschwere Gefährt aber irgendwo verlassen habe. Ob der Zug da bereits brannte, kann der Polizeisprecher nicht sagen. Irgendwie sei der Zug dann von alleine weitergefahren, war je nach Gefälle auf der Strecke mal schneller, mal langsamer Richtung Offenburg unterwegs. "Unsere oberste Priorität war es, den Zug zu stoppen", so Hutt, dies sei dann in Gengenbach gelungen. Mit sogenannten Hemmschuhen, vermutet der Polizist, sei der Zug dann ausgebremst und zum Entgleisen gebracht worden.

Von Hausach kommend habe die Bundespolizei den führerlosen Zug – unter Einsatz eines Polizeihubschraubers – begleitet. Seine Kollegen haben sicherheitshalber die Bahnübergänge gesperrt, so Hutt. "Man hat alle Feuerwehren entlang der Route alarmiert", ergänzt Kreisbrandmeister Bernhard Frei. Diese kümmerten sich um die entstehenden Böschungsbrände. Mehrere Versuche den Zug zu stoppen, seien wohl irgendwo vor Gengenbach gescheitert, so Frei. Sogar aus Lahr habe man die Hilfe eines Messfahrzeugs angefordert, da der Rauch vorerst als bedenklich galt. "Es besteht aber keine Gefahr", gibt Frei Entwarnung.

Über die Brandursache können weder Frei noch Hutt Auskunft geben. "Wir ermitteln in alle Richtungen", erklärt der Polizeisprecher. Von der Deutschen Bahn war bis Redaktionsschluss weder zur Schadenshöhe noch zum Verbleib des Zugführers eine Auskunft zu bekommen.

Laut Polizeisprecher Dieter Hutt waren am Einsatz neben den Feuerwehren die Bundes- und Landespolizei sowie das DRK im Einsatz. Der herbeigeeilte Bürgermeister Thorsten Erny bedankte sich vor Ort für deren Einsatz und lobte ihre Zusammenarbeit.

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