Friesenheim "Wir wollen Bürgern in Notlagen helfen"

Gemeinsam zum Ziel: Die Nachwuchskräfte aus Friesenheim und dem Ried proben in ihrer Grundausbildung immer wieder verschiedene Ernstfälle. Foto: Bohnert-Seidel

Friesenheim - Interkommunale Ausbildung neuer Nachwuchskräfte der Feuerwehren in Friesenheim, Neuried, Meißenheim/Kürzell und Schwanau lasse auf lange Sicht die Kommunen auch näher zusammenrücken, da sind sich die jeweiligen Kommandanten und Bürgermeister einig.

Eines ist aber auch klar: Die Feuerwehren brauchen dringend Nachwuchs. In den Hauptversammlungen betonen Kommandanten, Bürgermeister und Ortsvorsteher die unentbehrliche Notwendigkeit ihrer freiwilligen Feuerwehren.

Auszubildende sind zwischen 18 und 38 Jahre alt

Dass sich derzeit 21 junge Menschen im Alter von 18 bis 38 Jahren in Friesenheim und im Ried zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau ausbilden lassen, sei ein Geschenk an die Gesellschaft, stellt Kreisausbilder Matthias Göbbels fest. In einem mehrwöchigen Kurs drücken die Freiwilligen die Schulbank. Ein Teil der Ausbildung umfasst auch technische Hilfe.

Gründe, in die Feuerwehr zu gehen, seien vielfältig. Von einer einzigartigen Form der Kameradschaft lassen sich einige der Neuen leiten. Alle gemeinsam haben natürlich aber auch den Willen, anderen Menschen in Notlagen zu helfen.

Jenny Ziegler ist 19 Jahre alt und schon seit ihrem achten Lebensjahr in der Jugendfeuerwehr in Neuried. Zweifel daran, ob die Feuerwehr das Richtige für sie sei, hatte sie noch nie. Viel zu sehr liebe sie die Gemeinschaft und die Gewissheit, sich auf jeden einzelnen Kameraden verlassen zu können.

Bei einer kürzlichen gemeinsamen Probe zerlegten die Nachwuchskräfte der Feuerwehr ein kleines Fahrzeug fast schon in seine Bestandteile. Schritt für Schritt wurden die jungen Menschen eingewiesen und jede noch so kleine Handlungsphase erklärt. Geübt wurde die Rettung eines Verunglückten.

Ausbilder Rafael Jägle betonte, dass es sich um eine Rettung und nicht um eine Bergung handle. "Bei einer Bergung wären wir schon zu spät", so der Ausbilder aus Neuried. Da der Verunglückte in diesem Fall bereits gestorben ist. Der Unterschied motiviere die Feuerwehrmänner, alles zu geben.

Viele der angehenden Einsatzkräften sind noch recht jung. Gut die Hälfte kommt aus der Jugendfeuerwehr oder hat sich mit 17 oder 18 Jahren zur Grundausbildung entschieden. Mit 38 Jahren fühlt sich Thomas Geiger aus Oberschopfheim fast schon als Senior. "Aber nur fast", denn die Mitgliedschaft in der Feuerwehr lasse sich nicht in Altersstrukturen denken. Beruflich war der 38-Jährige jahrelang auf Montage. Für eine Mitgliedschaft in einem Verein blieb keine Zeit. Im vergangenen Jahr schaute er bei der Herbstübung in Oberschopfheim seinen künftigen Kameraden über die Schulter.

Zur Grundausbildung gehört auch ein Theorieteil dazu

Ohne Zögern habe für ihn festgestanden: "Ich gehöre zur Feuerwehr". Die Grundausbildung bedeute, sich auch hinzusetzen und etwas Theorie zu pauken. Geiger zeigt zwischen Daumen und Zeigefinger einen Abstand von drei Zentimetern. So dick sei das Pensum an Lesestoff. Als Elektrokonstrukteur habe er für sich die denkbar beste Freizeitbeschäftigung gefunden.

Aber der Oberschopfheimer denkt weiter und weiß um die Not bei der Ausbildung der Jugend. Als Vater eines dreijährigen Sohnes weiß er, dass dieser spätestens mit acht Jahren der Jugendfeuerwehr beitreten wird. Göbbels und das gesamte Team der Ausbilder sind zufrieden mit der Entwicklung, die die Feuerwehren aktuell nehmen.

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