Fußball Amateurfußball verabschiedet sich in die Winterpause

Auch im Dezember wird in Südbaden von der Verbandsliga abwärts nicht gekickt. Foto: Eisenhuth

Womit schon Ende Oktober viele gerechnet hatten, ist nun eingetreten: Der Amateurfußball geht vorzeitig in die Winterpause. Die Trainer begrüßen diese Entscheidung, auch wenn sie noch nicht wissen wie es im neuen Jahr weitergeht.

So richtig überraschend kam es nicht, was der Südbadische Fußballverband (SBFV) am Montagmorgen bekanntgab: Bis zum Jahresende wird der Spielbetrieb in Südbaden ausgesetzt, folglich haben die Vereine ab sofort Winterpause. Dies betrifft alle Spielklasse von der Verbandsliga abwärts. Diese Entscheidung hat der Verbandsvorstand am Freitag getroffen. Nach derzeitigem Stand ist der Trainings- und Wettkampfbetrieb im Amateursport bis zum 30. November behördlich untersagt.

Die Begründung

Ob die Infektionszahlen beziehungsweise behördlichen Verordnungen einen Spielbetrieb im Dezember zulassen, sei derzeit noch nicht klar, begründet der Verband die Entscheidung. "Da   – wie schon bei der letzten Unterbrechung –  den Vereinen vor der Wiederaufnahme eine Vorbereitungszeit von zwei Wochen zugesprochen werden müsste, bliebe so im Dezember nur ein kleines Zeitfenster für weitere Spiele, die dann noch stark von der Witterung abhängig sind", schreibt der SBFV in seiner Mitteilung. Man möchte den Vereinen mit der Entscheidung Planungssicherheit geben.

Die Reaktionen

Schon Ende Oktober, als der Verband die Pause für den November verkündete, äußerten sich viele Vereinsverantwortliche aus der Region dahingehend, dass das Fußballjahr 2020 wohl gelaufen sei. Daher stieß die nun getroffene Entscheidung bei den Vereinen der Region auf Verständnis. "Ich persönliche finde es gut, weil jetzt frühzeitig Klarheit herrscht", sagt Jan Herdrich, Trainer beim Bezirksligisten FV Sulz.

Auch Christian Thau begrüßte die Entscheidung. "Das ist natürlich sinnvoll, wir wüssten ja sonst auch gar nicht, wie wir die Mannschaft richtig vorbereiten sollen", sagt der Trainer der SG Ichenheim/Altenheim. Seine Spieler halten sich zwar derzeit individuell fit, die Intensität auf dem Platz könne man damit jedoch nicht vergleichen, so Thau.

"Ich habe es schon geahnt, dass es so kommt", ist auch Altdorfs Trainer Reiner Heitz nicht überrascht von der Verbandsentscheidung, die er komplett nachvollziehen kann. "Es ist richtig, dass man nicht unfit wieder spielen muss", sagt er. Aus seiner Sicht sei nun erst mal wichtig, dass die Mannschaft wieder auf den Platz können. Wann es soweit sein wird, ist derzeit noch offen. "Es ist richtig schwierig abzusehen, was auf uns zukommt", sagt Heitz dazu.

"Im Amateurfußball können wir nicht innerhalb kurzer Zeiträume den Spielbetrieb hoch- und wieder runterfahren. Das ist vor allem mit Blick auf die Gesundheit der Spieler nicht vertretbar", begründet der für den Spielbetrieb zuständige SBFV-Vizepräsident Christian Dusch die Entscheidung. Diese sei dem Verband nicht leichtgefallen, "aber sie ist notwendig", erklärt Dusch in der Pressemitteilung.

Das Training

Die Frage, wann wieder trainiert werden kann, ist derzeit noch unklar. Bislang ist der Trainingsbetrieb im Amateursport bis Ende November untersagt, eine vorzeitige Lockerung scheint derzeit nicht in Sicht. Sobald es wieder erlaubt ist, wollen die befragten Coaches mit ihren Teams auch wieder auf den Platz. "Sofern es die Rahmenbedingungen zulassen, wünschen wir uns natürlich eine schnellstmögliche Rückkehr auf den Platz, insbesondere für die Kinder- und Jugendlichen in unseren Vereinen", heißt es auch vom SBFV-Präsident Thomas Schmidt.    

Der Modus

Seit Montag ist nun klar, dass sieben Spieltage im Jahr 2020 ausfallen, die – wenn man an dem regulären Modus festhalten will – dann im Frühjahr 2021 nachgeholt werden müssen. Das ginge wohl nicht ohne zahlreiche Spiele unter der Woche. Schon Ende Oktober zweifelten einige Verantwortliche an der regulären Beendigung der Saison. "Die ganzen Nachholspiele kriegt man ja gar nicht unter", sagte am Montag Reiner Heitz.

Der Sulzer Coach Herdrich würde die Runde zwar grundsätzlich gerne regulär beenden. Falls das aber nicht gehe, fände er auch eine Art Play-off-Modus nach der Vorrunde interessant. Noch weiter ging sogar Christian Thau, der sich sogar vorstellen könnte, dass in dieser Saison nur eine Hinrunde gespielt wird. Für seine Mannschaft, die mitten im Abstiegskampf steckt, wäre das aber wohl die schlechteste aller Lösungen.
Vom Verband gibt es derzeit noch keine klare Aussage in Bezug auf die Fortsetzung der Saison."Wie und ab wann die Saison im Jahr 2021 fortgesetzt wird, wird nun in den zuständigen Gremien des Verbands unter Einbeziehung der Vereine und der baden-württembergischen Nachbarverbände, sowie unter Berücksichtigung der jeweiligen behördlichen Verfügungslage erarbeitet", so die Mitteilung.

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