Ganztagsbetreuung ab 2026 Friesenheimer Schulen müssen ausgebaut werden

Christine Bohnert-Seidel
Wo sich heute das Lehrschwimmbecken der Gemeinde Friesenheim befindet, könnte in Zukunft ein Erweiterungsbau für die Grundschule Friesenheim entstehen. Foto: Bohnert-Seidel

Für den Friesenheimer Nachwuchs soll investiert werden: In den kommenden Sitzungen der Ortschaftsräte wird ein Zukunftskonzept für die Schulen sowie der Ausbau der Grundschule Friesenheim vorgestellt.

Friesenheim - Das Schuljahr 2026/27 wirft nicht mehr allzu weite Schatten voraus. In vier Jahren soll jedes Kind, das eingeschult wird, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule haben. Nur wohin mit den Kindern, wenn die Klassenräume mittlerweile an allen Ecken und Enden fehlen? Dass die Grundschule in Friesenheim schon lange aus den Nähten platzt, ist klar. Jetzt liegt von Seiten der Verwaltung ein mögliches Konzept vor, das in Friesenheim einen Ergänzungsbau am Standort des heutigen Lehrschwimmbeckens vorsieht, um so neue Klassenräume zu schaffen. Die gute Nachricht, auch wenn das Lehrschwimmbecken weichen sollte, wird es doch an neuer Stelle wieder aufgebaut – so sieht es ein Konzept vor. Die Kosten für einen Neubau an die Grundschule werden aktuell mit knapp sechs Millionen Euro angegeben. Der Gemeinderat wurde bereits in einer nichtöffentlichen Sitzung am 20. Mai 2022 informiert. Reihum werden jetzt die Ortschaftsräte von Heiligenzell, Oberschopfheim, Oberweier und Schuttern um eine Empfehlung zur Umsetzung gebeten.

Neu sind Überlegungen eines neuen Gebäudekomplexes nicht. Bereits im März 2021 hatte der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss der Bundesregierung zum Ganztagsschulbetrieb auf dem Tisch. Zum Schuljahr 2026/27 wird von 13 Klassen in Friesenheim ausgegangen. Aktuell sind zehn Klassenzimmer vorhanden. Aufgrund der Kosten soll sich mittels Neu- und Erweiterungsbau erst einmal auf den Grundschulstandort konzentriert werden. An den Schulstandorten in den Ortsteilen werde nicht gerüttelt. Bürgermeister Erik Weide erklärte bereits zum Bürgertreff in Oberweier: "Die Grundschulstandorte sind sicher. Wir werden alle Grundschulen brauchen und in jedem Ort eine Grundschule haben."

Bereits im März 2021 warben einige Gemeinderatsmitglieder um mehr Zusammenarbeit zwischen Realschule und Werkrealschule sowie der Grundschule Friesenheim. Der Rat mahnte eine Studie an, die alle vorhandenen Räumlichkeiten an den Schulen in der Gemeinde in den Blick nimmt. Gefürchtet wird ein millionenschwerer Neubau, der den Haushalt zu sehr belaste. In den Fokus genommen wird dabei auch, dass in den vergangenen zehn Jahren die Schülerzahlen an der Realschule und Werkrealschule Friesenheim eher zurückgegangen sind. 2013 waren es noch knapp 900 Schüler. Heute sind es noch rund 700. Die Realschule und Werkrealschule hat zum Schuljahr 2014/15 das Modell der offenen Ganztagsschule eingeführt. Wie das Zukunftskonzept Schule aussieht, wird sich aus den Empfehlungen der Ortschaftsräte sowie dem endgültigen Beschluss aus dem Gemeinderat am 25. Juli 2022 ergeben.

An der Grundschule Friesenheim wurde im Jahr 2017 das Modell einer Ganztagsgrundschule vielfach und vor allem heiß diskutiert. Schwer vermittelbar war den Eltern vor fünf Jahren eine optimale pädagogische Betreuung der Kinder, obwohl bereits damals davon die Rede war, dass die Schülerbetreuung mit jedem Jahr mehr Kinder betreut. Im Jahr 2017 wäre das Ganztagsmodell auf freiwilliger Basis eingeführt worden. Auf vielfachen Wunsch der Schulkonferenz und einer Elternumfrage wurde die Ganztagsgrundschule auch über den Gemeinderat damals einstimmig abgelehnt. Bis zum Schuljahr 2026/2027 kommt aber nun der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsgrundschule per Gesetz.

Historie

Die Grundschule in Friesenheim wurde im Jahr 1964 als Volksschule erbaut. Das Konzept der Schulentwicklung hat damals für die Gemeinde Friesenheim ein Lehrschwimmbecken vorgesehen.

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