Friesenheim Wie entsteht eine Matratze?

Zahlreiche Interessierte wollten wissen, wie eine Matratze hergestellt wird. Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Oberschopfheim (cbs). Der CDU-Gemeindeverband Friesenheim macht mit seiner vor vielen Jahren begonnen Serie weiter. "Mit der Reihe von Besichtigungen bleiben wir in guter Tradition und geben Einblicke in heimisches Gewerbe und Handwerksbetriebe", erklärte Vorsitzender Ewald Schaubrenner. So kamen zur Betriebsbesichtigung von Badenia in Oberschopfheim rund 50 Interessenten. In zwei Gruppen zeigten Jürgen Fuggenthaler, Leiter Finanzen und Controlling, sowie André Kohler, technischer Betriebsleiter, das Unternehmen.

Mehrfach fiel der Name "Stepp" als Kurzbezeichnung für den Ursprung des Unternehmens im Jahr 1946, das sich als Steppdeckenfabrik ersten Ranges in der Region einen Namen gemacht hat. "Für viele Oberschopfheimer war die Stepp erster und einziger Arbeitgeber", wusste Schaubrenner. Von der Steppdeckenfabrik bis zum Unternehmen Badenia Bettcomfort eine Bestandteil der Eurocomfort-Gruppe würden Höhen und Tiefen liegen. Seit elf Jahren ergänze die Matratzenproduktion die Sparte. Mittlerweile würden gut 60 Prozent des Umsatzes auf der Herstellung von Matratzen liegen. "Pro Schicht gehen 500 Stück vom Band", wurde den Teilnehmern bei der Führung erzählt. Bei einer Produktion von mehr als 5000 Stück pro Woche sei die Lagerumschlagshäufigkeit sehr hoch.

Seit 30 Jahren gehört André Kohler. dem Unternehmen an und kennt sämtliche Abläufe wie aus der Westentasche. So konnte er jede Frage bei der Besichtigungbeantworten. Beim Blick auf die Verpackung und Rollung einzelner Matratzen meinte er humorvoll: "Versuchen Sie es nicht einmal eine Matratze in ihre Ursprungsverpackung zurückzubekommen. Sie werden scheitern." Im Unternehmen sorge die Kraft von 12,5 Tonnen für die entsprechende Rollung.

Am Freitagnachmittag waren die Nähmaschinen verwaist. Hier seien die Arbeitsplätze von vielen Frauen. 3500 Steppdecken und 1000 Kissen werden täglich genäht. Der Blick fällt auf eine Einnadelendloslinie, eine riesige Nähmaschine, die steppt und im Unternehmen vor knapp 20 Jahren entwickelt worden ist. Drei Millionen Euro koste das Riesenwerk.

Von der Entwicklung der Badenia mit fester Standorttreue zeigten sich auch die beiden Landtagsabgeordneten Marion Gentges und Claus Paal beeindruckt. "Ich bin stolz darauf, dass wir in unserer Region solch ein Unternehmen haben", erklärte Gentges. Badenia unterhält 200 Beschäftigte, davon 160 in der Produktion und 40 in der Verwaltung. Die Firma wurde am 12. Februar 1946 von Josef Adam, Franz Feißt und Ernst Jäckle gegründet. Seit 2004 gehört das Unternehmen zur Euro-Comfort-Group mit weltweit 5600 Mitarbeitern. 2015 konnte ins neue Bürogebäude eingezogen werden. "Vom Discounter bis Harrods in London zählt Badenia Bettcomfort zum Kundenstamm", erklärte Kohler den Interessierten.

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