Für bis zu 30 Menschen In Wittelbach soll ein neues Flüchtlingsheim entstehen

Felix Gieger
Der geplante Standort für die neue Flüchtlingsunterkunft in Wittelbach Foto: LZ

Die Gemeinde Seelbach will in Wittelbach eine neue Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose bauen. 20 bis 30 Personen sollen dort in 10 bis 15 Wohnungen untergebracht werden können. Am Montag entscheidet darüber der Gemeinderat.

Wittelbach - Im neuen Baugebiet "Oberes Feld III" soll schon im kommenden Jahr mit den Bauarbeiten für eine Flüchtlings- und Obdachlosenunterkunft begonnen werden. Das geht aus der Vorlage der Verwaltung für die Gemeinderatssitzung am Montag, 18. Juli, hervor. In dieser soll über den Bau des "Gemeindewohnhauses für Flüchtlinge und Obdachlose" entschieden werden.

Hintergrund für die Planungen ist die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt. Alleine in diesem Jahr müsse die Gemeinde den aktuellen Zuweisungszahlen zufolge noch weitere 14 Flüchtlinge unterbringen. In der Kita in der Oberdorfstraße sollen noch vier weitere Personen untergebracht werden, danach seien "alle vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten derzeit aufgebraucht", schreibt die Gemeinde. 59 Flüchtlinge wären dann in Seelbach untergebracht, in der Vorlage spricht die Verwaltung von einer theoretischen Kapazität von maximal 60 Plätzen.

Gemeinde rechnet mit Zunahme der Flüchtlingsbewegung

Dazu komme noch die separate Zuweisung von Flüchtlingen aus der Ukraine. Aktuell leben aus dieser Gruppe 47 in Seelbach, "die alle in privat angebotenen Unterkünften untergebracht" seien. Zwar hätten einige Ukrainer die Gemeinde schon wieder verlassen. "Allerdings können die hierdurch frei gewordenen Wohnräume nicht erneut belegt werden, da es sich um kurzfristige Angebote gehandelt hat. Somit ist auch hier der Wohnraumbestand erschöpft", so die Gemeinde.

Man habe bisher die Zuteilung von Ukraine-Flüchtlingen zum Teil übertreffen können. Man rechne jedoch in Zukunft mit einer Zunahme der Flüchtlingsbewegung aus den derzeit "führenden Herkunftsländern wie der Ukraine, Syrien, Afghanistan, Irak und der Türkei". Zudem steige das Risiko ungewollter Obdachlosigkeit – "und damit auch die Zahl von aus diesem Grund unterzubringender Personen".

Aus diesem Grund will die Gemeinde jetzt handeln. Die Versuche, weitere Wohnungen anzumieten, scheitern jedoch "regelmäßig an dem angespannten Wohnungsmarkt und den hohen Mietpreisen". Man verfolge aber auch weiter alle Möglichkeiten, die Unterbringung von Flüchtlingen in privatem Wohnraum zu forcieren.

Neubau von Wohnraum ist die einzig verbleibende Alternative

Allerdings sei in der derzeitigen Phase nur der Neubau von Wohnraum eine Alternative. Mehrere Versuche, von Grundstückseigentümern geeignete – und bebaubare – Flächen abzukaufen, scheiterten jedoch. Es sei "keine Verkaufsbereitschaft gegeben", so die Gemeinde. Somit bleibe nur die Möglichkeit, auf eigene Flächen zurückzugreifen. "Die Gemeinde verfügt derzeit nur in Wittelbach – im Neubaugebiet Oberes Feld III – über derartige Flächen", erläutert die Verwaltung. Konkret schweben ihr zwei Grundstücke mit einer Gesamtfläche von gut 1000 Quadratmetern vor, auf denen man "ein Gemeindehaus für zusätzlichen Wohnraum" errichten könne.

Vorgesehen ist, Wohnraum für 20 bis 30 Personen zu schaffen. Dafür sollen in dem Neubau mit rund 400 Quadratmetern auf drei Etagen zehn bis 15 Wohnungen entstehen. Dabei soll darauf geachtet werden, dass die Wohnungen sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen genutzt werden können.

Über die Vorlage der Verwaltung, die eine Änderung des Bebauungsplans, die Beauftragung des Architekturbüros "wwg-Architekten" für die Planung sowie den Neubau der Unterkunft vorsieht, berät am Montag ab 18 Uhr der Gemeinderat.

Info: Kosten für Neubau noch unklar

Wie viel genau der Bau der neuen Flüchtlingsunterkunft in Wittelbach kosten wird, ist noch nicht klar. Dazu brauche es weitere Planung, so die Gemeinde. Für das Jahr 2022 soll der Gemeinderat am Montag den Einsatz von 50 000 Euro bewilligen. 45 000 davon werden für die erste Stufe der Planung durch das Architekturbüro fällig, für die Bebauungsplanänderung werden 5000 Euro benötigt. Die Investition wird durch nicht benötigte Mittel bei der Finanzposition "Geroldsecker Bildungszentrum" gedeckt. Die Kosten für den Neubau sollen dann in den Haushalt 2023 aufgenommen werden.

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